Komasaufen schadet dem Großhirn

31. Mai 2010, 21:00
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Forscher untersuchten die Auswirkungen von Alkohol auf Affenhirne

La Jolla - Trinken bis zum Umfallen hat auch langfristige Folgen: Regelmäßiges jugendliches Komasaufen könnte dem Hippocampus schaden, einer wichtigen Struktur des Großhirns. Das legt zumindest eine Untersuchung an Affen nahe, die in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) veröffentlicht wird. Der Hippocampus ist unter anderem für das Lernen und das Langzeitgedächtnis verantwortlich.

Über einen Zeitraum von elf Monaten durften vier Affen täglich eine Stunde lang ein alkoholhaltiges Getränk mit Zitronengeschmack trinken. Blutalkoholtests zeigten, dass die Tiere sich im Schnitt bis zu einem Wert betranken, der knapp 2,5 Promille beim Menschen entsprechen würde. Nach einer zweimonatigen Phase ohne Alkohol wurden die Gehirne untersucht. Eine Kontrollgruppe aus drei Primaten erhielt während des gesamten Zeitraums keinen Alkohol. Bei der Begutachtung der Affenhirne entdeckten die Forscher mehrere Veränderungen in der Struktur des Hippocampus. In dieser Region war die Bildung von neuronalen Stammzellen deutlich vermindert. Auch im Wachstum der Nervenzellen waren Abweichungen erkennbar.

Die Veränderungen durch den Alkohol seien auch nach der zweimonatigen Entzugsphase noch deutlich erkennbar, betonen die Wissenschafter um Chitra Mandyam vom Scripps Research Institute in La Jolla im US-Staat Kalifornien.
(DER STANDARD, Printausgabe, 1. 6. 2010)

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