WU plant zusätzliche Eingangsphase zur Eingangsphase

2. Juni 2010, 11:37
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WU-Rektor Badelt: Geht um Ressourcenkonzentration - ÖH: Studium schon selektiv genug

Wien - Die Wirtschaftsuniversität (WU) plant eine Art Eingangsphase für ihre Studieneingangsphase. Ab dem kommenden Wintersemester sollen die Studienanfänger der beiden Bachelor-Studien (Wirtschaftsrecht bzw. Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) zunächst vier bestimmte Prüfungen absolvieren müssen, bevor sie zu allen anderen Prüfungen der Studieneingangsphase antreten können. Laut dem WU-Studenten-Newsletter wird der Studienplan demnächst in diesem Sinn geändert.

Prüfungsplanung wird überarbeitet

Um zu allen anderen Prüfungen der Studieneingangsphase anzutreten, müssen ab dem kommenden Wintersemester zunächst die Prüfungen "Einführung in die Betriebswirtschaftslehre", "Mathematik", "Grundlagen der Volkswirtschaftslehre I" und "Wirtschaft im rechtlichen Kontext - Europäisches und öffentliches Wirtschaftsrecht I" abgelegt werden. Insgesamt sind je nach Studienzweig 14 bzw. 15 Prüfungen in der Studieneingangsphase abzulegen. Durch die Änderungen muss die gesamte Lehrveranstaltungs- und Prüfungsplanung für das kommende Semester überarbeitet werden.

Von der Studienplanänderung betroffen sind nicht nur die Studienanfänger ab dem kommenden Studienjahr, sondern auch alle Studenten, die bisher noch keine einzige der vier künftigen Einstiegsprüfungen absolviert haben.

Nur drei Prozent in der Regelstudienzeit

Die Hochschülerschaft an der WU erklärt sich die Studienplanänderung damit, dass die WU damit künftig weniger Lehrveranstaltungen anbieten muss - nämlich in jenen Fächern, die "hinter" den Einstiegsprüfungen liegen. Für die Studenten bringe die Änderung keinerlei Vorteile, hieß es: "Das Studium ist schon selektiv genug." Nicht einmal drei Prozent aller Studenten schafften es derzeit in der Regelstudienzeit.

Bei der Maßnahme gehe es wie eigentlich in der gesamten Studieneingangsphase "einzig ums Selektieren", betonte man seitens der Hochschülerschaft. Wenn man von einem dreijährigen Studium ein ganzes Jahr lediglich für die Auswahl der Studenten mittels Multiple-Choice-Prüfungen aufbringe, bleibe nicht mehr viel übrig.

Reaktion auf Ablehnung der Zugangsregelung

Der Rektor der WU, Christoph Badelt, bezeichnete die Maßnahme als "eine der geplanten Reaktionen auf die Ablehnung des Antrags der WU auf Zugangsregelungen" nach dem sogenannten Notfallparagraphen im Universitätsgesetz. Diese Regelung sieht vor, dass im Falle von "unvertretbaren Studienbedingungen" aufgrund der erhöhten Nachfrage ausländischer Staatsangehöriger für jene Studien, für die in Deutschland der Numerus clausus gilt, Zugangsbeschränkungen eingeführt werden können. Die WU wollte die Zahl der Studienanfänger ursprünglich auf 2.000 begrenzen, was von der SPÖ, deren Zustimmung im Ministerrat notwendig wäre, abgelehnt wurde. Insgesamt beginnen an der WU rund 7.000 Studenten ein Studium. Es gehe bei der nunmehrigen Maßnahme um eine "weitere Ressourcenkonzentration", sagte Badelt, das sei "das letzte, was wir ressourcenmäßig aus der Eingangsphase herausholen können". (APA)

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