Manche Antidepressiva erhöhen Fehlgeburt-Risiko

4. Juni 2010, 09:37
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Mit werdenden Müttern über Vor- und Nachteile sprechen - Kanadische Expertin warnt vor voreiligen Schlüssen

Toronto - Manche Antidepressiva erhöhen während der Schwangerschaft offenbar das Risiko für eine Fehlgeburt. Eine kanadische Untersuchung deutet darauf hin, dass insbesondere die beiden Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) Paroxetin und Venlofaxin sowie die Kombination verschiedener Präparate Gefahren für das werdende Leben bergen. Da auch eine Depression mit Risiken für das Kind verbunden ist, sollten Ärzte mit schwangeren Frauen über Vor- und Nachteile der Medikamente sprechen, betonen die Mediziner der Universität Montreal.

Sie verglichen mehr als 5.000 Frauen aus der Provinz Quebec, die eine Fehlgeburt erlitten hatten, mit über 50.000 Müttern, deren Schwangerschaft ohne größere Probleme verlaufen war. Die Auswertung der Daten ergab, dass die SSRI-Einnahme das Risiko um 68 Prozent steigerte. Bei näherer Analyse erwiesen sich vor allem die Wirkstoffe Paroxetin und Venlofaxin sowie die Kombination verschiedener Präparate als bedenklich, wie die Forscher im "Canadian Medical Association Journal" berichten.

Während die Mediziner ihre Ergebnisse wegen der hohen Teilnehmerzahl als zuverlässig bewerten, warnt Adrienne Einarson aus Toronto in einem Kommentar vor voreiligen Schlüssen. Zwar decke sich das Studienresultat mit dem Ergebnis einer früheren Untersuchung, schreibt sie. Das genaue Risiko der SSRI-Einnahme für das Kind könne man daraus aber nicht ableiten. (APA)

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