Zusatzschub aus dem Sattelrohr?

03. Juni 2010 18:34

Radstar Cancellara soll bei Klassiker-Triumphen auf einen Elektromotor zurückgegriffen haben

Zürich/Wien - Glaubt man den Gerüchten, dann ist Doping, sind Epo, Wachstumshormone, Blutwäschen et cetera zumindest im Profiradsport Geschichte. Der kluge, körperbewusste Profi setzt demnach bei seinem edlen Sportgerät an. Motor-Doping heiße das Zauberwort.

Im Internet kursiert seit einiger Zeit ein Filmchen, das die Galavorstellungen von Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix im April dieses Jahres in einem anderen Licht erscheinen lassen. Ein kleiner, im Sattelrohr seiner Maschine versteckter Hilfsmotor soll dem Schweizer die Klassiker-Triumphe ermöglicht haben. Der Tiroler Maschinenbauer Gruber hatte einen ähnlichen Zusatzantrieb 2007 für Mountainbikes auf den Markt gebracht. Zusätzlich 60 bis 100 Watt Leistung bringt der geheime Turbo nach Expertenmeinung.

"TGV aus Ittingen" wird Cancellara genannt. Ein Video auf Youtube zeigt, wie er bei der Flandern-Rundfahrt und bei Paris-Roubaix immer dann die Konkurrenz alt aussehen lässt, wenn er zuvor mit der rechten Hand verdächtig am Lenker entlang gerutscht ist. Um einen Motor zu aktivieren?

"So ein Schwachsinn"

Der 29-jährige Olympiasieger von Peking, dem auch schon herkömmliches Doping nachgesagt wurde, der aber nie erwischt wurde und daher als völlig sauber zu gelten hat, reagierte natürlich empört auf die Gerüchte: "Das ist so ein Schwachsinn. Ich bin geradezu sprachlos. Meine Siege sind das Ergebnis sehr harter Arbeit. Ich hatte noch nie Batterien in meinem Rad."

Der italienische Ex-Profi Davide Cassani, der im Video quasi als Aufdecker fungiert, hält es für durchaus möglich, dass derartige Räder zum Einsatz kommen. "Mit so einem Rad gewinne ich mit 50 Jahren noch eine Giro-Etappe" , sagt der 49-Jährige. "Damit lassen sich problemlos Geschwindigkeiten von 50 km/h fahren." Tatsächlich ritt Cancellara laut Video bei Paris-Roubaix eine Attacke aus einer 47,3 km/h schnellen Gruppe heraus mit mehr als 58 km/h. Ein zweimaliger Radwechsel bei der Flandern-Rundfahrt wird als verdächtig dargestellt.

Der Radsportweltverband (UCI) nimmt die neue Bedrohung jedenfalls sehr ernst. Man beobachte die Angelegenheit sehr aufmerksam, versicherte UCI-Sprecher Enrico Carpani: "Wir haben aber keine Kenntnis davon, dass derartige Produkte im Umlauf sind." Untersuchungen gegen Cancellara gebe es nicht, nachweisbar wäre ein derartiger Betrug im Nachhinein ohnehin nicht mehr. UCI-Technikchef Jean Wauthier hält die Geschichte für frei erfunden. "Das Risiko wäre zu groß - für ihn, für das Team und den Radhersteller." Gleichwohl arbeitet die UCI an einem Scanner, der eine derartige Maschine aufspüren kann.

Konkurrenz merkt auf

Die Konkurrenz ist nur zu gerne bereit, an diese neue Dimension des Sportbetrugs zu glauben. "Das muss untersucht werden" , sagt Quick-Step-Teamchef Patrick Lefevere, dessen flottester Schützling, der Belgier Tom Boonen, sich bei der Flandern-Rundfahrt mit Rang zwei hinter Cancellara hatte bescheiden müssen. "Ich bin vorsichtig, nachdem ich das Video gesehen habe. Wenn wir uns vorstellen, dass es wahr ist, wäre das Betrug. Das wäre schlimmer als Drogen" , sagte Lefevere. Er könnte sich auskennen, ist Lefevere doch stets von Dopinggerüchten umweht gewesen. (sid, lü)

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Herzogin
25.06.2010 14:49
Radmotor: schlicht und einfach unfair !

Na wenigstens schadest der gesundheit nicht !

Buddy5
07.06.2010 12:30
ein super Spruch:

"...der aber nie erwischt wurde und daher als völlig sauber zu gelten hat..."

Auffällig auf jeden Fall (und wundern würds mich auch nicht)... wenn man sieht, wie locker und scheinbar ohne Anstrenung Cancellara da davonzieht, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Junge hinter ihm auch kein Waisenknabe ist ... (und sicherlich gedopt) ... ;-)

wassi
06.06.2010 20:43

Tom Boonen hat sich ja gewundert, dass der Cancellara so schnell war. Tom hat sich wohl gedacht: "Am Doping kanns nicht liegen, schließlich bekomm auch ich meine wöchentliche Infusion."

