Europas Börsen schließen mehrheitlich im Minus

1. Juni 2010, 18:34
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Besser als erwarteter US-Einkaufsmanagerindex sorgte am Nachmittag für Aufholjagd

Wien - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag mehrheitlich im Minus geschlossen. Nach einem weitgehend schwachem Verlauf testeten sich einige der großen europäischen Indizes am Nachmittag zwischenzeitlich recht klar ins Plus vor. Besser als erwartet ausgefallene Daten zum US-Einkaufsmanagerindex der Industrie sorgten hier für Unterstützung. Zuvor hatten vor allem enttäuschende Konjunkturdaten aus Europa sowie aus China das Sentiment belastet.

Die zwischenzeitlich recht klaren Abschläge wurden von Marktteilnehmern auch mit der wieder gestiegenen Risikoaversion erklärt, die sich auch in einem sehr schwachen Euro auf einem neuen Vierjahrestief widerspiegelte. Aber auch die Gemeinschaftswährung drehte im Späthandel deutlich nach oben.

Ein Branchenvergleich zeigte Bank-Titel unter den größten Verlierern. Die Europäische Zentralbank hatte am Montagabend vor weiteren Milliarden-Abschreibungen bei Banken in der Eurozone bis Ende 2011 wegen der Finanzkrise gewarnt. Unicredit-Chef Profumo wurde zudem mit der Aussage zitiert, dass es derzeit nahezu unmöglich sei, frisches Kapital zu beschaffen. Papiere der UniCredit rutschten an der letzten Stelle im Euro-Stoxx-50 um 4,48 Prozent auf 1,66 Euro ab und Intesa Sanpaolo büßten 3,22 Prozent auf 2,10 Euro ein.

Unter Druck gerieten auch Rohstoffwerte. Unter den Stahlwerten verloren ArcelorMittal 2,45 Prozent auf 24,28 Euro. In Frankfurt gaben ThyssenKrupp 0,34 Prozent auf 21,87 Euro nach und Salzgitter schlossen um 0,97 Prozent tiefer bei 52,03 Euro. Das "Wall Street Journal" hatte nochmals den Druck auf die Stahlpreise als Belastungsfaktor in den Fokus gerückt, hieß es von einem Marktbeobachter.

Zu den Aktien im Blickpunkt zählten BP, die in London nachdem die Aktion zum Stopfen der Ölquelle am Wochenende gescheitert war, um 13,10 Prozent auf 430,00 Pence absackten. Die Rechnung für den britischen Ölkonzern im Kampf gegen das Desaster im Golf von Mexiko wird immer höher. Bisher habe die Rettungsaktion rund 990 Mio. US-Dollar gekostet, teilte BP mit. Am Montag war die Börse in London feiertagsbedingt geschlossen geblieben.

Ryanair legten in Dublin um 4,38 Prozent auf 3,53 Euro zu. Der irische Billigflieger hatte vor Börsenbeginn angekündigt, eine Sonderdividende ausschütten zu wollen. Im abgelaufenen Jahr war das Unternehmen zudem in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. (APA)

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