Roboter stülpen Trichter über abgetrenntes Steigrohr

4. Juni 2010, 15:39
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Soll Leck provisorisch schließen - Ob der Versuch Erfolg hat, ist noch unklar - mit Video

Metairie - Unterwasser-Roboter haben ein Ventil auf die defekte Steigleitung aufgesetzt, aus der im Golf von Mexiko ständig Öl austritt. Unterwasser-Aufnahmen zeigten, wie in rund 1.500 Metern Tiefe das Ventil langsam über das Rohr gestülpt wurde. Mit Hilfe des Ventils soll das Öl kontrolliert an die Oberfläche gebracht werden. Der Ölkonzern BP hofft, so die Ölpest eindämmen zu können. Ob der Versuch Erfolg hat, war noch unklar.

 

 

Zuvor war es gelungen, die Steigleitung abzuschneiden, um das Ventil überhaupt aufsetzen zu können. Die Schnittfläche war aber nicht sauber. Langfristig soll der Ölstrom durch zwei Ersatzbohrungen gestoppt werden, bis dahin werden aber noch zwei Monate vergehen. Es wird vermutet, dass derzeit täglich 1,8 Millionen bis 3,8 Millionen Liter Öl ins Meer laufen. Insgesamt sollen es seit dem Unglück mit der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April schon 80 Millionen bis 174 Millionen Liter sein.

USA schickt BP die erste Rechnung

Die US-Regierung hat BP am Donnerstag eine erste Rechnung für die Hilfe staatlicher Stellen im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko präsentiert. Sie beläuft sich auf 69 Millionen Dollar. Es wird allerdings nicht die letzte Rechnung sein. Obama hat angekündigt, er werde BP für alle Kosten in Zusammenhang mit der Ölpest heranziehen. Der Ölteppich reicht inzwischen bis vor die Küste von Florida.

Öl könnte bis nach Europa treiben

Computerberechnungen zufolge könnten Meeresströmungen das im Golf von Mexiko ausgetretene Öl an die US-Ostküste und sogar über den Atlantik und bis nach Europa treiben. Das Nationale Zentrum für Atmosphärenforschung der USA teilte am Donnerstag mit, das Öl könne über die Strömungen um Florida herum nach Norden bis Cape Hatteras in North Carolina gelangen.

Anfang Juli könne das Öl die US-Ostküste erreicht haben. Einschränkend hieß es, dies seien nur Computermodelle und keine konkreten Vorhersagen. Der Forscher Martin Visbeck von der Universität Kiel erklärte, wenn das Öl Europa erreichen sollte, dann sei es wahrscheinlich nicht mehr dick genug, um noch Schaden anrichten zu können. (APA)

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