Original-Manuskript Gregor Mendels wird zum Zankapfel

2. Juni 2010, 14:55
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Unter anderem Mendels Nachkommen und der Augustinerorden involviert

Wien - Um Besitz und Aufbewahrungsort eines Original-Manuskrips des Begründers der Genetik, Gregor Mendel (1822 - 1884), ist ein Streit entbrannt. Beteiligt sind laut Medienberichten Mendels Nachkommen, der Augustinerorden, dem er angehörte, sowie die Republik Tschechien.

Mendel führte in seinem Kloster in Brünn seine berühmten Kreuzungsversuche mit Erbsenpflanzen durch und entdeckte dabei die grundlegenden Gesetze der Vererbung. Erst 1911, lange nach seinem Tod, wurde die Bedeutung seiner Forschungen erkannt. Heute werden seine Arbeiten in einem Atemzug mit der Evolutionstheorie von Charles Darwin genannt.

Augustiner-Connection

Da Mendel lange Zeit verkannt wurde, ging man mit seinen Papieren und Aufzeichnungen eher sorglos um. Die Jahre überdauert hat offenbar ein Vortragsmanuskript über sein Hauptwerk, das vom Naturforschenden Verein in Brünn aufbewahrt wurde, nach 1945 aber als verschollen galt. 1988 kam es, wie die "New York Times" kürzlich berichtete, von Prag zu einem deutschen Augustinermönch und Nachkommen der Familie Mendels namens Pater Clemens.

Der Augustinerorden sei indes seit Jahren bemüht, das Manuskript in die Obhut des Ordens nach Wien zu bekommen. Es habe sogar "massiven Druck" auf Pater Clemens gegeben. Dieser Vorwurf wurde von Prior des Wiener Klosters, Pater Dominic, gegenüber der Tageszeitung "Die Presse" zurückgewiesen.

In der Schwebe

Wie das deutsche Magazin "Focus" berichtet, sind mittlerweile die Behörden eingeschaltet. So sei der Abtransport des wertvollen Papiers aus Stuttgart nach Wien "in letzter Minute" durch einen Anruf aus dem baden-württembergischen Wissenschaftsministerium gestoppt worden. Nun befinde sich die Handschrift im Tresor eines deutschen Anwalts.

Nach der Familie in Deutschland und dem Orden in Österreich hat mittlerweile auch Tschechien Besitzansprüche an Mendels Manuskript geltend gemacht. Geforscht habe Mendel schließlich in Mähren, so ein tschechischer Jurist laut "Focus". (APA)

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