BP droht historische Klageflut

2. Juni 2010, 12:06
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Trotz der enormen Kosten, die dem Ölkonzern durch die gesunkene Plattform entstehen, wird BP laut Einschätzung der US-Regierung nicht kollabieren

Washington - Der Ölkonzern BP wird durch die Folgen der Öl-Pest im Golf von Mexiko nach Einschätzung der US-Regierung nicht kollabieren. Der britische Konzern sei groß genug, um die finanziellen Folgen der Krise auf sich nehmen zu können, sagte Robert Gibbs, Sprecher des Weißen Hauses, auf die Frage, ob die Regierung befürchte, BP könne durch die Katastrophe finanziell ruiniert werden. Es gehe um einen Konzern mit einer so hohen Marktkapitalisierung, dass er für die Kosten der Ölpest aufkommen könne und wolle, sagte Gibbs.

Schadenersatz droht

Möglicherweise kommen auf BP viele Milliarden Dollar Kosten zur Begleichung von Schadenersatz wegen der Ölpest zu. Schon aktuell summieren sich die Kosten für den Konzern nach Angaben vom Dienstag auf knapp eine Milliarde Dollar (823 Mio. Euro). Zudem gerät der Aktienkurs immer weiter unter Druck. Allein am Dienstag verloren die Papiere zeitweise weitere rund 15 Prozent, womit nochmals 23 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet wurden.

Vor rund sechs Wochen war eine BP-Bohrplattform im Golf von Mexiko gesunken. Seitdem strömen aus einem defekten Bohrloch jeden Tag hunderttausende Liter Öl ins Meer. BP ist es bisher nicht gelungen, das Leck abzudichten. Die USA stehen nach Einschätzung von Experten vor der größten Umweltkatastrophe ihrer Geschichte. Auch Präsident Barack Obama gerät angesichts des weiter auslaufenden Öls immer mehr unter Druck. Die Regierung hat nach eigenen Angaben aber weder das Wissen noch die Technik, um das Leck schließen zu können.

Der Kurs der Aktie des britischen Energiekonzerns fiel am Mittwoch zu Börsenbeginn erneut um drei Prozent. Bereits am Tag zuvor stürzte die BP-Aktie in London um rund 15 Prozent ab. Seit der Explosion und dem Untergang der Plattform "Deepwater Horizon" vor sechs Wochen summieren sich die Wertminderungen der BP-Aktie auf mehr als ein Drittel des Börsenwerts. (APA/Reuters)

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