Frankreich-Afrika-Gipfel begann mit Streit

31. Mai 2010, 13:36
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Hitzige Diskussionen über Vertretung Afrikas im UNO-Sicherheitsrat

Nizza - Der traditionelle Frankreich-Afrika-Gipfel, der dieses Jahr im südfranzösischen Nizza stattfindet, hat mit einem Streit begonnen. Afrika könne nicht länger "das fünfte Rad am Wagen" sein, sagte der kongolesische Staatschef Denis Sassou Nguesso am Montag und forderte eine stärkere Vertretung des Kontinents im Weltsicherheitsrat. Über das Thema hatten sich Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner und seine Kollegen aus Afrika schon am Vorabend in die Haare bekommen - während Kouchner nach dem sechsstündigen Treffen an der Cote d'Azur von "lebhaften" Diskussionen sprach, sagten afrikanische Diplomaten, die Gespräche seien "sehr hart" verlaufen. Um die Rolle Afrikas im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sollte es auch am Nachmittag gehen. Zu diesem Zeitpunkt sollte das eigentliche Gipfeltreffen der 38 Staats- und Regierungschefs mit Gastgeber Nicolas Sarkozy beginnen.

"Wir haben keine Lösung gefunden", sagte Außenminister Kouchner nach der nächtlichen Diskussion. Die Gespräche seien "sehr schlecht angelaufen", sagte ein Diplomat aus Gabun. Mehr als ein Viertel der UNO-Mitgliedsstaaten sind afrikanische Länder, aber im Sicherheitsrat der UNO hat der Kontinent nur einen der zehn wechselnden Sitze. Die fünf ständigen Sitze - mit Vetorecht bei den Entscheidungen des Gremiums - sind den USA, Großbritannien, Russland, China und Frankreich vorbehalten. Afrika fordert seit mehreren Jahren zwei ständige Sitze mit Vetorecht sowie mindestens zwei weitere wechselnde Sitze.

Am härtesten seien Tansania und Südafrika in die Gespräche eingestiegen, sagte ein afrikanischer Diplomat in Nizza. Frankreichs Staatschef Sarkozy wollte vor dem Gipfel mit seinem südafrikanischen Kollegen Jacob Zuma zu Mittag essen. Bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs sollte es auch um den Terrorismus, den Drogenhandel und den Klimawandel gehen. Von 53 afrikanischen Staaten waren nur zwei nicht vertreten: Simbabwe, dessen Staatschef Robert Mugabe international in Ungnade gefallen ist, und Madagaskar, das nach einem Putsch im vergangenen Jahr immer noch von einer Übergangsregierung geführt wird und mit seiner innenpolitischen Krise zu kämpfen hat. (APA/AFP)

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