Briten planen Datenbank für Internetpiraten

31. Mai 2010, 09:17

Internetprovider sollen Listen mit Copyright-Verletzungen anlegen

Die Diskussion in Großbritannien rund um Copyright im Netz dauert seit Jahren an. Nun hat die britische Regulierungsbehörde Ofcom Details ihrer Pläne im Kampf gegen Internetpiraterie vorgelegt. Die größten Internetprovider des Landes sollen künftig Listen anlegen, in denen Daten zu Copyrightverletzungen angeführt werden, inklusive Name der betreffenden Person und Anzahl der Verstöße, berichtet BBC. Musikverlage und Filmstudios sollen anhand der Daten entscheiden können, ob und wann sie rechtliche Schritte einleiten. Nach wie vor sollen Verdächtige allerdings drei Mahnungen bekommen, bevor sie bevor Gericht kommen können.

Nicht konkret genug

Diese Briefe sollen einfach verständliche Informationen zu der Art der Vorwürfe und den möglichen rechtlichen Konsequenzen enthalten. Für Kritiker sind die Pläne nicht konkret genug. Es blieben viele Fragen unbeantwortet, so Jim Killock von der Open Rights Group (ORG). Gemeinsam mit anderen Organisationen und Verbraucherschützern hat die ORG einige Prinzipien aufgestellt, die ihrer Meinung nach berücksichtigt werden müssten. Diese besagen unter anderem, dass eindeutige Beweise vorliegen müssten, bevor jegliche Aktion gesetzt werden könne und Konsumenten die Chance bekommen müssten, sich zu verteidigen.

Fair und eindeutig

"Es ist unerlässlich, dass ein System, das Menschen illegale Online-Aktivitäten vorwirft, fair und eindeutig ist", so Anna Bradley vom Communications Consumer Panel . Bislang gilt die Entscheidung der Ofcom lediglich für große Internetprovider, könnte allerdings in Zukunft ausgeweitet werden, womöglich bald auch auf Mobilfunkbetreiber. Bereits Anfang 2011 könnte die neue Datenbank gestartet werden und soll von Beginn an lediglich für Internetprovider mit mehr als 400.000 Kunden eingeführt werden. (pte)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
1 2
Fritz Meyer
00
17.6.2010, 10:11
So "fair und eindeutig" wie IP-Adressen?


Na, da werdet's noch ein paar unangenehme Überraschungen erleben...

Fritz Meyer.

Bastian Balthasar Bux
00
Der Internetpirat ist ja

so ein pöser!

*rofl*

YMMD!

themagicman
01
Was soll das heißen - "planen"?

...veröffentlichen/nutzen wird wohl eher stimmen.

raff1
014
31.5.2010, 22:51
Datenbank für Internetpiraten

Super!
Ich wollte immer schon einen Katalog haben. Das ewige Suchen nach Contents nervt echt.

Fritz Meyer
01
31.5.2010, 20:26
Natürlich wird die neue Regierung...


es nicht dazu kommen lassen.

NOT.

Fritz Meyer.

cti
26
31.5.2010, 20:03
seit es youtube gibt ist die ganze Sache kaum mehr nachvollziehbar

man kann sich jederzeit nahezu jeden Musikclip legal und kostenlos ansehen, aber sobald man 5kB Datenmaterial beim mp3 Download uploaded wird man zum organisierten Verbrechen gezählt...

Dante Alighieri
81
31.5.2010, 23:29

Das ist falsch. Erstens einmal gibt es viele Plattenfirmen die bei der Bereitstellung auf Youtube sehr selektiv vorgehen, zweitens ist es etwas anderes jemandem Streaming zu erlauben als jemandem die Speicherung (oder gar den Upload) zu erlauben, drittens kann dieses Streaming auch jederzeit widerrufen werden. Zu behaupten dass man, nur weil Plattenfirmen viele Lieder auf Youtube stellen, automatisch ein moralisches Recht hat diese (oder gar alle) Lieder zu speichern oder upzuloaden ist also komplett absurd.

dryeti
17
ein moralisches Recht hat man sowieso

sich beliebigen musikalischen Inhalt zu beschaffen.

Ich finde es nur unmoralisch wenn sich Wirtschaftsbosse einbilden das alleinige Recht auf irgendeinen Inhalt zu haben.

Beiddenker
10
Die "Wirtschaftsbosse" haben dann das alleinige Recht ...