Dr. Seltsam
 
05.06.2010 22:33

Na sicher hat der Cancellara gemogelt! Wenn man sich anschaut, wie der den anderen mühelos davonzieht, ist klar, dass da was nicht stimmen kann.

Heisswachs
05.06.2010 09:38

Keine Batterien. Biogas!

partyschreck
05.06.2010 08:34
mit oder ohne KERS ??

undisputed truth
04.06.2010 20:44

innovatives doping.... paßt gut zum radsport

spoiled ballot
04.06.2010 20:14
ob verwendet oder nicht

aber im gegensatz zu den, mit purer gewalt politisch propagierten, e-bikes, ist das unterstellte einbauding ja richtig gut.

spoiled ballot
06.06.2010 00:15
viel zu teuer allerdings

gnu1
04.06.2010 20:06
obacht...

...es gilt die KHGrasser-Vermutung

Dr. Seltsam
 
05.06.2010 22:30

"mit Möpsen drauf!"

1116er
04.06.2010 19:18
immer diese elektromotor-warmduscher...

...nur ein zweitakter mit entsprechend kubik bringt echte leistung!

Irma la Douce
04.06.2010 17:42
So ein Kohl!

gerry68
04.06.2010 16:50
hab mir dir flandern im tv angeschaut....

die radwechsel von Cancellara waren schon irgendwie seltsam...abeer gut...wenn es wirklich so wäre 8was ich nicht für unmöglich halte) wäre das mit besseren radkontrollen (plomben etc.) wohl leichter abzustellen als doping...und prinzipiell ist der Cancellara ein fahrer dem diese leistung auch ohne e-motor zuzutrauen wäre...

NONE
04.06.2010 16:29

Wieso wird der Athlet kontrolliert,
nicht aber die Ausrüstung?

XP
04.06.2010 16:18

alles blödsinn, nur gratiswerbung für den e-radhersteller

napnap1
04.06.2010 15:57
HAHA

ich freu mich schon auf die TdF!
Da stehen dann sicher alle am start mit Frontspoiler, bösem blick und M3-Pickal am A. !

mattk
04.06.2010 15:22
Werden denn die Räder nach so einem Rennen nicht kontrolliert?

Kann doch nicht so schwer sein, einmal den Sattel abzunehmen und ins Sattelrohr reinzuschauen. Und auch dass Gewicht: Fährt jemand freiwillig mit einem 2kg schwereren Rad als die Konkurrenz, wäre das doch verdächtig. Um 100g wird sich kein brauchbarer Antrieb samt Energieversorgung machen lassen.

cuniculus
04.06.2010 20:26

Soweit ich weiß dürfen Räder nicht leichter sein als ein bestimmtes Mindestewicht. Das heißt, man nimmt ein zu leichtes Rad und kommt mit dem Motor wieder auf oder über das Mindestgewicht.

kingcycle
04.06.2010 15:12
Unauffällig wär der Gruber Assist

und ähnlich schnell laufende Motoren mit Getriebe nur in einem Rennen unter Schwerhörigen die ihr Hörgerät nicht verwenden dürfen..

Heavyweather
04.06.2010 14:47

Schon Leiwand der Gruber Assist.
bisserl teuer. 2000€ wollen die Räuber für den Umbausatz mit dem kleinen Akku.

Müsste mit ein paar Teilen aus dem Modelbaubedarf auch viel billiger gehen.
Ein Regler statt der Automatik wäre auch super.
Das Radl im Tretlager kann man sich auch selbst fräsen.

kingcycle
04.06.2010 15:27
Ähnliches gibts schon lange

von Tüftlern
z.B.:
http://www.wisil.recumbents.com/wisil/tet... efault.htm

NoComment
04.06.2010 15:23

*chr-chr-chr* ich werf gleich meine fräse daheim im wohnzimmer an damit ich mir einen adapter für die holotech II kurbel schnitz. die steuerelektronik löt ich mir selbst aus einem alten ukw-radio zusammen, programmier mir den rest mit "visual basic for transistorradios", als motor nehm ich den waschmaschinenmotor von tante uschis alter bauknecht. das wird toll.

Heavyweather
04.06.2010 18:17

Naja...
Ich habe eine 5 Achsen Fräse auf der Uni.
Ein 100Watt Brushless Regler und Motor sind nicht wirklich eine exotische Kombination.

Waschmaschinen Go Kart ist auber auch eine geile Sache.

Neuer Nick neues Glück
04.06.2010 16:28

Probiere ich sofort!
Wenn das nicht geht bin ich sauer!

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