Pressestimmen

"Blockade isoliert Israel"

5. Juni 2010, 10:32

"Süddeutsche Zeitung": "Strategischer Ballast" für Washington

Paris/Berlin - Die mittlerweile auch von den USA als "untragbar" bezeichnete israelische Gaza-Blockade beschäftigt internationale Pressekommentatoren:

"Dient diese totale und unerbittliche Blockade den Interessen des jüdischen Staates? Das ist alles andere als sicher. Sie isoliert Israel diplomatisch ebenso wie den Gazastreifen physisch und (...) sie schwächt nicht die Unterstützung, über die die Hamas (in der palästinensischen Bevölkerung) verfügt. Wenn es darum ginge, Waffenlieferungen zu verhindern, würde es Kontrollmechanismen geben, die Militärmaterial blockieren und nicht Medikamente und Milchpulver."

"Die desaströse Kommandoaktion Israels gegen die 'Solidaritätsflotte' für Gaza zeigt politische Wirkung. Die Blockade des nur etwa 300 Quadratkilometer kleinen und übervölkerten Stück Landes soll gelockert werden. Das wird nicht nur den dort lebenden Menschen ein Stück weit Erleichterung bringen, sondern auch Israel dabei helfen, den Imageschaden ein wenig auszubessern, den die blutig verlaufene Attacke auf das Schiff 'Mavi Marmara' weltweit angerichtet hat. Doch damit nicht genug: Man sollte in Jerusalem auch darüber nachdenken, ob die seit nun vielen Jahren wirkungslos gebliebene Taktik einer Einschnürung des Gazastreifens nicht ganz aufgegeben werden sollte. Der in den Händen der Hamas befindliche Soldat Gilad Shalit ist nicht freigekommen, und die Hamas hat sich nicht gemäßigt."

"Vor der Küste von Gaza kreuzt ein neuer Hilfskonvoi. Es ist an Israel, eine Eskalation zu vermeiden. Israel steht mit dem Rücken zur Wand. Internationale Friedensaktivisten wollen heute im zweiten Anlauf versuchen, mit ihren Hilfsgütern die Seeblockade vor Gaza zu durchbrechen. Sie werden auf keinen Fall von ihrem Vorhaben ablassen, sehen sie doch nach dem blutigen und skandalösen Überfall israelischer Soldaten auf den ersten Schiffskonvoi die internationale Öffentlichkeit auf ihrer Seite. (...) Zur Lösung des Problems darf es nur auf friedlichem Wege kommen, will sich Israel nicht vollständig isolieren. Unter den Augen der Weltöffentlichkeit muss das Land beweisen, dass es zu Kompromissen bereit ist und nicht nur nach dem Recht des Stärkeren handelt."

"Die Regierung von Benjamin Netanyahu und Avigdor Lieberman gibt keinen Deut auf Menschenrechte. Solange das so bleibt, sollte der Westen Israels privilegierte Behandlung aussetzen. Wer sonst auf der Welt leistet sich so etwas: Eine Flotte mit humanitären Gütern in internationalen Gewässern kapern. Menschen auf diesen Schiffen töten, die sich womöglich gegen die Angreifer verteidigten. Die übrigen Passagiere entführen. Die Rede ist nicht von einer Piratenbande, sondern von einem jahrzehntealten Freund der westlichen Gemeinschaft. Aber wer kann ein solches Israel noch ernsthaft als Rechtsstaat bezeichnen? (...)

Solange die Regierung konsequent Menschenrechte ignoriert, muss der Westen die Vorzugsbehandlung Israels auf Eis legen. Netanyahus Regierung verletzt systematisch die Würde der Araber. Sie kesselt Gaza ein, verbietet fast den gesamten Verkehr bis auf eine Grundversorgung. Selbst von den Kranken, die ärztliche Behandlung außerhalb des Streifens benötigen, dürfen nur wenige raus. (...) Israels Rechte begründet Menschenrechtsverletzungen oft mit dem ständigen Kriegszustand, in dem man sich befinde. Wenn Netanyahu und Lieberman ungestört weiter so machen dürfen wir bisher, bleibt der Nahe Osten auch in diesem Zustand."

