Fehlzeiten-Report

Beamte und Arbeitslose sind öfter krank

1. Juni 2010, 19:13

Krankenstandsquote bei Arbeitslosen verdoppelt

Wien - Beamte und Arbeitslose sind überdurchschnittlich oft krank. Das geht aus dem aktuellen Fehlzeiten-Report hervor, der vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger heute publiziert wird. Demnach weisen öffentlich Bedienstete (im Bund) 2008 eine etwa 10 Prozent höhere Krankenstandsquote auf als Arbeiter und Angestellte. Bei den Arbeitslosen steigt die Zahl der Krankenstände kontinuierlich an, während sie bei Beschäftigten sinkt.

30 Prozent "Kurzkrankenstände"

Recht oft wird man in Österreich kurz krank. So genannte "Kurzkrankenstände" stellen 30 Prozent der gesamten Fehlzeiten dar. Lange Krankenstandsepisoden sind dagegen selten. Nur knapp 16 Prozent aller Fälle dauern länger als zwei Wochen. Ältere Arbeitskräfte treten zwar seltener als die Jungen einen Krankenstand an, sind jedoch überproportional oft von langen Krankenstandsfällen betroffen. Das führt dazu, dass die Krankenstandsquote der Über-50-Jährigen deutlich höher als jene der restlichen Altersgruppen ist.

Neben den Unterschieden nach Altersgruppen können Abweichungen in der Krankenstandshäufigkeit nach Berufen beobachtet werden. So verbrachten Arbeiter 2008 nach wie vor um 76 Prozent mehr Zeit im Krankenstand als Angestellte. Bauwesen, Sachgütererzeugung und Landwirtschaft sind die Sektoren mit den höchsten Krankenstandquoten. 

Krankenstandsquote bei Arbeitslosen verdoppelt

Dramatisch ist die Entwicklung bei Arbeitslosen, die durchschnittlich 32,5 Krankenstandstage im Jahr vorweisen. Dieser Wert liegt um 5,5 Prozentpunkte oder 20 Tage im Jahr höher als jener für die Berufstätigen. Während die Krankenstandsquote der Beschäftigten mit 3,4 Prozent zuletzt deutlich niedriger war als zu Beginn des Jahrzehnts (3,9) oder am Anfang der 1990er-Jahre (4,2), ist jene der Arbeitsuchenden im selben Zeitraum von 4,7 auf 7,8 und zuletzt 8,9 Prozent angestiegen und hat sich damit beinahe verdoppelt. Überraschend unterschiedlich ist die Lage in den einzelnen Bundesländern. So waren in Salzburg die Beschäftigten im Schnitt nur 9,9 Tage im Jahr krank. Die niederösterreichische und die oberösterreichische Gebietskrankenkasse verzeichneten dagegen mit 14,1 bzw. 13,6 Tagen die höchsten Krankenstände. 

Wirtschaftskammer will Krankenstände senken

Die Wirtschaftskammer fordert angesichts der Ergebnisse des Fehlzeitenreports Gegenmaßnahmen. Generell plädiert der Leiter der Abteilung für Sozialpolitik Martin Gleitsmann für mehr Gesundheitsförderung und Prävention. Allerdings erwägt er in einer Aussendung auch Änderungen beim Krankengeld. Die Ausgaben für diese Leistung seien innerhalb von zwei Jahren um ca. 21 Prozent auf 509 Mio. Euro angestiegen. Die Gebarungsvorschau für 2010 rechnet mit einem weiteren Anstieg der Ausgaben für das Krankengeld auf circa 547 Mio. Euro. Dieser Betrag könne sich jedoch durch die steigende Arbeitslosenzahl stark vermehren. Denn im Durchschnitt verzeichneten Arbeitslose etwa 2,5 mal mehr Krankenstandstage als Beschäftigte.

Brisant sind aus Sicht der Kammer die gesetzlichen Rahmenbedingungen: Momentan verlängert der Krankengeldbezug den Arbeitslosengeldbezug, da hier keine Anrechnung auf die Bezugsdauer erfolge. Diese Gesetzeslage könne zu Missbrauch führen. Daher sollte der "institutionelle Rahmen einer eingehenden Prüfung unterzogen und gegebenenfalls angepasst werden, um Missbrauch entgegenzusteuern."

(APA)

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Posting 1 bis 25 von 183
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Michael Aires
00
26.1.2011, 10:06
solang sich für arbeitslose der krankenstand dermassen rechnet

und man damit kurse vereitelt, wird sich da nix ändern - aber als berufstätiger bin ich ja stolz, die krankheiten der unterbeschäftigte kräftig mitfinanzieren zu dürfen

Laughing-Man
00
gibts

arbeitslose beamte?

