Leichter leben mit Wasserstoff

6. Juni 2010, 16:57
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    foto: apa

    Mit Wasserstoff lebt es sich leichter.

Wasserstoff ist eine Alternative zu fossilen Produkten. Jatzt muss eine umweltverträgliche Möglichkeit zur Herstellung gefunden werden

Nicht nur von der EU, sondern weltweit werden hohe Summen zur Erforschung der Wasserstofftechnologie zur Verfügung gestellt. Die Logik dahinter ist ganz einfach: Wenn das Erdöl einmal zu Ende ist, gibt es keinen flüssigen oder gasförmigen Energieträger mehr, der in direkter Folge die fossilen Produkte ersetzen könnte. Außer: Wasserstoff.

Dabei ist Wasserstoff die Diva unter den Energieträgern. Die extrem geringe Energiedichte bedingt seine hohe Kompression oder die Verflüssigung bei extrem tiefen Temperaturen (minus 253 Grad), etwa um eine akzeptable Reichweite mit dem Auto zu erzielen. Sowohl das extreme Verdichten, aber noch mehr das Tiefkühlen erfordert für sich selbst schon große Energiemengen und senkt somit alleine beim Handling den Wirkungsgrad einer Wasserstoffwirtschaft. In geringen Mengen kann man Wasserstoff als Nebenprodukt der chemischen Industrie sehen, wollen aber große Mengen an Autos mit Wasserstoff fahren, muss eine umweltverträgliche und CO2-neutrale Möglichkeit gefunden werden, diesen herzustellen.

Vieles spricht für die Wasserstoffproduktion aus Sonnenenergie, zumal aus der Sonne oder auch aus Windkraft gewonnener Strom sich sehr gut speichern lässt, indem man ihn in Wasserstoff umwandelt. Diese Tatsache treibt im Moment auch viele Initiativen in Richtung Wasserstoff an. Bei der Frage nach dem Tank kristallisiert sich immer mehr der 700-bar-Hochdrucktank heraus. Darin lassen sich relativ große Energiemengen speichern, ohne die extremen Verlust des Tiefkühlens in Kauf nehmen zu müssen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/04.06.2010)

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Kommentar posten
17 Postings
Allesodanix
00
Nur Autos?

Wenn man die Postings so liest könnte man glauben es gäbe auf der Welt nur Autos zur Fortbewegung. In Wahrheit erzeugt das Auto in der Stadt vor allem Stress und ist somit ungeeignet.
Obwohl Elektroautos oder Wasserstoffautos natürlich das geringere Übel sind, im Vergleich zu den Stinkern

Parkschwein
00
10.6.2010, 14:52

die welt ist eine stadt?
und die leute benutzen sicher das auto, obwohl die öffis so superleiwand sind?

Stahl_____666
22
.

Bitte nicht schon wieder Wasserstoff - oder zumindest zuerst informieren bevor man solches Geschreibsel absondert:

http://www.thenewatlantis.com/publicati... rogen-hoax

Habaguck
00
interessant

sehr interessanter Beitrag, danke!

hast1
03
das foto sagt uns auf subtile art:

das ist alles nur heiße luft.

widiwutsch
00
Zum Foto:

Was haben Heißluftballons mit Wasserstoff zu tun? Eher mit verschwenderischen Umgang mit Erdgas oder Propan.

WBR
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Hat eher was von einem Schildbürgerstreich

Kostbaren Strom mäßig effizient in ein äußerst flüchtiges, schwer handhabbares Gas umwandeln ist nicht sonderlich sinnvoll. Dieses Gas dann auch noch ineffizient in Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellen zu verheizen, das ist dann schon so etwas wie ein Schildbürgerstreich.
Wasserstoff-Fans mit etwas mehr Einblick sprechen von anderen Methoden der Wasserstofferzeugung: Z.B. Biomasse-Vergasung oder solarthermische Wasserspaltung. Habe mich noch nicht damit beschäftigt. Ich hoffe nur, dass diese Methoden sinnvoller sind!
Beim Auto würde ich neben Elektroautos aber weiterhin eher auf Flüssigtreibstoffe setzen. Ist einfach viel praktischer. Ich zweifle an der Akzeptanz für 700-bar-Hochdrucktanks.

nix fir unguad
12
Sie sollten sich auch einmal mit der Hochtemperatur-Elektrolyse...

...oder der Chemo-Thermischen Elektrolyse auseinandersetzen. Es können Wirkungsgrade von 66% erzielt werden. Das heisst in einem kg H2 steckt 66% der Energie die thermisch ursprünglich erzeugt worden ist. Keine schlechte Ausbeute wenn man bedenkt dass der Wirkungsgrad eines konventionellen AKWs bei 35% liegt. Dann ist selbst der Endwirkungsgrads mit einer Brennstoffzelle nicht allzu schlecht.
Natürlich braucht man für diese Prozesse Hochtemperatu-Reaktoren. Die Japaner und Chinesen arbeiten daran und das MIT hat dafür auch Pläne in den Schubladen. Die Japaner glauben dass sie 2045 dafür bereit sind.
Ganz abschreiben würde ich die Wasserstofferzeugung nicht, auch wenn sie wahrscheinlich erstmal der Industrie dienen wird.

