Wertschöpfung sank in Steiermark und OÖ am stärksten

2. Juni 2010, 09:34
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Industrie-Bundesländer von Wirtschaftskrise mehr betroffen - Regionen mit Binnennachfrage-Orientierung stehen besser da

Wien - Die industriegeprägten Bundesländer Steiermark und Oberösterreich haben im Vorjahr mit minus 5,0 bzw. minus 4,9 Prozent den stärksten Rückgang der Bruttowertschöpfung hinnehmen müssen, gefolgt von Vorarlberg mit minus 4,8 Prozent. Wien und das Burgenland mit ihrem niedrigen Industrieanteil waren von der Wirtschaftskrise weniger betroffen: Hier ging die Bruttowertschöpfung real nur um 2,6 bzw. 3,5 Prozent zurück, geht aus Wifo-Daten von Mittwoch hervor. Bundesweit sank sie im Schnitt (ohne Land- und Forstwirtschaft) um 4,1 Prozent.

Unter der Rezession litt 2009 vor allem die exportintensive Wirtschaft in den Industriebundesländern Österreichs. Nach Wifo-Schätzungen verzeichnete dabei die Steiermark aufgrund eines Einbruchs der Sachgüterproduktion den stärksten realen Rückgang der Wirtschaftsleistung. In Niederösterreich (-4,7 Prozent) war demnach die Krise der Sachgüterproduktion maßgeblich für den Rückgang. In OÖ und Vorarlberg waren die Einbußen in der Sachgütererzeugung zwar etwas schwächer, schlugen aber aufgrund des hohen Gewichts des Sektors an der Realwirtschaft stärker auf das Gesamtergebnis durch.

Deutlich besser schnitten laut Wifo jene Bundesländer ab, deren Wirtschaft sich überwiegend an der Binnennachfrage orientiert. Kärnten verzeichnete wegen einer unterdurchschnittlichen Entwicklung in der Sachgütererzeugung und der Bauwirtschaft einen Rückgang der Bruttowertschöpfung von 4,5 Prozent. Im Burgenland wurde dagegen der leicht unterdurchschnittliche Verlauf der Sachgüterproduktion durch ein überdurchschnittliches Tourismusergebnis und die Ausweitung der Nachfrage des öffentlichen Sektors kompensiert.

In Tirol (-4,3 Prozent) verhinderte laut Wifo die leicht überdurchschnittliche Sachgüter-Entwicklung deutlichere Verluste, in Salzburg (-4,2 Prozent) eine bessere Situation im Handel. Von der Krise am wenigsten betroffen war die Wirtschaft in Wien: Hier schrumpfte die Wertschöpfung infolge des geringen Sachgüteranteils und des hohen Anteils des öffentlichen Sektors am geringsten. (APA)

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