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Missbrauchsmöglichkeit bei Briefwahl soll beseitigt werden

2. Juni 2010, 13:22

Verfassungsexperten raten zur Änderung der Fristen - Stimmabgabe nach Wahlschluss verboten, aber möglich

Wien - Die 2007 beschlossene Briefwahl bietet eine zwar verbotene, aber ziemlich einfache Möglichkeit, seine Stimme nach Wahlschluss abzugeben und damit taktisch zu wählen. Das könnte sich nun ändern, denn im Parlament zeichnet sich eine Mehrheit für eine Reform ab, berichtete "Ö1" am Mittwoch. Nach derzeitiger Rechtslage werden Wahlkarten auch mehrere Tage nach Wahlschluss noch gezählt - bei Nationalratswahlen sind es acht, bei der Bundespräsidentschaftswahl waren es fünf und bei der Burgenland-Wahl drei Tage.

Damit können Wähler verbotenerweise den Wahlabend abwarten und im Wissen, wie die Wahl ausgegangen ist, nachträglich taktisch wählen. Briefwähler erklären zwar eidesstattlich, dass sie ihre Stimme vor Wahlschluss abgegeben haben, kontrollierbar ist das allerdings nicht. Dass Briefwahl-Stimmen entscheidend sein können, zeigt derzeit die Burgenland-Wahl. Bei dieser entscheidet sich erst heute, wenn die Briefwahl-Frist endet, wirklich ganz fix die Mandatsverteilung und ob die zwei kleinen Parteien, Grüne und Liste Burgenland, es in den Landtag schaffen.

Parlamentsparteien können sich Änderung vorstellen

Verfassungsjurist Heinz Mayr und der ehemalige Präsident des Verfassungsgerichts, Karl Korinek, plädieren für eine Änderung der Fristen. Beide sprechen sich dafür aus, dass Briefwahlstimmen wie in Deutschland bis zum Wahltag vorliegen müssen. Damit müssten Briefwähler vor dem Wahltag stimmen. Das berge zwar das Risiko, dass diese Wähler nicht alle Informationen haben, die sie am Tag der Wahl hätten. "Das ist aber das kleinere Problem", argumentiert Korinek.

Für die Parlamentsparteien ist eine Reform vorstellbar. SPÖ-Verfassungssprecher Peter Wittmann teilt die Bedenken und glaubt, "dass wir hier gefordert sind, Abhilfe zu schaffen", sagte er im "Ö1"-Radio. In der ÖVP zeigt man sich "gesprächsbereit", verknüpft diese Frage allerdings mit der Einführung des E-Voting für Briefwähler. Die drei Oppositionsparteien sind für eine Änderung.

 

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Frotzel
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Die Zettlewahl ist eben unsicher und manipulierbar!

Die Angst der Bürokraten vor der elektronischen Wahl ist nicht die Sicherheit, sondern der erwachende Wählerwille zum ständigen mitregieren.

Wäre Evoting nicht sicher zu machen, gäbe es keinen elektronischen Zahlungsverkehr! Es gäbe nie Cloudcomputing oder keine E-Medizin, Education und vieles mehr.

Schon die Ecard ist eine verblödete Form von Evoting - bei dem jegliche Sicherheit absichtlich entfernt wurde um Umsatz zu generieren und ständig um mehr Geld zu jeiern.


/. nerd
 
01
Sie sind ahnungslos und/oder bezahlt

Einen Vorgang, der von beiden Seiten nachgeprüft werden kann (wie Ihre Beispiele), technisch abzusichern, ist einfach.

Die Kriterien Unanzweifelbarkeit und Anonymität miteinander zu vereinbaren, ist hingegen fast unmöglich.

Dass es mittlerweile komplexe Verfahren dazu gibt, ist mir bekannt. Hier scheitert es wieder an der dritten Anforderung: absolute Transparenz.

Ein brauchbares Wahlverfahren muss also das Wahlgeheimnis sicherstellen, für alle nachvollziehbar sein und ein unanzweifelbares Ergebnis liefern.

