Hunderttausenden Beamten droht die Entlassung

4. Juni 2010, 16:33
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Bukarest will Sparkurs verschärfen

Bukarest - Rumänien will mindestens 195.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Rund 125.000 Arbeitsplätze sollten allein im nächsten Jahr wegfallen, sagte eine Wirtschaftsberaterin von Ministerpräsident Emil Boc am Donnerstagabend. Für dieses Jahr hatte Finanzminister Sebastian Vladescu bereits vor einiger Zeit die Streichung von 70.000 Stellen angekündigt. Derzeit arbeiten 1,36 Millionen der 22 Millionen Rumänen im öffentlichen Dienst.

Um zum Niveau des Jahres 2007 zurückzukehren, müssten sogar 250.000 Stellen gestrichen werden, sagte Wirtschaftsberaterin Andreea Paul-Vass. Rumänien wurde von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise besonders hart getroffen. Der Internationale Währungsfonds, die Europäische Union und die Weltbank sagten dem südosteuropäischen Land im vergangenen Jahr Notkredite in Höhe von 20 Milliarden Euro zu, um Rumänien vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Die Wirtschaftsleistung Rumäniens ging 2009 um 7,1 Prozent zurück.

Die Regierung von Präsident Traian Basescu hat bereits deutliche Kürzungen bei den Gehältern der Staatsangestellten und Pensionszahlungen angekündigt. Allerdings hat das Parlament noch nicht zugestimmt. Sollte das nicht bis Ende Juni passieren, könnte der Währungsfonds die nächste Tranche der vereinbarten Kreditzahlungen zurückhalten. (APA/apn)

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