WBR
00
Nix für unguad

Aber was bitte ist eine chemo-thermische Elektrolyse?
Ich vermute, du meinst thermische Wasserspaltung? Hat mit der von mir kritisierten Elektrolyse nichts zu tun. Mein Argument war: Wenn man schon mal kostbaren Strom hat, sollte man ihn nicht in etwas weniger wertvolles verwandeln.
Wie gesagt, für andere Verfahren der Wasserstoffherstellung bin ich durchaus offen.
Besonders die thermische Wasserspaltung in Sonnenöfen klingt für mich recht interessant.

Markus Trullus
00
14.11.2010, 23:12
energiebilanz ist entscheidend

Na ja, ganz stimmt das real auch nicht; denn Strom wird nicht immer genau dann erzeugt, wenn er gebraucht wird; daher Energiespeicherung. Und die hat derzeit einen schlechten Wrkungsgrad. Wenn also real Strom zu Wasserstoff wird und der per Netz verteilt und auch gespeichert werden kann, ist die Bilanz zum Schluss beim User für den Wasserstoff... gerade bei alternativen Energieerzeugungen...

nix fir unguad
00
Habe mich verschrieben

Hätte Chemo Thermischer Prozess heissen sollen.
http://www.ukerc.ac.uk/Downloads... nBrown.pdf
Wir stimmen überein, dass die herkömmliche Elektrolyse zur Wasserstofferzeugung zu ineffizient ist.

Grisu der kleine Drache
11
Wasserstoff aus Biomasse ist Unsinn.


Wenn man schon Biomasse hat, wird man eher Methan herstellen als Wasserstoff. Das ist effizienter und unkomplizierter, und Methan ist weit einfacher in der Handhabung.

Abgesehen davon ist Biomasse-Vergasung nicht in großem Stil umsetzbar. Dazu ist der Flächenbedarf von Biomasse viel zu groß.

Nadann Weitweg
00
Elektroautos und Wasserstoff

Elektroautos werden sich immer nur fuer Kurzstrecken eignen. Daher braucht man 2 Autos - das Elektroauto fuer die Kurzstrecke und ein echtes Auto mit dem man mehr als 100 km fahren kann -> also keine gute Loesung! Wasserstoff kann zur Speicherung verwendet werden, denn der erzeugte Strom laesst sich ja nicht lagern...Aber in diesem Bereich muss noch viel gearbeitet werden.

WBR
12
Schreckliche Energievergeudung

Elektrolyse hat einen Wirkungsgrad von (optimistisch) 80%. H2-Verdichtung auf 700 bar kostet etwa 12 Prozent der im H2 enthaltenen Energie, Verflüssigung noch mehr. Dazu kommen H2- und Energieverluste bei Transport und Lagerung. Brennstoffzellen sind wiederum nicht gar so effizient wie viele glauben: Ihr elektrischer Wirkungsgrad liegt bei etwa 40 Prozent. Über das Stromnetz und eine gute Autobatterie (z.B. Li-Ionen, Zebra) sind die Verluste viel geringer, es erreicht etwa 3- bis 4-mal so viel Strom den Elektromotor. Dazu kommt die Fähigkeit der Rekuperation beim Batterieauto. Man kann sagen, mit der selben Strommenge ab Kraftwerk kann ein Batterieauto etwa 4x so weit fahren. Ein starkes Argument für die Batterie und gegen Wasserstoff.

Zinnmo
 
14

Zustimmung. Wasserstoff ist speziell als Zusatztreibstoff in Hybridfahrzeugen nicht sinnvoll, weil er sich auch in den angesprochenen Hochdrucktanks nicht über Wochen und Monate speichern lässt. Gerade das braucht man aber in den in der Zukunft primär elektrischen Fahrzeugen.

Ich glaube, die Lösung liegt in Alkoholen, Methanol, Ethanol und ihre höherwertigen Verwandten. Die schaffen brauchbare Energiedichten auch ohne Hochdrucktanks.

Wasserstoff war nie mehr als ein Hype.

WBR
01
Man sollte niemals nie sagen

"Elektroautos werden sich immer nur fuer Kurzstrecken eignen."
Da wäre ich mir nicht so sicher, was die fernere Zukunft angeht (50 Jahre). Nichts spricht dagegen, dass wesentlich höhere Energiedichten erreicht werden. Außerdem gibt es schon jetzt Batterien, die sich, einen entsprechenden Stromanschluss vorausgesetzt, in wenigen Minuten laden lassen. Sie sind lediglich unerschwinglich. Das muss aber nicht so bleiben.
Schon bald werden Plug-In-Vollhybride und Elektroautos mit Range-Extender zu kaufen sein.
Dann gibt es auch noch Autoreisezüge: Diese mit Ladestationen auszustatten wäre auch keine so große Sache.
Und bezüglich Zweitauto: Das ist schon heute in vielen Familien Realität. Außerdem gibt es Car-Sharing, Firmen-Fuhrparks,...

Nadann Weitweg
00
Zweitautos

In Staedten ist einfach kein Platz fuer viele Zweitautos, seien sie auch noch so klein...
Aber die flaechendeckende Versorgung mit Wasserstoff kostet natuerlich auch eine Stange Geld, die derzeit wohl niemand aus dem Aermel schuetteln kann.
Die Entwicklung bleibt somit spannend!

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