Und oh Überraschung, wir kennen dieses Wunderverfahren. Es ist zwar nicht hip und modern, angebissener-Apfel-Logo fehlt auch, ebenso die Novomatic-Schmiergelder, aber es funktioniert seit hundert Jahren.

Prolet
00
Der Mißbrauch beginnt, bei der Vorschrift das Wahlverhalten zu verschweigen!

Jedem Wähler oder Nichtwähler steht diese Information zu. Wer einen Verlauf ändern will und noch rasch zur Wahl geht bekundet seinen Willen.

Alles andere ist Entmündigung.

A Voice
00
???

und das sollen dann freie Wahlen unter gleichen Voraussetzungen sein, mit ungleicher Informationsverfügbarkeit?

Der Konterspieler
 
00
taktisches wählen

was ist daran so schlecht?
ein bürger - eine stimme.
vor oder nach der wahl.
wurscht, weil:
politiker nehmen die demokratie auch nicht ernst.

ständig gebrochene wahlversprechen
zweitwohnsitzerwahlrecht in nö und b.
vorzugsstimme schlägt parteienstimme in nö und b.
schubladisierte volksbegehren etc.

warum soll dann der bürger die demokratie ernst nehmen.

außerdem: wer gegen taktisches wählen ist der muss auch meinungsumfragen verbieten.

A Voice
00
ad Meinungsumfragen

wieso? Deren Ergebnisse stehen allen zur Verfügung. Zumindest prinzipiell.

/tmp
02
bei jedem inland artikel muss ich mir unweigerlich

immer wieder die frage stellen wie mensch die övp wählen kann?

"In der ÖVP zeigt man sich "gesprächsbereit", verknüpft diese Frage allerdings mit der Einführung des E-Voting für Briefwähler."

In dem Artikel geht es um potentiellen Missbrauch eines Instruments. Nun wird versucht diesen Missbrauch einzuschränken, um nichtmehr taktisch wählen zu können. *grübel*
JAA, führen wir E-Voting ein, das ist garantiert sicher, effizient, günstig, einfach zu verwalten .... hat mensch ja schon wunderbar bei der ÖH Wahl gesehen ...

Warum werden solch teure Idiotien wie die konsequente Ausweitung staatlicher Kontroll- und Interventionsmöglichkeiten nicht durch Stimmverlust geahndet? Stimmt, der burgenl. Grenzschutz, der bewegt die Masse wirklich!

frank franki
01

völlig richtig, die briefwahlstimmen müssen am wahltag vorliegen. fertig.
hab nie verstanden, wieso die so eine lange nachfrist haben...

EUphoriker
10
dann muss aber die post am wahlsonntag briefwahlstimmen zustellen.

frank franki
01

artikel nicht gelesen, oder?

sie müssen dann entsprechend VOR dem wahltag die briefwahlstimme abgeben.

EUphoriker
00
die briefwahlstimmen müssen vor schließung der wahllokale

eintreffen. sonntag 17Uhr. ohne frage kommt die stimme nicht mehr an wenn man sie um 16 uhr 55 in einen briefkasten wirft, aber stimmen die am freitag, eventuell erst am samstag eingeworfen wurden müßten gewertet werden und die zustellenden unternehmen verpflichtet sein, dies zu gewährleisten.

denn freitag und auch samstag liegen VOR DEM WAHLTAG.

frank franki
00

sie müssen die stimme so weit vor der wahl abgeben, dass das vorliegen am wahltag gewährleistet ist. das wird am freitag oder samstag nicht mehr der fall sein, eher also dienstag oder mittwoch.
was ist daran jetzt genau so schwer zu verstehen?

EUphoriker
00
zu verstehen ist das schon

es ist lediglich nicht demokratisch. ebenso wie es nicht demokratisch ist nach wahlschluss zu wählen ist es notwendig sicherzustellen, dass am samstag abgegeben stimmen ankommen.

frank franki
00

was soll daran bitte nicht demokratisch sein?
die paar tage, die ihnen an "information" fehlen, sind vernachlässigbar ...

ruthwinkler
00
Und wie ist das mit Wien?

