Wie Burgenlands Volksgruppen wählten

1. Juni 2010, 18:36
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Eisenstadt/Kismarton/Željezno - Da konnten die Schwarzen erstmals wirklich jubeln. In Stinatz/Stinjaki, wo Andreas Grandits im heurigen Jänner der traditionsreichen SPÖ-Hochburg Stinatz den Bürgermeister abspenstig machen konnte, hat man 7,5 Prozentpunkte zugelegt. Zwar hat die ÖVP dort auch bloß 30,7 Prozent erreicht. Aber, so hieß es am Sonntag in Eisenstadt, also Željezno, immerhin. Traditionell ist es so, dass die zweisprachigen Gemeinden im Norden eher rot, die südlich des Sieggrabener Berges - vor allem jene des Bezirks Oberpullendorf - eher schwarz wählen.

In Großwarasdorf / Veliki Borištof, wo Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich seine Stimme abgab, verloren die Schwarzen freilich 7,4 Prozentpunkte und liegen nun hinter den Roten. Verloren (minus 3,2 Prozentpunkte) haben dort aber auch die Grünen, deren lokaler Hero, Joško Vlasich, sich ja zurückgezogen hat. Nicht viel anders erging es Grete Krojer in Wulkaprodersdorf/Prodrštof mit vier Prozentpunkten. In Nikitsch/Filež, wo Verteidigungminister Norbert Darabos wählte, kam die SPÖ auf 47,5 Prozent.

In den vier ungarischsprachigen Gemeinden liegt klar die SPÖ voran. Nur in Unterwart/Alsóõr kommt die ÖVP auf 50,8 Prozent. Überall anders - in Oberpullendorf/Felsöpulya, Sziget in der Wart/Örisziget und Oberwart/Felsõõr - liegt die SPÖ voran, wenn auch nirgends mit absoluter Mehrheit. Die Roma, vierte Volksgruppe des Burgenlandes, wird nicht gesondert ausgewertet. (wei, DER STANDARD, Printausgabe, 2./3.6.2010)

 

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