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"Immer geht es um Leidenschaft bei diesen verflixten Büchern, um einen passionierten Fetischismus, der keine gesellschaftlichen oder beruflichen Grenzen kennt. Damit wird jede Typologie zur heiklen Angelegenheit."
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Dominique Dupuich, französische Journalistin und Autorin von "Wie wir mit Büchern wohnen", wagt sich dennoch an diese heikle Angelegenheit heran und kategorisiert: JournalistInnen, KünstlerInnen, Persönlichkeiten, (Innen)DesignerInnen, SammlerInnen, ModemacherInnen und SchriftstellerInnen zeigen, wie sie ihr Zuhause mit Büchern gestalten.
Druckwerke verleihen jeder Wohnung und jedem Haus eine persönliche Note und geben einen ersten Eindruck darüber, wer und wie die Person, die sich hinter den Büchern verbirgt, sein könnte. Denn Interessen und Lebensstil spiegeln sich nicht selten in den Buchrücken wider: Sind es schnurgerade ausgerichtete, in Leder gebundene, Gesamtausgaben oder formiert sich die eigene Bibliothek zu einem gekonnten Durcheinander? Hat man es mit jemandem zu tun, der Bücher nur mit Samthandschuhen angreift oder liegen sie in der ganzen Wohnung verstreut, bereit, um sie in Leselaune mit Geist und Händen zu begreifen.
Bücher als Buchinhalt
Der Bildband ist eine Art Reiseführer durch die Privatbibliotheken passionierter LeserInnen. Die rund 200 Aufnahmen des Fotografen Roland Beaufre geben ein Bild, wie unterschiedlich sich Wohnräume gestalten lassen: glamorös, imposant, überbordend, charmant, gemütlich oder dekorativ, funktionell oder kultig. Eines wird beim Durchblättern des Buches, das ebendiese zum Inhalt macht, schnell klar: der Zu- und Umgang mit dem Gegenstand Buch ist vielfältig. Das unterstreichen auch die Kurzinterviews mit den EigentümerInnen der abgebildeten Buchlandschaften - aus jeder der acht verschiedenen Stil-Kategorien nimmt die Autorin eine Bibliothek exemplarisch genauer in den Fokus. Die gleichen Fragen ("Wie haben Sie Ihre Bücher geordnet?", "Wo und wie lesen Sie gerne?") werden acht Mal gestellt, die Antworten sind umso unterschiedlicher. (derStandard.at, 18.08. 2010)
Wie wir mit Büchern wohnen
Dominique Dupuich, Roland Beaufre
Christian Brandstätter Verlag
192 Seiten, 29,90 Euro
ISBN 978-3-85033-414-3
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Sehr interessant in diesem Kontext finde ich eine Publikation von Timothy Ryback: "Hitlers Bücher. Seine Bibliothek, sein Denken". Eine Untersuchung der Lesegewohnheiten und der Büchersammlung von Adolf Hitler. Demnach war Hitler u.a. ein großer Fan von William Shakespeare und Karl May. Daneben las er militärische, rassistische und okkulte Fachliteratur. Hitler ordnete seine Bücher selbst ein und stellte sie permanent um. Korrelationen zwischen Charakterzügen und Bücher-Lese-Bibliotheksverhalten sind m.E. nicht signifikant.
... ist weitaus häufiger. Besucht man Wochenend-Flohmärkte in den Fertighauspark-Metastasen, findet man dort zumeist nur Kinderbücher, Kochbücher sowie Buchklub-Vorschlagsbände.
Mir wachsen sie dagegen die Wohnung zu - selbst im Bibliothekszimmer stapeln sie sich schon wieder auf dem Boden...
Dr. Heinz Anderle, bibliophiler Junggeselle und Freigeist
...sprach der fuchs, als er die trauben nicht erreichen konnte.
es ist ja keine schande, illiterat zu sein.
es wird aber besonders laestig, bis hin zu obszoen zudringlich, wenn dieses gravierende manko durch wuerschtl'n ihrer qualitaet noch zum positivum schoengefaerbelt wird.
mirken s' ihner ans: a hur is amal ka ehrbare hausfrau.
großartiges argument zur bildungs- und literaturverweigerung. ich kenne leute die arbeiten gar nichts und haben in ihrem leben kein buch gelesen dass nicht die deutschlehrerin erzwungen hat, und dann wieder leute mit studium, sprachkurs und nebenjob (ich z.b.) die längst den überblick über alle gelesenen werke verloren haben, und damit meine ich nichtden schatz im silbersee und alle dan brwon machwerke.
Ihr offenes Posting amüsiert mich zwar in seiner exibitionistischen Borniertheit, aber als engagierter Vater zweier kleiner Kinder und Eigner einer Bibliothek wie Herr Anderle kann ich Ihnen mit Gewißheit berichten, dass es auch andere Lektüre als die für Sie deprimierenden Schinken von Jelinek & Co. gibt. Man kann Kindern sogar aus Büchern vorlesen. Ja! Das geht. Man kann Ihnen auch Bücher zeigen, die Sie erst später lesen und verstehen können - von der Göttlichen Komödie über Griechische Sagen bis zu Gullivers Reisen schon alles ausprobiert. Die sind fasziniert von den wilden Geschichten und Bildern; sie lernen nebenbei Büchern zu schätzen und entwickeln den Drang das Alles lesen zu wollen. So kann man Kinder mit Büchern aufziehen.
und auch hier leider bestätigung... gerade durfte ich das elternhaus gen freiheit verlassen, und hatte ein größere anzahl an kistn voll büchern zu schleppen. wenigstens habe ich in der bibliothek meines vaters lesen können und musste mir nicht alles selbst besorgen, sonst hätte ich mir die arme lang geschleppt.
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