Nvidia rührt Werbetrommel für 3D-PCs

31. Mai 2010, 14:31
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Stereoskopische Effekte bei Games als wichtiges Verkaufsargument

Nvidia rührt anlässlich der Computex Taipei kräftig die Werbetrommel für Computersysteme, die dem aktuellen 3D-Trend gerecht werden. Heute, Montag, hat der Grafikspezialist angekündigt, dass im Rahmen der Messe gemeinsam mit Partnern wie Dell, Microsoft und Toshiba die neue Produktkategorie der "3D PCs" präsentiert wird, die auf Nvidia-Grafikkarten, 3D-Displays mit 120 Hertz (Hz) Bildfrequenz und aktive Shutterbrillen setzen.

Zum Konzept gehört auch ein Blu-ray-Laufwerk, sodass Kunden mit den Systemen 3D-Filme ansehen können. Freilich betont Nvidia auch, dass es immer mehr echte 3D-Inhalte im Web gibt. Außerdem lockt das Unternehmen mit dem Versprechen, dass die eigene "3D Vision"-Technologie bei über 400 existierenden Spieletiteln ein stereoskopisches 3D-Erlebnis ermöglicht.

3D-Spielerlebnis ohne Spezialtitel

Zu den Titeln, die Nutzer laut Nividia ohne zusätzliche Patches wirklich dreidimensional erleben können zählen neben Action wie "Tomb Raider: Underworld" und Rennspielen wie "Need for Speed Pro Street" auch Strategiespiele wie "Civilization IV". Ihnen ist gemein, dass sie nicht a priori stereoskopisch sind. Daher sind gewisse Abstriche bei der Tiefenwirkung zu erwarten.

"Das wird Jugendliche kaum abschrecken. Ihnen ist klar, dass das nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu echtem 3D ist und der Reiz des Neuen ist groß", meint IDC-Analyst Rüdiger Spies im Gespräch mit pressetext. Allerdings geht er davon aus, dass stereoskopisches 3D zunächst eher über Fernseher den Massenmarkt erobern wird. Dort können etwa Sport-Inhalte ein breites Publikum locken. "Der Mehrwert im PC-Anwenderbereich ist einfach begrenzt. Interessant ist das am ehesten in Bereichen wie Anlagen- und Maschinenbau oder Architektur, wo es speziell um die Darstellung dreidimensionaler Objekte geht", erklärt der Analyst.

Breite Inhalts-Palette

Neben 3D-Filmen auf Blu-ray zählt zu den anderen Inhalten, mit denen Nvidia für die 3D-fähigen PCs wirbt, Content aus dem Web. So wurde anlässlich der Computex 3D-Streaming mittels Microsofts Flash-Konkurrenten Silverlight demonstriert. Auch betont Nvidia, dass es auf YouTube und anderen Plattformen bereits über 1.000 3D-Videos gibt und das Angebot schnell wächst. Außerdem verweist das Unternehmen darauf, dass beispielsweise Sony mit 3D-kameras in den Markt drängt und erst entsprechende PCs eine sinnvolle Bildbearbeitung ermöglichen.

Da auch bei 3D-Fernsehern die Inhalte als entscheidender Erfolgsfaktor gelten , könnten 3D-PCs dank dem breiten Content-Spektrum durchaus punkten. Allerdings ist ebenfalls von 3D-TV-Geräten bekannt, dass aktive Shutterbrillen als gewisses Komfortmanko gelten. Dass Nvidia für sein 3D-PC-Konzept dennoch auf diese Technologie setzt liegt daran, dass laut Unternehmen derzeit einzig die Kombination solcher Brillen mit einem 120-Hz-Display wirklich 3D-Bilder in voller Auflösung für beide Augen darstellen kann. (pte)

 

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