Wien ist mit einer Frist von acht Tagen nach der Wahl bei den besonders problematischen Bundesländern, und hat bei der lustigen "Volksbefragung" auch schon gezeigt, wie das geht, dass erstaunlich spät eintreffende Stimmen das Ergebnis noch ändern... Wenn man sich im Nationalrat "vorstellen kann, etwas zu ändern" ist das sehr gut, aber in Wien sind die Wahlen schon im Oktober, da muss schneller was geschehen.

rks
 
01

So nebenbei am Ende des Artikels: die ÖVP will tatsächlich e-voting bei der Nationalratswahl?

living reef
00
Briefwähler erklären zwar eidesstattlich, dass sie ihre Stimme vor Wahlschluss abgegeben haben

das hat genau so eine praktische relevanz wie der vorschlag eines österreichischen oberkatholen, dass wiederverheiratete geschiedenen dann die kommunion enpfangen dürfen, wenn sie in der neuen liebesbeziehung keusch und enthaltsam leben...reine augenauswischerei und weltfremd sind beide regelungen. die briefwahl ist und bleibt manipulationsfähig und sollte wieder abgeschaft werden.

Pumuckel Salzstreuer
00
Briefwähler haben noch weitere Möglichkeiten zur Anarchie...

sie müssen ja auch eidesstattlich erklären, dass sie die Wahl unbeeinflusst und beobachtet vorgenommen haben. Mit diebischem Vergnügen beobachten mein Mann und ich uns seither beim ausfüllen der Briefwahlzettel...

(13-1)te fee
10
Die Manipulation mittels Wahlkarten ist doch sonnenklar.

Die einzige Mögllichkeit, ein nachträgliches taktisches Wählen NACH Schluß der Wahllokale zu verhindern ist, dass nur diejenigen Wahlkarten gewertet werden, die zum Wahlschluss schon eingelangt sind.

Glawischnig hat doch am Wahlsonntag Abend ihre Wähler förmlich aufgefordert, nachträglich taktisch zu wählen.
In der heutigen Zeit zählt doch ein Eid nicht mehr (damit bestätigt man auf dem Kuvert die rechtmäßige Stimmabgabe).

rks
 
00

Sie verwechseln Wahlkarten und Briefwahl.

Mit Wahlkarte können Sie Ihre Stimme in nur einem anderen Wahllokal abgeben, sonst gibt es keinen Unterschied.

Die Briefwahl ermöglicht die Wahl ohne Wahllokal, daher ist auch der Zeitpunkt der Abgabe nicht direkt kontrollierbar.

The Dark
00
Naja

da dürften aber Wahllokale bei bundesweiten Wahlen auch nicht länger als 14 Uhr offen haben. Weil ab 14 Uhr kann man mit etwas "googeln" meistens auch schon die Hochrechnungen sehen.

Pumuckel Salzstreuer
00
Oder durch...

persönliche Kontakt in jeder Parteizentrale oder beim ORF oder Standard...

Mike Webman
13
Briefwahl wieder abschaffen !

Taktisch wählen - was soll das heißen ? Dass sich jemand vor der ORF Berichterstattung krummlacht, eines oder mehrere Biere aufmacht, um dann dem vorläufigen Gewinner ein weiteres Kreuzerl zu verpassen, damit er selbst nicht als Verlierer dasteht ?
Die Briefwahl selbst soll wieder abgeschafft werden, weil sie der Manipulation Tür und Tor öffnet.

hcl
00

Also mit ein wenig Kontakten, weiß man gegen 16 Uhr schon ziemlich genau, wie die Hochrechnung um 17 Uhr aussehen wird. Wenn's bei der einen oder anderen Partei knapp wird, kann man dann ohneweiters noch taktisch wählen.

Pumuckel Salzstreuer
00
Das ist schon richtig...

aber in Wirklichkeit weiss man ja schon vorher durch Vorhersagen und Trends wie's läuft - das hat sich ja bei den letzten Wahlen immer wieder gezeigt, die Vorhersageinstitute können gar nicht so schnell die Modelle korrigieren, wie die blauen und grünen WählerInnen taktisch mobilisieren.

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