Homosexuelle demonstrierten für mehr Rechte

31. Mai 2010, 11:02
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Deutscher Abgeordneter Volker Beck bekundete Solidarität - Anders als bei früheren Paraden in Russland wurden am Samstag keine Festnahmen gemeldet

Moskau - Homosexuelle AktivistInnen haben in Moskau ungeachtet eines Demonstrationsverbots auf zwei Kundgebungen mehr Rechte für Schwule und Lesben gefordert. Anders als bei früheren Schwulen/Lesben-Paraden in Russland wurden am Samstag keine Festnahmen gemeldet. Allerdings lösten sich beide Kundgebungen rasch auf, als Polizeibeamte auftauchten. Der anwesende deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck (Grüne) erklärte, es sei trotz eines Demonstrationsverbots gelungen, auf die schwere Lage der Schwulen und Lesben in Russland hinzuweisen. 

Keine Festnahmen

Der 49-Jährige war beim Moskauer "Gay Pride" in der Vergangenheit mehrfach festgenommen und einmal blutig geschlagen worden. Der Politiker kritisierte, dass Präsident Dmitri Medwedew trotz Demokratieversprechen nicht für die Einhaltung der Menschenrechte in Russland sorge. Die Aktion der etwa 30 Schwulen und Lesben verlief in diesem Jahr anders als sonst ohne Gewalt und Festnahmen. Die Schwulen und Lesben liefen mit einer 20 Meter langen Regenbogenfahne - dem internationalen Symbol der Homosexuellen - ein kurzes Stück über den Leningradski Prospekt. Als die Polizei davon Wind bekam, flüchteten die Männer und Frauen. 

Organisator spricht von einer Schande

Organisator Nikolai Alexejew nannte es eine "Schande", dass Andersdenkende in Russland sich nicht öffentlich äußern dürften. "Dieses in der russischen Verfassung verankerte Recht wird von den Behörden mit Füßen getreten", sagte er. An mehreren Punkten der Stadt hatten sich Hunderte PolizistInnen und Angehörige der auf Anti-Terror-Einsätze spezialisierten Sonderpolizei OMON positioniert. Sie sollten die von den Behörden verbotene Kundgebung verhindern. Nach langen Fahrten und Zwischenstopps in der Stadt, mit denen die Polizei in die Irre geführt werden sollte, kam es dann schließlich zu der nur etwa zehn Minuten dauernden Aktion im Zentrum. (APA)

 

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    Der deutsche Bundestagsabgeordnete Volker Beck (rechts) erklärte, es sei trotz eines Demonstrationsverbots gelungen, auf die schwere Lage der Schwulen und Lesben in Russland hinzuweisen.

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