URL-Kürzer pfeifen auf Einnahmequellen

2. Juni 2010, 10:18
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Populäre Services dienen als Datensammler

URL-Kürzer haben - nicht zuletzt dank Twitter - im vergangenen Jahr einen wahren Höhenflug erlebt. Services wie Bit.ly, Tinyurl und Ow.ly sind bei den Nutzern des Microblogs äußerst populär. Trotzdem hat das Geldverdienen für die Anbieter nur wenig Relevanz, berichtet AdvertisingAge. Viele Dienste liegen in privater Hand und werden von Risikokapitalgebern gestützt. Einige machen ein wenig Umsatz mit kostenpflichtigen Zusatzangeboten, andere wiederum verdienen etwas mit dem Verkauf von gesammelten Daten.

"Marketing-Leute lieben Klickstatistiken und Kurz-Links erzeugen diese auf eine elegante Art und Weise", sagt James Governor, Analyst bei RedMonk. "Anstatt zu messen, wie viele Leute auf eine Seite kommen, wird damit gemessen, wie viele man auf andere Seiten geschickt hat."

Große Anbieter stellen Umsatz beiseite

Große Anbieter von Kurz-Link-Diensten wie Google (Goo.gl) oder Facebook (Fb.me) - beide starteten ihre Services Ende vergangenen Jahres  - haben nicht den Umsatz im Fokus. Die URL-Kürzer sind vielmehr ein kostensparender Weg, Nutzer enger an die Marke zu binden und Daten darüber zu sammeln, was diese lesen, sich anschauen bzw. wohin sie im Web surfen.

Bit.ly hat das Datensammeln bereits konkret umgesetzt und bietet mit Bit.ly Pro seit Dezember ein kostenloses "Dashboard" inklusive Klickanalyse. Darüber hinaus wird auch eine Business-Version für 995 Dollar im Monat angeboten, die dann ausführliche analytische Daten bietet, unter anderem Klickraten in Echtzeit. Laut eigenen Angaben verzeichnet der URL-Kürzer derzeit 4,2 Mrd. Klicks im Monat.

Andrew Cohen, General Manager bei Bit.ly, glaubt, dass Kurz-Linkdienste dadurch bestechen, dass sie das Problem der Verlage, mit Social Media umzugehen, adressieren. "Twitter und Facebook erzeugen Traffic und Umsatz, aber was passiert mit dem Content, wenn er die eigene Seite verlässt? Wird das Branding zurückgelassen?" Das seien jene Fragen, auf das Business-Paket von Bit.ly Antworten geben könne, so Cohen.(pte)

 

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