Obama und der "beste Job der Welt"

4. Juni 2010, 09:28
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Obama "wütend" über Reaktion von BP auf den Unfall - "Aber mein Job ist es, Dinge zu regeln, nicht Menschen anzuschreien"

Washington - "Wütend" sei US-Präsident Barack Obama nach eigenen Worten. Über die Ölpest im Golf von Mexiko, darüber, dass niemand an die Konsequenzen seines Handelns gedacht habe und dass der britische Ölkonzern BP nicht schnell genug reagiert habe. Und BP, so der Präsident weiter, habe seinen Ärger auch schon zu spüren bekommen.

Die US-Regierung präsentierte dem Ölkonzern am Donnerstag eine erste Rechnung für die Hilfe staatlicher Stellen im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko. Sie beläuft sich auf 69 Millionen Dollar und sie wird vermutlich nicht die letzte sein.

25-Jahre Larry King

Ein paar Stunden später saß Obama Larry King, dem Talkmaster King, gegenüber und macht seinem Ärger Luft. Es ist Donnerstag Abend und "Larry King Live" feiert sein 25-jähriges Bestehen auf CNN mit einem Interview im Weißen Haus. Seine Aufgabe sei es, BP zur Verantwortung zu ziehen, sagt Obama: "Mein Job ist es, Dinge zu regeln, nicht Menschen anzuschreien."

Quelle: CNN

Am Freitag fuhr der Präsident zum dritten Mal seit der Explosion an Bord der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April an die Golfküste, die er eine "beispiellose Katastrophe" nennt: "Natürlich würde ich gerne meinen Tag damit verbringen, Dampf abzulassen und Leute anzuschreien, aber dafür wurde ich nicht gewählt."

"Der beste Job der Welt"

Kritiker werfen Obama vor, er habe das Ausmaß der Krise zunächst unterschätzt und handle nicht entschlossen genug. Hinzu kommt außerdem, dass die Ölpest, die das Wasser verseucht, derzeit nicht sein einziges Problem ist. Die Verstimmungen mit Nordkorea, die Bedrohung durch den Iran, die innenpolitischen Querelen: Themen, die dem Präsidenten der Vereinigten Staaten seinen Job nicht vereinfachen. Obama aber nennt seinen Beruf "den besten Job der Welt". Es sei "ein außerordentliches Privileg, jeden Morgen aufzuwachen und zu wissen, dass man dem amerikanischen Volk dienen darf".

Die jüngsten CNN-Umfragen sicherten dem Präsidenten 48 Prozent Zustimmung zu. "Angesichts dessen, was gerade passiert, sind die Umfragen okay", befindet Obama selbst. (red, derStandard.at, 4.6.2010)

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