EU will Kinder besser schützen

3. Juni 2010, 19:54
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Fekter warnt vor Täuschungsmanövern

Die EU will sich besser um Kinder kümmern, die ohne Begleitung als Flüchtlinge nach Europa kommen. Die EU-Innenminister einigten sich am Donnerstag in Luxemburg auf Grundzüge für eine gemeinsame Politik. So soll die Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern der minderjährigen Einwanderer verbessert werden. Die Kinder sollen auch einen Rechtsbeistand bekommen und nach spätestens sechs Monaten erfahren, ob sie ein Aufenthaltsrecht erhalten. Zudem sollen Mitarbeiter der europäischen Grenzschutzagentur Frontex für den Umgang mit den Kindern geschult werden.

Innenministerin Maria Fekter (V) warnte neben anderen Ressortkollegen indes vor massiven Täuschungsmanövern. So sei bei einer Kontrolle von 200 Fällen in Österreich herausgekommen, dass drei Viertel der Betroffenen in Wahrheit Erwachsene gewesen seien. "Darunter waren Männer mit Brusthaaren, Rauschebart und verfaulten Weisheitszähnen". Die EU-Kommission hatte im April einen Aktionsplan beschlossen, der von den Ministern beraten wurde. Wenn eine Wiederzusammenführung der Familie nicht möglich sei, könne eine Aufnahme in der EU notwendig sein, heißt es in dem Aktionsplan.

Rund 11.000 unbegleitete Minderjährige haben nach EU-Angaben 2009 in Europa um Asyl gebeten - das waren 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Viele Kinder stammen aus Afghanistan und dem Irak. Sie fliehen vor Kriegen, Armut oder Diskriminierung aus ihrer Heimat. Die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen. (APA)

 

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