"Vorerst dürfte die neueste Krise dazu führen, dass Washington seinen Druck auf Israel erhöht. Die so tölpelhaft geplante wie brutal exekutierte Kaperung der Gaza-Flottille entsetzt auch viele Amerikaner. Die mächtige Pro-Israel-Lobby trommelt kräftig, aber junge US-Juden gehen mehr und mehr auf Distanz zu einem Zionismus, der seine eigenen, liberalen Ideale verrät. Selbst eher konservative Analysten beklagen, Premier Netanyahu fordere stets wie selbstverständlich Solidarität ein, nehme aber keinerlei Rücksicht auf die komplexen Interessen der westlichen Führungsnation in der Region. Macht Israel so weiter, wird es für Washington mehr und mehr zu 'strategischem Ballast'. So wie gerade jetzt in Sachen Iran." (APA)

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vantandriel
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?

In einem Punkt hat sich die Hamas schon vor Jahren gemäßigt: Sie erkennt offiziell das Existenzrecht Israels an. Womit sie Israel schon mal was voraus hätte, denn tun die das mit Palästina?

Dark Angel
 
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Alles Antisemiten

vor allem die von der FTD ;-)

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Die FAZ ...

... ist ein wenig naiv. Israel weiß, dass sich die Hamas nicht mäßigen wird. Denn das bedeutet Selbstauflösung. Israel will nur verhindern, dass es zu einer unkontrollieraren Aufrüstung der Hamas kommt.

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So ein Blödsinn ...

"Wenn es darum ginge, Waffenlieferungen zu verhindern, würde es Kontrollmechanismen geben, die Militärmaterial blockieren und nicht Medikamente und Milchpulver."
Israel blockiert kein Milchpulver und Medikamente, das gibt es reichlich im Gazastreifen.
Aber wie will man militärische Materialien verhindern, wenn man die Lieferungen nicht kontrolliert. Das soll mir mal der Redakteur der Liberation erklären?

Def. Izit
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Diese Auseinandersetzung wird der Mossat gewinnen

Der israelische "Intelligence Service" hat schon vor dem letzten Libanon-Feldzug gewarnt. Hat die rechtslastige Regierung angemahnt, dass dieser Feldzug das Land schwächen wird und derselbe "Service" findet die momentanen Entwicklungen als katastrophal.

Die ganze Region von der türkschen Grenze über Syrien, Libanon, Palästina/Israel braucht eine ganzheitliche Lösung für Wasser, Energie, Ökologie, ... .

Alle "nationalistischen" Sonderwege werden dort nur Unfrieden stiften oder fortschreiben.

Das müssen aber wir (Europa mit der Mittelmeergemeinschaft) durchsetzen und GARANTIEREN. Jedes Warten auf Warshington verlängert das Desaster.

Warum soll Nordamerika ein vitales Interesse der Region Südeuropa/Nordafrika/Mittlerer-Osten lösen?

Semerkant
 
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"Propaganda statt Aufklärung: Nach dem Blutbad auf der Mavi Marmara"

http://tinyurl.com/3xkysw4

steppenwolf51
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Bei Ehe mit jüdischer IsraelinÄgypter ohne Staatsbürgerschaft

zitat:(Rund 30.000 Ägypter sind mit Israelinnen verheiratet, davon jeder zehnte mit einer Frau arabischer Abstammung. Jenen, die mit jüdischen Israelinnen verheiratet sind sowie deren Kindern soll die ägyptische Staatsbürgerschaft entzogen werden.)

http://www.n-tv.de/politik/A... 07751.html

Rauscher, der Hundefreund
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Alles Heuchler und Pharisäer

