Forschungszentrum: Auch US-Atlantik-Küste bedroht

3. Juni 2010, 22:57
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Öl dürfte in Teil des Golfstroms gelangen

Washington - Der Ölteppich aus dem lecken Bohrloch im Golf von Mexiko droht sich einer Studie zufolge bis zur Atlantik-Küste der USA auszubreiten. Das Nationale Zentrum für Atmosphärische Forschung (NCAR) stellte am Donnerstag die Ergebnisse von Computersimulationen vor, nach denen das Öl auch jenseits des Golfs von Mexiko das Meer und die Küsten der USA verschmutzen dürfte. "Ich bin sehr oft gefragt worden: 'Wird das Öl Florida erreichen?'", erklärte die NCAR-Wissenschaftlerin Synte Peacock. Tatsächlich sei sogar zu erwarten, dass sich das Öl weit jenseits des südöstlichen US-Staates ausbreiten werde "mit Auswirkungen, die noch herauszufinden sind".

Seit der Explosion der vom britischen Energiekonzern BP betriebenen Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko am 20. April sind mindestens 75 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Laut allen sechs von NCAR berechneten Szenarien wird das Öl Florida innerhalb einiger Wochen erreichen, sobald es in den sogenannten Loop Current, einen Teil des Golfstroms, gelange. Von dort aus könne sich das Öl bis nach Cape Hatteras im Staat North Carolina ausbreiten. Ob das Öl an der Meeresoberfläche oder unter Wasser dorthin ströme, sei unklar. Das NCAR hob allerdings hervor, dass die Simulationen keine sicheren Vorhersagen seien, da die Bewegung des Ölteppichs über Wochen und Monate nicht genau berechnet werden könne. (APA)

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