Fahndungserfolge per Mausklick

31. Mai 2010, 21:55
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32 Millionen Daten im Schengener Informationssystem

Wien - Mit dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens in Rumänien und Bulgarien am 27. März 2011 werden beide Staaten auch in das Schengener Informationssystem (SIS) einbezogen, eine riesige, aus den Polizeidateien der Mitgliedsländer gespeiste, nichtöffentliche Datenbank über Gegenstände, nach denen gesucht und Personen, nach denen gefahndet wird - oder denen die Einreise verweigert werden soll.

Derzeit beinhaltet das SIS über 32 Millionen Daten - davon 26 Millionen, die gestohlene oder verlorene Sachen betreffen -, 1,2 Millionen Personenfahndungen sowie 730.000 Aufenthaltsverbote. Polizeiexperten kritisieren, dass die Daten je nach Schengenmitgliedsland nach sehr unterschiedlichen Kriterien ins SIS gestellt werden. Allein die 11,17 Millionen italienischen Eintragungen machen 35,36 Prozent des gesamten SIS-Bestands aus.

2009 wurden in Österreich 50.772 SIS-Treffer aufgrund ausländischer Schengeneintragungen erzielt. Eintragungen aus Österreich wiederum führten in ausländischen Schengenstaaten zu 27.114 Treffern.

Diese Treffer sind anwendertechnisch einfach zu bewerkstelligen: Alle SIS-Daten sind per Mausklick am Laptop abrufbar. Darunter befinden sich auch die Infos aus dem Eurodac-System, in dem die Fingerabdrücke von 1,6 Millionen Asylwerbern gespeichert sind - 94.000 davon aus Österreich. Eurodac-Daten haben in Österreich 2009 zu 6154 Treffern geführt. (bri/DER STANDARD, Printausgabe, 1.6.2010)

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