Seit Israel die Gaza-Blockade durchzieht, gibt es keine Selbstmordattentäter mehr. Eine Beendigung der Blockade kann nur Zug um Zug erfolgen. Zuerst erkennt die Hamas das Existenzrecht Israels an, und streicht die Vernichtung des Staates Israel aus ihrem Programm, und dann erst müsste die Blockade beendet werden. Es ist ja nicht uninteressant, dass im Westjordanland wirtschaftliche Prosperität herrscht, weil beide Seiten sich zwar nicht lieben, aber doch miteinander reden. Abschließend: wenn man vor einem Schild steht "militärisches Sperrgebiet - Beteten verboten", und dennoch betritt, dann darf man nicht verwundert sein, wenn es knallt. Das sind keine Friedensaktivisten, das sind Krawallmacher gewesen.

vantandriel
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jaja

Also wenn man ein Land über 40 Jahre lang besetzt, die einheimische Bevölkerung permanent foltern und tyrannisiert, so wie Israel das mit Gaza gemacht hat- darf man sich nicht wundern wenn die Leute dort ein bisserl sauer werden, und sich wehren.

Ich hab ein paar interessante Zahlen für dich:
Israels Angriff auf Gaza 2008/09 forderte 1300 palästinensische Todesopfer, die Mehrheit davon Zivilisten. Auf israelischer Seite hatte man in diesem "Krieg" ganze 13 Opfer zu beklagen, zu 100% Soldaten, vier davon starben durch versehentlichen Beschuss anderer israelischer Soldaten.

Tzipi Livni selbst hat gesagt, Israel habe sich in diesem "Krieg" aufgeführt, wie wildewordene "Hooligans".

Frage: Wer ist hier der "Krawallmacher"?

Hubert Ungeist
 
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Also erstmal

war es beim Waffenstillstand ruhig - bis es 6 tote Palästinenser gab -sovie zu Zug um Zug.

1. Anerkennung Israel ja- bei offizieller Anerkennung des P- Staates.

2. Existenzrecht okay

Ihr garten ist ab jetzt militärisches Sperrgebiet - wenn ich sie dort erwische - gibts Ohrfeigen.

The Dark
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Ich glaube

dass es Israel ziemlich egal ist was andere über sie denken.

Odo
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Insbesondere Journalisten.

Speaker of the US Congress
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War es Südafrika am Anfang auch.

Mr_Murphy
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Südafrika hatte auch eine Wirtschaft, die man boykottieren konnte.
Israels Wirtschaftszweig Nr.1 ist die Waffenindustrie. Und Waffen, besonders High Tech Waffen, verkaufen sich immer.

more more
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Mit dem Unterschied das die Gut/Böse-Rollen anders verteilt sind.

H Salem
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Alles egal ?

War es jemals anders ??

scrollradl
 
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ein aussitzen eines schlechten images . . .

. . . wäre ein schuss ins eigene knie.
antizionisten und antisemiten haben dadurch das durch fakten erhärtete argument "wir haben eh schon immer gewußt, wie die sind"

gladio
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Wahrscheinlich aber auf lange Sicht kann das nicht gut gehen.

H Salem
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Sicherlich nicht !

Irgendwann einmal kommt die Abrechnung, und die ist teuer !

derSubStandard
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heute haben bei mir Kunden wegen Transportkosten nach Israel angefragt,
konnte mir ein "wir liefern nur nach Gaza" nicht verkneifen, Nachsatz "bis auf weiteres",
waren aber weiter nett, wird schon wieder ..

Tuncay
318
Financial Times

Ich bin angenehm überrascht dass eine deutsche Zeitung den Mut aufbringt ,Israel derart ungewohnt hart zu kritisieren.

Josef Grahner
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Der ungekürzte Kommentar der FTD

hier:

http://www.ftd.de/politik/i... 22640.html

Man stelle sich vor, der STANDARD könnte nachdrucken.

Aber da fehlt der Mut.

Speaker of the US Congress
00

Ich habe vor einigen Monaten zufällig die FTD gelesen und danach mehrfach: Momentan ist die FTD, so merkwürdig es klingt, in Deutschland die Zeitung, die am ehesten Arbeitnehmerinteressen vertritt.

Man glaubt es kaum, aber es ist so.

H Salem
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Ist es eine Sünde...

...die Wahrheit zu sagen ?

bademeister
01

geht mir genau so

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