Waschmaschine verschleudert Teile

1. Juni 2010, 11:30
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Gefährliche Candy-Waschmaschine: Die Trommeln durchbrachen beim Schleudertest das Gerätegehäuse, das Modell ist auch in Österreich erhältlich

Berlin/Wien - Die Stiftung Warentest in Deutschland warnt vor einem möglichen gefährlichen Defekt bei Waschmaschinen des italienischen Herstellers Candy. Bei Produkten dieser Marke hätten sich bei einem Dauertest im Schleudergang mit 1.400 Umdrehungen pro Minute die Trommeln aus ihrer Verankerung gelöst und die Geräteabdeckung durchschlagen, teilte die Stiftung am Montag in Berlin mit. Das Produkt dürfte lauter Internetseite des Herstellers auch in Österreich erhältlich sein.

Bei dem Test seien scharfkantige Bruchstücke bis zu drei Meter weit durch den Raum geschleudert worden, so Warentest. Der Hersteller und die zuständigen Behörden in Deutschland seien sofort informiert worden. Einen Rückruf der Maschinen habe der Produzent Candy Hoover noch nicht gestartet. Das Unternehmen habe jedoch den Verkauf der Geräte in Deutschland gestoppt. Bei Candy Hoover Österreich war am Montagnachmittag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Problematisch sei, dass das beanstandete Modell "Candy GO 1460 D" bereits seit mehreren Jahren verkauft wurde. Warentest riet Besitzern von Maschinen des Typs davon ab, weiter mit den Geräten ihre Wäsche zu waschen. Laut Internetrecherchen wird das Modell auch in Österreich zu einem Preis von etwa 500 Euro verkauft.

Dass es noch keinen Rückruf für die betroffenen Waschmaschinen gebe, sei aus Sicht betroffener Kunden ärgerlich, erklärte Stiftung Warentest. Die gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren nach Kaufdatum greife nur bei tatsächlich defekten Geräten. Nur beim Nachweis eines Schadens könnten Verbraucher einen Gewährleistungsanspruch gegenüber dem Hersteller durchsetzen. (APA)

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