Dem "Bernd, das Brot" sein Auto

2. Juni 2010, 16:38
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Das japanische Kultauto Nissan Cube 1,6 ist kastig, aber sicher nicht schauderhaft

Über die verdunkelten Scheiben war ich richtig froh, als ich beim Burgtheater auf meinen Mitfahrer wartete. Denn - ich gestehe - ich genierte mich, als die Theaterbesucher mit dem Finger auf den Cube zeigten. Die haben sich halbtot gelacht und böse Bemerkungen gemacht - von wegen schauderhaft und so.

Aber das ist ungerecht. Wenn der kofferfischartige Nissan etwas ist, dann vielleicht etwas kastig, wie Bernd, das legendäre TV-Brot. Aber schauderhaft ist der Cube sicher nicht!

Im Prinzip ist er "Erst-haha-dann-aha-Auto": Hat man sich an den angewandten Kubismus einmal gewöhnt (zunächst werden drinnen ein wenig Autobusassoziationen geweckt), überzeugen die inneren Werte: Ein intelligentes Raumkonzept, bei dem Praktiker mitreden durften. Viel Platz in einem an sich kleinen Auto.

Die Rückbank lässt sich auch in der Grundausstattung um 24 Zentimeter verschieben, der Kofferraum vergrößert sich so von 260 auf 410 Liter.

Ungewöhnlich, aber sehr sympathisch ist das Papier-Rollo unter dem Glasdach. Es schützt vor Sonne und macht den Raum hell und freundlich.

Bei der scheunentorartigen Hecktür ist es umgekehrt. Sie sieht praktisch aus, ist es auch - aber eben nur, bis man sich zum ersten Mal in eine Parklücke hineingezwängt hat und zum Nachbarn nur ein halber Meter bleibt. Dann wird Ausladen mühsam.

Unauffällig ist das japanische Kultauto, das sich mit "Zen", "Iki" und "Kaado" stufenweise um Extras wie Start-Stopp-Automatik, Klimaautomatik, USB- und MP3-Schnittstelle aufrüsten lässt, bei der Motorisierung: Bewährte Technologie, wie wir sie aus Fernost gewohnt sind. Nicht wirklich sparsam, aber tadellos. (Luise Ungerboeck/DER STANDARD/Automobil/28.05.2010)


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Nissan

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  • Wer um jeden Preis auffallen will, nimmt das Würfelauto ganz in Weiß.
    foto: christian fischer

    Wer um jeden Preis auffallen will, nimmt das Würfelauto ganz in Weiß.

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