Zeuge zu Jagdhüttenbrand im Burgenland

01. Juni 2010 15:00

Heftige Diskussionen um widersprüchliche Angaben des Jägers

Der Prozess gegen 13 Tierschützer wegen Beteiligung an einer kriminellen Organisation nach Paragraf 278a StGB am Landesgericht Wiener Neustadt ist am Dienstag ins vierte Monat gegangen. Ein Jäger aus dem burgenländischen Zurndorf, wo im November 2007 eine Jagdhütte abgebrannt war, musste vor Gericht zu dem Vorfall Rede und Antwort stehen. Heftig diskutiert wurde vor allem über die unterschiedlichen Aussagen des Zeugen bei den polizeilichen Einvernahmen und vor Richterin Sonja Arleth.

Als er am 13. November 2007 zur Hütte kam und feststellte, dass sie abgebrannt war, seien zwei Radfahrer vorbeigefahren - einer von ihnen soll Martin Balluch, der Erstangeklagte, gewesen sein, schilderte der Zeuge. Balluch habe auch an einer Jagdstörung, die nur wenige Tage später stattfand, teilgenommen. Erkannt bzw. identifiziert habe er ihn aber erst bei einer Diskussion im Fernsehen, an der der Erstbeschuldigte teilnahm, erläuterte er. Dieser erklärte sein Erscheinen in dieser Gegend damit, dass er eine Fasanerie in der Nähe besucht habe.

Der Brand dürfte laut Aussage eines Polizisten, der einen Feuerschein wahrgenommen hatte, bereits am 11. November stattgefunden haben. Die Ursache ist nach wie vor unklar. Ein Sachverständiger konnte nicht feststellen, ob Brandstiftung oder eine Überhitzung beim Ofen schuld an dem Feuer war. Der Jäger gab bei einer polizeilichen Einvernahmen an, dass die eventuelle nicht sachgemäße Entsorgung der Ofenasche dazu geführt haben könnte. Er selbst habe aber nie Asche weggeworfen, bei diesem Ofen sei nämlich praktisch keine angefallen, meinte er.

Diskussion

Über die Benützung des Ofens bzw. die Asche wurde im Schwurgerichtssaal heftig diskutiert - vor allem, weil der Betroffene bei den ersten Einvernahmen durch die Polizei die Benützung verschwiegen hatte - aus "Angst" vor seinen Chefs, denen die Hütte gehörte, weil er sie nicht gefragt hatte, wie er sagte. Dafür habe er u.a. von Hitzeschäden gesprochen, die Jahre zuvor beim Einheizen entstanden waren.

Der Zeuge gab an, am 11. November mit Kollegen in der Hütte gewesen zu sein und auch eingeheizt zu haben. Als er gegen Mittag gegangen war, sei keine Glut mehr dagewesen, erinnerte er sich. Laut einem anonymen Schreiben an die Versicherung soll der Mann gemeinsam mit anderen Jägern bis in die Nachtstunden in der Hütte gefeiert haben, wobei der Ofen überhitzt sein soll. Der Zeuge wies das zurück.

Das Verfahren gegen die Aktivisten wird am Mittwoch fortgesetzt. Dann pausiert die Verhandlung bis zum 14. Juni. (APA)

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19 Postings
nomam1
09.06.2010 14:21

dazu ist nur eines zu sagen dieser prozess ist eine farce und gleicht einem schwerbengericht mit anschließender prangerung...

Mim103
05.06.2010 13:26
Dialog aus dem Gerichtssaal an einem der ersten Tage:

Richterin: Ich habe Ihr Buch "Widerstand gegen die Demokratie" gelesen.
Balluch: Es heißt aber "Widerstand in der Demokratie".

Dieser Dialog bringt den ganzen Prozess auf den Punkt: Balluchs Verständnis von seiner Arbeit, das Verständnis der Richterin von seiner Arbeit, die Bereitscahft der Richterin, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, zumindest anfangs, und ihre Unfähigkeit, das Gehörte, bzw. Gelesene richtig zu erfassen.

Zacharias Zipfel
 
04.06.2010 15:42
Die Betreiber von Kleiderbauer haben vlt. einen Preis für

Zivilcourage verdient. Nicht jeder hält massiven Erpressungsversuchen mit offensichtlich üblen Methoden stand:

http://www.falter.at/web/print... php?id=767

Mim103
04.06.2010 16:59
Zipfel, net immer den gleichen link mit dem uralten Artikel posten!

Einmal ist genug.

King David
07.06.2010 15:00

Warum nicht? Informationen sind immer gut.

