Gespräche abgebrochen

    3. Juni 2010, 17:01
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    Eroglu und Christofias gingen nach 15 Minuten ohne neuen Termin auseinander

    Nikosia - Die Gespräche zur Überwindung der Teilung Zyperns sind am Donnerstag überraschend in eine kritische Phase geraten. Das zweite Treffen des neuen türkisch-zypriotischen Volksgruppenführers, Dervis Eroglu, mit dem Präsidenten Zyperns und Vertreter der griechischen Zyprioten, Dimitris Christofias, wurde nach nur 15 Minuten abgebrochen. Ob und wann sich die beiden wieder treffen werden, blieb unklar.

    Der Sondergesandte der Vereinten Nationen, Alexander Downer, erklärte, es habe "ein Gespräch in freundschaftlicher Atmosphäre" gegeben, das aber nach kurzer Zeit abgebrochen worden sei. Damit schienen sich die Befürchtungen politischer Beobachter zu bestätigen, wonach mit dem Sieg des Hardliners Eroglu bei den "Präsidentenwahlen" in Nordzypern am 18. April der Friedensprozess auf der geteilten Mittelmeerinsel ins Stocken geraten könnte. Der Streit um Zypern erschwert auch eine weitere Annäherung der Türkei an die EU.

    Angestrebt wird die Bildung eines Föderativen Zypern. Die Ansichten der beiden Seiten über die Form dieses Föderation sind aber entgegengesetzt: Der türkische Zypriot Eroglu versteht darunter eine Konföderation zwischen zwei Staaten. Christofias will eine föderative Lösung mit einer starken Bundesregierung.

    Die drittgrößte Mittelmeerinsel ist seit 2004 Mitglied der EU. Das EU-Regelwerk wird aber nur im griechisch-zypriotischen Teil angewandt. Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention geteilt. (APA/dpa)

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