Vorarlberg will Kumpf-Behandlungen nicht bezahlen

31. Mai 2010, 11:55
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Auch das Innenministerium sieht sich für 24.000 Euro nicht zuständig

Der Streit über die Behandlungskosten des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Josias Kumpf in Vorarlberger Spitälern geht weiter. Das berichtet der ORF-Vorarlberg. Das Land Vorarlberg ist bisher auf seinen Kosten von 24.000 Euro sitzengeblieben.

24.000 Euro offen

Das Innenministerium, das vom Land die Rechnung für die Behandlung des inzwischen verstorbenen Kumpf erhalten hat, sieht sich nach wie vor als nicht zuständig, wird Sprecher Rudolf Gollia zitiert. Das Land Vorarlberg hatte dem Innenministerium Anfang Dezember für die Pflege von Kumpf in den Krankenhäusern, die Überstellung in eine Wohnung in Wien sowie für die dortige Miete fast 24.000 Euro in Rechnung gestellt. Das Innenministerium refundiert nicht und erklärt sich für nicht zuständig.

Kumpf im Oktober 2009 gestorben

Der ehemalige KZ-Wächter Josias Kumpf ist im Oktober 2009 im Alter von 84 Jahren in Wien gestorben. Kumpf, der im April 2009 von den USA nach Österreich ausgeliefert worden war, starb im Wiener Wilhelminenspital. Er soll 1943 im Zwangsarbeitslager Trawniki im von Deutschland besetzten Polen an der Erschießung von 8.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern beteiligt gewesen sein. (red, derStandard.at, 31.5.2010)

  •  Kumpf soll an der Erschießung von 8.000 jüdischen Männern, Frauen und
Kindern beteiligt gewesen sein.
    foto: epa/mark hertzberg

    Kumpf soll an der Erschießung von 8.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern beteiligt gewesen sein.

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