US-Börsen: Wall Street schließt mit Abgaben

1. Juni 2010, 22:57
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Ölsektor weiter schwach

New York -  Sorgen um das Tempo des weltweiten Wirtschaftswachstums und deutliche Kursverluste im Energiesektor haben den US-Börsen am Dienstag zugesetzt. Im Handelsverlauf hatten noch unerwartet robuste Konjunkturdaten den Markt gestützt. Die Stimmung der US-Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe ist im Mai nicht so stark gesunken wie befürchtet. Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Außerdem stiegen die Bauausgaben im April unerwartet deutlich an. Allerdings gewannen die Skeptiker im späten Handel erneut Oberwasser und sorgten für einen schwachen Ausklang.

Der Dow Jones Industrial Index fiel 112,61 Einheiten oder 1,11 Prozent auf 10.024,02 Zähler. Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index sank um 18,70 Punkte (minus 1,72 Prozent) auf 1.070,71 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index reduzierte sich um 34,71 Einheiten oder 1,54 Prozent auf 2.222,33 Zähler.

Unter den an der New York Stock Exchange gelisteten Titel standen sich 644 Gewinner und 2.418 Verlierer gegenüber. 78 Werte notierten unverändert. Insgesamt wurden rund 1.419,40 Mio. Aktien umgesetzt. Das Tageshoch erreichte der Dow Jones Industrial Index bei 10.218,33 Punkten, das Tagestief lag bei 10.013,90 Zählern.

Der Dow Jones Industrial Average (DJIA) schloss nach einem verlängerten Wochenende mit einem Minus von 1,11 Prozent bei 10.024,02 Punkten. Die US-Börsen waren am Montag wegen eines Feiertages geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,72 Prozent auf 1.070,71 Punkte. An der Nasdaq ging es ebenfalls abwärts: Der Nasdaq-100-Index fiel um 0,94 Prozent auf 1.835,04 Punkte, der Composite-Index schloss 1,54 Prozent tiefer bei 2.222,33 Punkten.

Die besser als erwartet ausgefallenen US-Daten wurden durch die Sorgen um die Eurozone und den möglichen Einfluss auf das weltweite Wirtschaftswachstum aufgehoben, sagte ein Marktexperte. Immerhin sei die Stimmung der Einkaufsmanager in der Eurozone schwächer als erwartet ausgefallen. Auch wenn die US-Wirtschaft weiter wachse und die Aussichten gar nicht so schlecht aussähen, so sei die große Frage, wie stark Europa Asien und Amerika beeinflussen werde.

Im späten Handel erwiesen sich vor allem die Energieaktien als Belastungsfaktor für den Markt. Der britische Ölkonzern BP hatte am Wochenende seine bisherigen Versuche, der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Einhalt zu gebieten, für gescheitert erklärt. Zwar will BP nun mit einer neuen Methode abermals versuchen, die Umweltkatastrophe vor der US-Küste zumindest einzudämmen. Die US-Behörden wollen nun gegen den Konzern vorgehen. Nach den prozentual zweistelligen Kursverlusten in Europa ging es auch für die in den USA gelisteten Aktien um knapp 15 Prozent abwärts. Der Ölfelddienstleister Halliburton verbuchte mit minus 14,82 Prozent auf 21,15 Dollar seinen größten Kursverlust seit November 2008. Zudem hatten die Analysten von Goldman Sachs die Titel im Zuge der Ölpest im Golf von Mexiko von der "Conviction Buy List" genommen.

Bei den Technologiewerten stachen Apple und Adobe Systems positiv hervor. Apple-Papiere reagierten mit plus 1,43 Prozent auf 260,83 Dollar positiv auf eine weitere Erfolgsmeldung beim neuesten Produkt des Konzerns, dem "iPad". Davon seien seit dem Marktstart vor knapp zwei Monaten zwei Millionen Stück verkauft worden, hatte der Elektronik-Hersteller am Montag mitgeteilt. Adobe zogen um 0,16 Prozent auf 32,13 Dollar an. Händler verwiesen hier auf eine Kaufempfehlung durch Merrill Lynch.

Hewlett-Packard entwickelten sich derweil in etwa mit dem Markt und fielen um 0,93 Prozent auf 45,58 Dollar. Der Computerbauer will durch vollautomatische Datenzentren 9.000 Stellen einsparen. Dafür will das Unternehmen über mehrere Jahre verteilt rund eine Milliarde Dollar in die Hand nehmen. Danach sollen die Kosten um 500 bis 700 Millionen Dollar niedriger liegen. American International Group (AIG) fielen um deutliche 3,19 Prozent auf 34,25 Dollar, da der geplante Verkauf des Asiengeschäftes an den britischen Versicherer Prudential zu scheitern droht. (APA)

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