Zacharias Zipfel
 
02.06.2010 16:22
Erfreulicherweise haben die üblen Mafiaaktivitäten

die Erpressungsversuche und Anschläge gegen die Firma Kleiderbauer ein Ende, seit die Untersuchungshaft gegen die der kriminellen Organisation verdächtigte verhängt wurden. Das scheint mir doch schon ein Teilerfolg der Justiz zu sein: Man darf einfach den Erpressungsversuchen krimineller Organisationen nicht nachgeben: wegen ein paar Pelzkrägen Anschläge und Morddrohungen hinzunehmen ist für die Allgemeinheit nicht akzeptabel. So Profitabel die Spendenbeschaffung und Erbschleichrei bei demenzkranken alten Damen durch selbsternannte Tierschützer auch sein mag; wenn zu Gewalttaten aufgerufen wird oder diese verübt werden, hört der Spaß auf und die Strafverfolgung sollte zu Recht Ermittlungen und Verurteilungen realisieren.

zhang sanfeng
30.06.2010 13:48
unerfreulicherweise schon wieder diese üble lüge...:

"...Dieses Verfahren ist von der Realität eingeholt worden. In der Nacht von 2. auf 3. März 2010 wurden in einer Kleiderbauer-Filiale in Wien-Favoriten drei Auslagenscheiben zerstört", bringt Handler aufspringend vor. "Es dürfte ein Ziegelsteinwurf gewesen sei. Laut Bundesamt für Verfassungsschutz wurde Ziegelstaub gefunden. Was sagen Sie dazu?", setzt Arleth in Richtung Martin Balluch fort.

"Gestern wurde hier der Umstand, dass es seit Beginn der Tierschützermittlungen keine Sachbeschädigungen mehr gab, als Indiz gewertet, dass eine kriminelle Organisation existiert. Somit betrachte ich diese Neuigkeit als Zeichen meiner Unschuld."

http://derstandard.at/126774338... -Mafiaboss

Mim103
04.06.2010 16:17
Was meinen Sie mit "selbsternannte Tierschützer"?

Wer hat Sie denn zum Tierschützerhasser ernannt?

Zacharias Zipfel
 
04.06.2010 17:10
Ich mag nunmal keine Leute Leute, die sich verabreden,

offensichtlich um ehrbare Steuerzahler zu nötigen und allerlei Kriminalitäten zu begehen:
http://www.falter.at/web/print... php?id=767

Irgendwie hört der Spass bei der Menge an Straftaten, (mit denen die Leute angeblich alle nichts zu tun haben) auf. Man muss nicht kriminell werden, ein ehrlicher Beruf ist viel sinnvoller - das sollte die Lehre für die Verfahrensbeteiligten sein.

rastapeace
24.11.2010 19:41
"ehrbare Steuerzahler"

wer bitte ist ein "ehrbare Steuerzahler"? und wie kommen sie auf diese idee? haben sie die letzte bilanz von kleiderbauer gesehen? wie viel steuern kommen denn da rein? und wieso ehrbar? weil jemand geld en mass hat, fette autos u. große filialen besitzt ist er "ehrbar", oder wie?
können sie mir bitte die ideologie, weltbild oder welche logik auch immer dahinter steckt erklären?
oder haben sie mit dem betriebsrat bei kleiderbauer geredet und der schwärmt so von den arbeitsbedingungen?
also wenn das ehrbar mit steuerzahlen verbunden ist dann ist so mancher sandler um einiges ehrbarer als die konzerne hierzulande.

p.s. wie ehrbar ist es eigentlich so ein theater wegen bißchen kaputem glas zu machen?

haftgrund
 
02.06.2010 18:52

Vielleicht schon aufgefallen, dass es bislang nicht den Hauch von einem Beweis gegen die Angeklagten gibt und ebensowenig irgendein Hinweis, dass es sich bei den Agneklagten, die zum Teil einander vorher gar nicht kannten, es sich um eine kriminelle Vereinigung handelte?
Wenn schon kriminelle Vereinigung, dann jene, die unter Missbrauch des Rechtsstaates diese Verfolgungsaktionen gegen eine NGO organisierten.

Zacharias Zipfel
 
02.06.2010 21:16
Selbstverständlich wollen wir nicht vorverurteilen

das Schöne ist jedoch dass die Straftaten gegen das mittelständische Unternehmen, die Erpressungsversuche, Anschläge und Gewalttaten wohl schlagartig aufhörten, nachdem die mutmasslichen Straftäter in U-Haft eingefahren sind. Dieser Fakt spricht schon alleine für sich, neben all den evidenten Drohungen, vorgefundenen Bekennerschreiben für Straftaten auf Speicherkomponenten die im Besitz mutmaßlichen Straftätern waren usw. usf. Natürlich wird das Gericht zu entscheiden haben, ob diese Taten nachgewiesen werden können und solange sind die angeklagten Personen eben nur angeklagt und nicht verurteilt. Im besten Sinne hoffen wir doch dass die kriminellen Aktivitäten weiterhin aufgegeben werden.