!Semper fi
 
01

Als Beamter in so eine Situation zu geraten ist eher unwahrscheinlich.Ein ASVG abhängiger immer.

living reef
11
aus derarbeitslosen kann ich wegen langer krankenstände nicht gekündigt werden

es zahlt halt die krankenkasse und das entlastet wieder das ams und scheint somit auch nicht wirklich ein problem zu sein...übrigens hängt der erfolg so mancher kursmaßnahme auch mit der intensität der anwesenheit zusammen. wenn - wie durchaus belegbar - ein teil der kursgruppe häufige krankenstandsabsenzen hat, wirkt sich das für diese gruppe natürlich auf den erfolg nieder. übrigens sind besonders die drei-tageskrankenstände ein ams-phänomen. interressant wie da nach drei tagen wieder gesund geworden ist, nur dass man nicht zur wgkk gehen muß um die auszahlung zu beantragen. drei tage zahlt das ams immer weiter...20% selbstbehalt wie bei den selbständigen und der kst-mißbrauch in diesem bereich wird sicher zurückgehen!

kleineMeinung
00
Momentan verlängert der Krankengeldbezug den Arbeitslosengeldbezug

??? Vielleicht ist mein Wissenstand ja falsch, aber so weit ich weiß schläft oder ruht der Arbeitslosengeldbezug während des Krankengeldbezugs. Das bedeutet dass wenn ich (Hausnummer) 60 Tage Arbeitslosengeld erhalte und in den 60 Tagen 5 Tage krank gemeldet bin, erhalte ich nur das Krankengeld. Die 5 Tage Arbeitslosengeld werden mir nur danach "verspätet" ausgezahlt. Also "60" - "65" Tag. Es sind aber noch immer insgesamt 60 Tage Arbeitslosengeldbezug.
Kann mir jemand, der sich damit auskennt bitte erklären inwieweit mein Wissenstand fehlerhaft ist bzw. wie der Krankengeldbezug den Arbeitslosengeldbezug also verlängert???

PS.: bin seit Jahren berufstätig und möchte es nur aus Interesse wissen.

durazell
10
Das "PS" finde ich ein bißchen peinlich, aber hier die Antwort:

Nach 3 Tagen Krankenstand wird das Taggeld nicht mehr vom AMS sondern von der jeweiligen Krankenkassa gezahlt. Zu einer Verlängerung der Dauer des ALG Bezuges kommt dadurch nicht, es ändert sich der Topf, aus dem das gezahlt wird.

Cloon
 
01
und was..

unternehmen wir bei den Beamten ?? :)

lg CLoon

malocher99
00
Langer Krankenstand

Umso werktätiger, desto gesünder. http://snipurl.com/x0vdn

Che - rald
03
Krankenstand und Krank sein

sind nicht zwingend das gleiche !
Der Beamte bleibt eben zuhause, wenn er krank ist !
In der Privatwirtschaft gibt es sehr oft diese Fehltags "Rankings" , die dann bei der nächsten Kündigungswelle wieder als Entscheidungshilfe herangezogen werden , was zur Folge hat, daß sich so mancher auf allen Vieren an seinen Arbeitsplatz schleppt, damit er nicht in die Top 10 kommt!
Der 2. Punkt ist, daß man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen kann: ich kann mich locker mit Fieber und starken Schnupfen vor den Pc setzen(Angestellter), jedoch auf dem Gerüst(Arbeiter) rikier ich in dem Zustand mein Leben !
Solche Sozialstudien sind meiner Meinung nach ein sinnloses Konflikt schüren, initiiert von Politikern deren Erfolg auf solchen Methoden basiert

Che - rald
02

Diese ganze Diskussion ist doch wieder mal der totale Schwachsinn !
Zum einen müssen krankenstand und Krank sein nicht zwingend etwas miteinander zutun haben ! => der Beamte bleibt halt zu Hause, wenn er krank ist ! In der Privatwirtschaft gibt's zumeist eine Fehltagsliste, die bei der nächsten Kündigungswelle wieder als Entscheidungshilfe herangezogen wird, was zur Folge hat, daß sich so mancher auf allen Vieren an den Arbeitsplatz quält, um nicht in die Top 10 zu geraten !
Zum anderen kann man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Denn ich kann mich locker mit Fieber und Starkem Schnupfen im Büro(Angestellter) vor dem PC setzen, jedoch auf dem Gerüst(Arbeiter) riskier ich mein Leben !
Solche Studien sind nur ein dummes Konflikt schüren!

egon edi ohne strachwitz
02
fazit

je älter ein arbeitnehmer wird,desto gesünder muss er werden.
sads wo angrennt.
welche idioten sind da am werken?
welche glauben,dass alle menschen noch mit 65a mit leib und seele ihren beruf ausüben können.und selbst wenn sie es wollen und können wollen-65a sind 65a und dann ist die physische grenze erreicht,auch wenns manche nicht wahrhaben wollen.
denjenigen,die das nicht und nicht wahrhaben wollen-denen wird ein kämmerlein gegeben-zum sitzen.

