Serbische nationalistische Opposition im Nordteil Mitrovicas führend

31. Mai 2010, 12:18
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Nach Kommunalwahl - Pristina erkennt Wahlergebnisse nicht an

Belgrad - Die serbische nationalistische Opposition bleibt in dem mehrheitlich von Serben bewohnten Nordteil der kosovarischen Stadt Mitrovica führend. Wie Belgrader Medien am Montag berichteten, haben bei einer am Sonntag von Belgrad organisierten Kommunalwahl im Norden von Mitrovica, die meisten Stimmen die Serbische Fortschrittliche Partei (SNS) von Tomislav Nikolic und die Demokratische Partei Serbiens (DSS) des früheren nationalkonservativen Premiers Vojislav Kostunica erhalten. Die Demokratische Partei (DS) des Staatschefs Serbiens, Boris Tadic, nahm den dritten Platz ein.

Die kosovarischen Behörden halten die von Belgrad organisierten Wahlen für illegal. Auch die EULEX-Mission und das Internationale Zivilbüro (ICO) in Pristina (Prishtina) ließen wissen, dass sie die Wahlergebnisse nicht anerkennen würden. Die EULEX-Polizei und die NATO-geführte Schutztruppe KFOR mussten am Sonntag einschreiten, um eine Konfrontation zwischen lokalen Serben und Albanern an der Ibar-Brücke, welche den albanischen Südteil vom serbischen Nordteil der Stadt trennt, zu verhindern.

Der serbische Kosovo-Minister Goran Bogdanovic erklärte am Montag gegenüber Belgrader Medien, dass die Serben durch die Teilnahme am Urnengang in Mitrovic den Plan für die Eingliederung des Nordkosovo zurückgewiesen hätten.

Serbien lehnt nach wie vor die vor gut zwei Jahren ausgerufene Unabhängigkeit des Kosovo ab. Das jüngste Land Europas wurde soweit von 69 Staaten, darunter 22 EU-Länder, anerkannt. Die Außenminister Serbiens und des Kosovo, Vuk Jeremic und Skender Hyseni, sollen am Mittwoch zum ersten Mal gleichberechtigt an einem internationalen Treffen teilnehmen. Die von Spanien als amtierendem EU-Ratsvorsitzland vorbereitete Konferenz der Westbalkan-Staaten mit der Europäischen Union findet in Sarajevo statt. Das Treffen wird im sogenannten Gymnich-Format stattfinden. Das bedeutet, dass am Konferenztisch nur die Namen der Konferenzteilnehmer, nicht aber auch ihre Ämter stehen werden. (APA)

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