Was Zahnärzte beachten sollten

2. Juni 2010, 13:45
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Die Krankheit verursacht Veränderungen an und im Mund

Der Lupus erythematodes (LE) ist eine chronisch entzündliche Autoimmunerkrankung, deren Entstehungsmechanismus nicht geklärt ist. Die Krankheit verursacht Veränderungen im Mundbereich, die Zahnärzte bei der Behandlung dieser Patienten besonders beachten sollten, teilt die Private Universität Witten/Herdecke in einer Aussendung mit.

Namensgebend ist eine Hautrötung (Schmetterlingserythem) an Wangen und Nasenrücken, die dem Biss eines Wolfs ähneln soll (Lupus erythematodes, "roter Wolf"). Der Lupus erythematodes gehört zu den rheumatischen Erkrankungen mit unterschiedlichem Verlauf bzw. unterschiedlichen Ausprägungen, betroffen sind vor allem junge Erwachsene.

Veränderungen im Mund

Die Krankheit verursacht Veränderungen an und im Mund, die Zahnärzte bei der Behandlung dieser Patienten besonders beachten sollten. Das hat ein Team von Zahnärzten aus Witten und Köln um Jochen Jackowski von der Universität Witten/Herdecke jetzt untersucht. Je nach Ausprägung des Lupus erythematodes treten Veränderungen der Mundschleimhaut auf. Bei der so genannten systemischen Lupus erythematodes ist rund ein Drittel der Patienten betroffen, bei vielen der weiche und harte Gaumen, seltener die Wangenschleimhaut oder die Zunge. Bei der chronischen Ausprägung finden sich Symptome häufig an den Lippen und im Bereich des Lippenrotes, weniger im Inneren des Mundes. Eine Xerostomie (Mundtrockenheit) kann vorkommen.

Verzögerte Wundheilung und Infektionsgefahr

Ergebnisse einer Langzeit-Untersuchung zur Erfassung der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität von 747 Patienten mit Lupus erythematodes zeigten, dass Patienten offensichtlich unter ausgeprägten Veränderungen im Mund leiden, die zu einer erheblichen Verschlechterung der Lebensqualität führen. Diese gehen insbesondere mit Schmerzen im Mundbereich einher. Für die Behandlung von Patienten mit LE sind die verzögerte Wundheilung und Infektionsgefahr durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, ebenso zu beachten wie die mögliche Sekundärinfektion durch einen Mangel an weißen Blutkörperchen. Außerdem können die Patienten allergisch auf Penicillin oder Sulfonamide reagieren und die Blutungsneigung kann durch einen Mangel an Thrombozyten erhöht sein. (red)

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