Ford beerdigt seine Marke Mercury

3. Juni 2010, 15:46
1 Posting

James Dean fuhr das Auto in "Denn sie wissen nicht, was sie tun"

New York - Ford beerdigt seine Mittelklasse-Marke Mercury. Die Produktion wird im vierten Quartal dieses Jahres eingestellt, wie der US-Autobauer am Mittwoch mitteilte. Das Unternehmen will sich künftig auf seine Kernmarke Ford und die Luxusmarke Lincoln konzentrieren.

Die Marke Mercury war 1939 von Edsel Ford aus der Taufe gehoben worden, dem Sohn von Gründer Henry Ford. Die Autos sollten "groß, elegant und modern, aber trotzdem günstig" sein. Der Name Mercury geht zurück auf Merkur, Gott der Händler im alten Rom.

Image-Wandel

Die Autos verkauften sich gut, 1950 erreichte die Produktion eine Stückzahl von 334.000 Stück. James Dean fuhr einen Mercury im Film "... denn sie wissen nicht, was sie tun". Ab den 60er Jahren änderte Ford das Image: Die Autos - bisher cool mit schnittigen Kotflügeln und einem Armaturenbrett wie im Flugzeug - wurden kleiner und einfacher, Zielgruppe war die gehobene Mittelklasse.

In den 70ern in der Ölkrise war Ford mit dem in Europa produzierten Capri - der unter der Marke Mercury verkauft wurde - erfolgreich, auch der Mercury Cougar (Puma) war ein Bestseller. Der solide, etwas altmodische Grand Marquis wurde viel von Taxifahrern gefahren. 1978 verkaufte Ford eine Rekordzahl von 580.000 Mercurys - danach ging es mit der Marke langsam bergab.

In diesem Mai verkaufte Ford noch 9.128 Autos der Marke, ein Anteil von 5,6 Prozent an allen Ford-Verkäufen in den USA. Die Autos der Marke Mercury sind mittlerweile austauschbar geworden und unterscheiden sich kaum noch von denen der Kernmarke Ford.

Ford hat bereits mehrere Marken verkauft: Aston Martin, Jaguar, Land Rover und Volvo gehören nicht mehr zum Konzern. Das Aus für Mercury werde keine Arbeitsplätze kosten, versicherte Ford am Mittwoch. Die Mercury-Händler in den USA werden demnach finanziell entschädigt. Die meisten von ihnen führen auch die Marke Lincoln. Davon will Ford in den kommenden vier Jahren sieben neue oder "rundum verbesserte" Modelle herausbringen und General Motors (GM) mit seinem Cadillac sowie Toyota mit dem Lexus verschärft Konkurrenz machen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nach 71 Jahren ist Schluss mit dem Mercury von Ford.

Share if you care.