Keyser
03
Schöne Propaganda ...

"... könne zu Mißbrauch führen ..."

Demzufolge dürften Arbeitslose mit Anspruch auf Arbeitslosengeld auch nicht mehr in AMS-Kurse geschickt werden. Dadurch verlängert sich ebenfalls der Anspruch auf Arbeitslosengeld um einige Monate.

Das der Krankenstand bei Arbeitslosen steigt, weil längere Arbeitslosigkeit krank macht, ist auch nichts neues. Und ich würde wetten, die Krankenständler sind vor allem Langzeitarbeitslose. Die bekommen aber Nostandshilfe, kein Arbeitslosengeld. Sie haben dadurch keine "Vorteile."

Die Kassen wollen sparen. Mit Prävention ist da nicht viel zu machen. Arbeitslosigkeit lässt sich dadurch nicht verhindern, und die Art der "Behandlung" beim AMS auch nicht.

VI SHU
00
Krankenstandsquote bei Arbeitslosen verdoppelt

kein wunder, immerhin hat das AMS ja auch die sinnlos-kurse ("wie bewerbe ich mich richtig", "wie schalte ich einen pc ein", "wie lache ich richtig") verdoppelt...

Colette
00
WK will Krankenstände senken

... die in den letzten Jahren wegen der angespannten Arbeitsmarktlage ohnedies stetig gesunken sind. Wer's nicht glaubt: Statistik Austria http://www.statistik.at/web_de/st... ndex.html.
Fragt sich, ob das krank arbeiten gehen irgend jemandem nützt, einschließlich der WK.

egon edi ohne strachwitz
02
wenn das wahr sein sollte mit den flugstunden

meld ich mich sofort beim ams an.
dann werd ich aua-lufthansa-fly niki-pilot .
co-pilot mit 55a,kapitän mit 70a.
und mit 80a steuer ich a-380 von schwechater bis zum rechthater.

Cato der Ältere1
510
Beamte und Arbeitslose,...

..beide arbeiten nix und sind mehr krank...

..gibt es da vielleicht einen Zusammenhang??

Cloon
 
05
zum Zusammenhang..

die Arbeitslosen gehen zumeist in den K.Stand, damit man sie nicht mit blödsinnigen Kursen sekkiert..
zumal ein Krankenstand für arbeitslose nix als rumlauferei bedeutet..da lässt man sich lieber nicht Krank schreiben (es sei denn es droht - wie oben erwähnt - ein Deppenkurs)

bei den Beamten wirst oft sogar schief angeschaut wennst nicht zumind. ein wenig in den KS gehst (natülich nicht überall)..ausserdem kann man sich als Beamter "ein bissal" mehr erlauben als zB ein Arbeiter/Angestellter ;)

lg CLoon

egon edi ohne strachwitz
31
es giebt einen sehr,sehr grossen unterschied

beamte vertreten den staat und arbeiten im interesse der bürger nach allen geltenden gesetzen und regelungen(daher sind wir kein griechenland)
arbeitslose sind aus den unterschiedlichsten gründen(meist unverschuldet)vom arbeitsprozess aussortiert und ausgemustert worden-sprich von den privaten(soziale rücksicht ein fremdwort)-money nur.

privat=cash und privat pfeift auf menschen.
nur wenns schiefgeht ist der mensch als retter wieder kurzfristig geldinteressant.dann wieder nicht mehr.

egon edi ohne strachwitz
00
giebt= gibt

egon edi ohne strachwitz
00
sicher,weil

weder die frage,noch die auswertung hinken.

PaterPäderasty
00
Ah, deshalb ist das AMS kein Amt mehr!


Bei den gleichen Qualifikationen der Klientel müssten sie dort tagtäglich um ihre Jobs fürchten.
:)

PaterPäderasty
00

...zu blöd die sind ja unkündbar..

kleineMeinung
01
wirklich?

Ich dachte die Pragmatisierung (wenn man die so schreibt) bzw. Unkündbarkeit für Beamte gibt es nicht mehr?

Duck of Death
05

Lieber so wie mein Exchef. Sich halbtot in die Arbeit schleppen, dort dann nur herumsitzen, Tee und Orangensaft trinken, und möglichst viele Leute anstecken.

Naschgul
00

Ha, ja, so einen Chef hatte ich auch mal...

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