Lotus unter Spionageverdacht

2. Juni 2010, 15:01
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Force India zieht gegen Konkurrenten vor oberstes britisches Zivilgericht - Vorwurf: Rennwagen-Entwicklung auf Basis eines Windkanalmodells von Force India

London - Der Formel 1 droht ein neuer Spionagefall: Das Team Force India hat wegen des Verdachts der Nutzung geistigen Eigentums in Großbritannien Klage gegen die Betreiberfirmen von Konkurrent Lotus eingereicht. Der indische Rennstall wirft dem Rivalen vor, sein aktuelles Auto auf der Basis eines Windkanalmodells von Force India entwickelt zu haben, hieß es in einer Pressemitteilung am Mittwoch.

Die Klage am obersten britischen Zivilgericht richtet sich gegen die in Großbritannien und Malaysia registrierte Lotus-Mutterfirma 1Malaysia Racing Team. Zudem klagt Force India gegen den aktuellen Lotus- und früheren Force-India-Technikchef Michael Gascoyne und die italienische Windkanalfirma Aerolab, mit der das in Silverstone beheimatete indische Team bis Herbst 2009 selbst zusammengearbeitet hatte.

Force India ist der Meinung, dass Lotus Racing "durch seine Nutzung der Einrichtungen und Daten von Aerolab und Fondtech intellektuelles Eigentum des Force India F1 Teams zu seinem Vorteil für das Design seines Windkanalmodells des aktuellen Lotus T127-Chassis benutzt habe". Dabei gehe es unter anderem auch um Komponenten und Reifen, die von Pneu-Hersteller Bridgestone exklusiv für Force India lizenziert worden seien.

Es handle sich um "sehr ernsthafte Vorwürfe" und das Team hätte nicht den Rechtsweg gewählt, ohne "unterstützende Beweise" liefern zu können. 2007 hatte der Internationale Automobilverband (FIA) das McLaren-Team wegen des Besitzes von Ferrari-Plänen zu einer Strafe in Höhe von 100 Millionen US-Dollar (82,3 Mio. Euro) verurteilt.

In seinem Statement teilte Force India auch mit, gegen Aerolab wegen der Offenlegung vertraulicher Informationen bereits im Dezember 2009 Klage bei den zuständigen Behörden in Italien eingereicht zu haben. Im Herbst vergangenen Jahres habe das Team des Unternehmers Vijay Mallya wegen vorzeitiger Beendigung der Partnerschaft noch etwa eine Million Euro an Aerolab gezahlt. Nun sollten die Gerichte auch entscheiden, ob diese Summe überhaupt bezahlt werden sollte. (APA/dpa/AFP)

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