Mim103
04.06.2010 16:25
Wenn Sie dem Prozessverlauf folgen würden,

hätten Sie schon bemerkt, dass ein Großteil der Straftaten frei erfunden (siehe Jagdhütte) oder überhaupt nicht tierschutzmotiviert begangen wurde (z. B. Hochstände, von Jugendlichen umgesägt, weil Ihnen fad war) Ein kleiner Teil an Straftaten bleibt (Buttersäure), deren Schaden aber massiv aufgebauscht wurde und außerdem in keinerlei Beziehung zu den Angeklagten gebracht werden konnte, trotz intensivster jahrelanger Bespitzelei nicht.

frei gedacht
03.06.2010 19:09
Straftaten aufgehört?

Ein Jahr lang bevor die Leute gefangengenommen wurden, gab es keine Straftaten mehr. Seit sie Festgenommen wurden allerdings schon wieder mehrere, die den Angeklagten absurder Weise teilweise sogar in der Verhandlung vorgehalten wurden. (Sogar die, während denen sie in Untersuchungshaft saßen.) Wer Märchen ezählt sollte zumindest auch offizielle Informationen und Berichte unterdrücken können um glaubwürdig zu sein. Aber wenn es darum geht Tierschützer_innen fertig zu machen, scheinen vielen die Fakten egal zu sein...

Zacharias Zipfel
 
04.06.2010 15:36
Die Faktenlage scheint ja genau das Gegenteil dessen zu sein

was Du behauptest. Trotz der Desinformationskampagne einer Tierschutzmafa. Hier mal was zum nachlesen:
http://www.falter.at/web/print... php?id=767

Sorry - aber nen Textilhändler und Verkäuferinnen im Einzelhandel zu belästigen ist ja wohl das allerletzte.

Übrigens - an die grossen Supermärkte die massenhaft Fleischprodukte in den Markt drücken (soviel dass viele Menschen übergewichtig sind, weil sie zuviel Lohn bekommen und deshalb ständig Fleischerzeugnisse in sich hineinstopfen) trauen sich die Feiglinge nicht ran. Aber an ne kleine Verkäuferin. Pfui Deibel.

Mim103
04.06.2010 16:31
Ja dann machen Sie sich doch mal an die großen mächtigen Supermärkte ran,

die den Leuten so viel Fleisch aufzwingen! Dort arbeiten sicher keine Verkäuferinnen.

Und informieren Sie sich mal über die Kampagnen gegen Nutztierhaltung, bevor Sie deren Existenz in Abrede stellen. Es rennt nur halt nicht gleich jeder deswegen zum Herrn Minister.

Zacharias Zipfel
 
04.06.2010 17:04
Nach den häufigen und massiven Straftaten (nachzulesen hier:

http://www.falter.at/web/print... php?id=767 )
ists doch couragiert, dass sich die Opfer gegen die vermutlich dahinterstehende kriminelle Organisation zu wehren und sich eben NICHT erpressen zu lassen. Die entsprechenden Einlassungen der Angeklagten sind die üblichen die man da erwartet.

Die WHO empfilt maximal 700g Konsum von Fleisch und Fleischprodukten pro Woche: Hier wäre es sinnvoll zB. bei Folgekrankheiten infolge von Überernährung einen entsprechenden Selbstbehalt von zB 1TEUR bei den Krankenkassen zu fordern und DIES zu kommunizieren. Aber dafür sind die Herrschaften halt zu feig. Das ist ja auch weniger einfach als Enzelhandelsverkäuferinnen massiv zu belästigen. Vlt. gäbs ja dann auch weniger Spendengelder und Erbschaften?!

Vegavita
 
01.06.2010 23:24
Jägerlatein 1A

Die Glaubwürdigkeit des Belastungszeugen gegen die angeklagten Tierrechtler ist mehr als schwach - tatsächlich hat dieser relevante Informationen bei der Einvernahme verschwiegen um seine eigene kranke Haut zu retten! Auch nicht für den Zeugen spricht das Gutachten der Sachverständigen, die keine Bandstifung nachweisen konnten. Jedenfalls zeigt es wieder deutlich wie verzweifelt versucht wird, den Beschuldigten Straftaten unterzujubeln. Bei einem Prozess der haltlos konstruiert wurde, um die freie Meinungsäußerung zu unterbinden und um dem Tierschutz konkret zu schaden, wundert so ein "Zeuge" allerdings wenig.

»Die Jagd ist eines der sichersten Mittel, das Gefühl der Menschen für ihre Mitgeschöpfe abzutöten.«
(François Voltaire)

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