Sparkassen-Fusion in Spanien

3. Juni 2010, 17:24
posten

Zentralbank drängt in Schuldenkrise auf weitere Zusammenschlüsse

Madrid - In Spanien schließen sich weitere angeschlagene Sparkassen zusammen: Die Caja Murcia, die Caixa Penedes, die Caja Granada und die Sa Nostra teilten Mittwochnacht mit, sie würden noch vor dem 30. Juni fusionieren - bis dahin können sie noch Geld aus einem staatlichen Bankenrettungsfonds bekommen.

Zusammen werden die vier Banken rund 1.700 Filialen und vier Millionen Kunden haben.

Zwei Tage zuvor erst hatte die Caixa Girona einer Fusion mit der größten Sparkasse Spaniens, La Caixa (sie ist an der österreichischen Erste Group mit 10 Prozent beteiligt, Anm.) zugestimmt.

Davor hatte die spanische Nationalbank die Geschäfte der Caja Castilla de la Mancha übernehmen müssen, weil eine geplante Fusion geplatzt war.

Engagement in Hypotheken

Die Zentralbank dringt auf weitere Zusammenschlüsse bei den Sparkassen, damit diese durch die schwere Wirtschaftskrise kommen. Die spanischen Banken sind zwar vergleichsweise gut durch die Finanzkrise gekommen, da ihnen verboten ist, in großem Maßstab in riskante Papiere zu investieren. Die Kassen sind stark im Geschäft mit Hypotheken engagiert. Viele, vor allem kleinere und von Regionalpolitikern kontrollierte Geldinstitute stecken aber jetzt, nach dem Zusammenbruch der boomenden Bauindustrie und Platzen der Immobilienblase, in ernsten Schwierigkeiten. Bauunternehmen und Immobilienkäufer können ihre Kredite nicht mehr bedienen.

Im Mai hatte die Zentralbank die Sparkasse CajaSur gerettet. Von CajaSur kommen etwa 0,6 Prozent der Einlagen des gesamten spanischen Finanzsystems. Zuvor hatte die Zentralbank die Sparkasse Caja Castilla de la Mancha mit 9 Mrd. Euro unter die Arme greifen müssen.

Die spanische Zentralbank will die Zahl der Sparkassen im Land kurzfristig auf rund 15 von 45 verringern. (APA/Reuters)

Share if you care.