"Flottille der Freiheit" mit 10.000 Tonnen Hilfsgütern

31. Mai 2010, 18:13
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700 Aktivisten an Bord der sechs Schiffe

Jerusalem - Israelische Marineeinheiten haben am Montagmorgen eine internationale Hilfsflotte für die im Gazastreifen lebenden Palästinenser gewaltsam gestoppt und dabei mindestens 10 Menschen getötet. Die sechs Schiffe der "Flottille der Freiheit" hatten 10.000 Tonnen Hilfsgüter an Bord, mehr als 700 Aktivisten begleiteten den Konvoi.

Die Flottille: Sechs Schiffe waren auf dem Weg zum Gazastreifen: Das türkische Hauptschiff "Mavi Marmara", auf dem sich etwa 600 Menschen befanden, zwei Transportschiffe und drei weitere kleinere Schiffe. Drei der Schiffe fahren unter türkischer Flagge, zwei sind in Griechenland registriert, eines in den USA. Ein siebtes Schiff war bereits in Irland aufgebrochen, um zu der Flottille zu stoßen.

Die Passagiere: An der Aktion beteiligten sich mehr als 700 Teilnehmer aus 50 Ländern. Die meisten von ihnen sind Mitglieder von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen, aber auch Politiker, geistliche Würdenträger, Journalisten und Schriftsteller wie der schwedische Bestseller-Autor Henning Mankell waren an Bord der Schiffe. Jeder Zweite der Teilnehmer war Türke. Auf den Schiffen befanden sich auch mehrere Deutsche, unter ihnen die beiden Linken-Bundestagsabgeordneten Annette Groth und Inge Höger.

Die Organisatoren: Der Hilfskonvoi wurde von der "Koalition der Flottille der Freiheit" organisiert. In der Gruppe sind mehrere pro-palästinensische Hilfsorganisationen zusammengeschlossen, unter ihnen die Bewegung "Free Gaza" und die europäische Kampagne zur Aufhebung der Blockade des Gazastreifens.

Die Lieferung: Den Organisatoren zufolge befanden sich an Bord der Schiffe 10.000 Tonnen Hilfsgüter. Darunter auch hundert Fertighäuser, 500 Rollstühle, Nahrungsmittel, Baumaterial und medizinische Ausrüstung.

Das Ziel: Bestimmt war die Lieferung für die im Gazastreifen lebenden Palästinenser. Seit die radikalislamische Hamas in dem Gebiet 2007 die Macht übernommen hat, hält Israel eine strikte Blockade aufrecht, nur allernotwendigste Produkte werden hineingelassen. 80 Prozent der 1,5 Millionen im Gazastreifen lebenden Menschen sind auf Hilfsgüter angewiesen.

Die Vorgänger: Seit Beginn der Hilfskampagne für den Gazastreifen im August 2008 sind bereits fünf ähnliche Konvois in dem blockierten Gebiet angekommen, drei weitere wurden von israelischen Sicherheitskräften gestoppt. Allerdings hatten sie nur kleine Lieferung an Bord und damit eher symbolischen Charakter. (APA)

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