Wenig Hochqualifizierte in Österreich

1. Juni 2010, 18:17
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Folge der geringen Akademikerquote - Geringer Frauen- und hoher Ausländeranteil

Wien - Österreich verfügt im europäischen Vergleich über verhältnismäßig geringe Humanressourcen in Wissenschaft und Technik. Das zeigt der neue Forschungs- und Technologiebericht 2010. Hinter Österreich liegen in der EU nur Portugal, Rumänien und Tschechien. Grund dafür ist vor allem die niedrige Akademikerquote in Österreich bzw. unterschiedliche Ausbildungssysteme in der EU.

Als hochqualifiziert gelten demnach Personen, die sowohl einen tertiären Bildungsabschluss haben als auch in einem akademischen Beruf oder als Techniker bzw. in gleichrangigen Berufen tätig sind. In Österreich beträgt der Anteil der Hochqualifizierten an der Gesamtzahl der Beschäftigen demnach 11,5 Prozent, im EU-Schnitt sind es 17,1 Prozent. Über die meisten Humanressourcen in Wissenschaft und Technik verfügt demnach Luxemburg (26,3 Prozent), gefolgt von Belgien (23,7 Prozent) und Finnland (23,1 Prozent).

Akademikerquote von 18 Prozent

Hauptgrund für den schlechten Wert Österreichs ist die geringe Akademikerquote (18 Prozent, EU-Schnitt: 26 Prozent). Mit 29,7 Prozent nur leicht unterdurchschnittlich liegt Österreich dagegen bei einem Vergleich der Humanressourcen nach der Tätigkeit in einem akademischen Beruf bzw. als Techniker oder in einem gleichrangigen Beruf. Hier befindet sich Österreich im Mittelfeld der EU-Länder (EU-Schnitt: 29,9 Prozent). Das duale Ausbildungssystem sowie die Ausbildungen an berufsbildenden höheren Schulen führen laut Forschungs- und Technologiebericht dazu, dass in Österreich viele hochqualifizierte Berufe mit Personen der mittleren Ausbildungsstufen besetzt werden.

"Auffallend" ist laut Bericht auch der in Österreich "deutlich geringere Frauenanteil" bei den Hochqualifizierten: Haben im EU-Schnitt die Frauen die Überhand (51,4 Prozent), sind es in Österreich die Männer (53,5 Prozent). Verhältnismäßig hoch ist auch der Ausländeranteil unter den Hochqualifizierten in Österreich: Er beträgt rund 16 Prozent (EU-Schnitt: 9 Prozent) und wird im Forschungsbericht mit dem insgesamt höheren Ausländeranteil in Österreich begründet. (APA)

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