... wenn Sie dieses vom jeweiligen Künstler/Autor bekommen haben. Es entscheidet schon noch der Künstler alleine, wer welche Rechte an seinem Werk hat.

Und wenn Sie meinen ein "moralisches Recht" zu haben, beliebige Musik (illegal) zu beschaffen, dann nehme ich mir das Recht heraus, Sie jederzeit um Ihr Bares zu erleichtern - Vielleicht verstehen Sie ja so Ihren absurdes "moralisches Recht" etwas besser.

lool
11
31.5.2010, 19:03

OMG die wie vielte Maßnahme ist das jetzt?! Am Ende sind sowieso die ehrlichen Kunden oft die dummen! Aber bei diesen großen Summen die Raubkopierer angeblich an Schaden verursachen sind schon die Schmiergelder mitgerechnet oder? Sonst frage ich mich wie man sonst zu so großen Summen kommt.

Edward NORTON
02
31.5.2010, 18:05
"Die größten Internetprovider des Landes sollen künftig Listen anlegen, in denen Daten zu Copyrightverletzungen angeführt werden, inklusive Name der betreffenden Person und Anzahl der Verstöße, berichtet BBC."

Die größten Internetprovider werden sich mit solchen Schritten minimieren.:-)

Abgesehen davon, dass in diesem Wahnkonstrukt via Provider bereits "präjudiziert" wird ohne die Berechtigung dafür inne zu haben.

sylvia29
00
muss am artikel liegen, muss es nicht?

ich mein, soll da ernsthaft der provider präventiv polizeiarbeit durchführen und im anschluss den pranger ohne gerichtsverfahren eröffnen?

soweit von den allgemeinen menschenrechten kann ja wohl hoffentlich auch gb nicht entfernt sein.

maruh
00

das nennt sich 3 strike regel - machst du 3 mal sachen die uns nicht gefallen kappen wir den internetzugang.

maximus778
123
31.5.2010, 15:19
Wäre es nicht einfacher die drei Staatsgewalten direkt der Contentindustrie zu übertragen?

der bunte faschist
00
es gibt noch getrennte Staatsgewalten?


also in Österreich nicht mehr^^

maximus778
00
Ich habe nichts von getrennt gesagt

M. P.1
00

Passiert das nicht eh schon?

yomellamo
00
31.5.2010, 18:37

... und das direkte abbuchungsrecht von jedem beliebigen konto.

Sonstwer
08
31.5.2010, 15:07
Also wenns wirklich eine Datenbank FÜR Piraten wäre

dann könnte dort jeder Dateien hoch und runterladen

;)

Commander Echelon
00
31.5.2010, 17:50
...dann könnte dort jeder Dateien hoch und runterladen

...in Wahrheit ist das eh so, kommt eh immer wieder vor!

trollvottel
310
31.5.2010, 15:37

a) Es gibt aufgrund neuer Technologien eine neue Art von verlustfreier Vervielfältigung, die gerade eine ganze Industrie vernichtet. Mit dem Schulhof-Phänomen Musikkassette kann man Downloads nicht vergleichen.

b) Das Netz hat sich früh als Spielwiese für halblegale Hacker, Phreaks, Cracker, Raubkopierer aller Art etabliert; viele hielten dies damals für selbstverständlich - das Privileg jener wenigen, die das Internet und die betreffenden Speicherorte kannten.
Heute benutzen glaub ich rund 80% aller Schüler das Internet, und ihre Eltern auch. Dass sich die alles-gratis-Coolness kaum halten lässt, wenn dann nicht 200 Leute downloaden sondern 2.5 Mio, ist das klar?

Freigeist
15
es war für diese industrie noch nie so einfach und billig

ihre produkte an die kunden zu bringen.

die neuerung erfolgte nicht plötzlich wie bei dem meteoriteneinschlag, der zum aussterben der dinosaurier führte.

diese industrie versucht mit aller gewalt am "mittelalter" festzuhalten und wird aufgrund ihres unvermögens nun von der "digitalen revolution" überrollt.

punkt b zeigt nur, dass du keine ahnung hast.

Beiddenker
10
Hmm, d.h. wenn Ihr Chef die von Ihnen als Angestellter ...

... erbrachten Produkte oder Dienstleistungen "leichter und billiger" an die Kunden bringen kann, wird entsprechend Ihr Gehalt gekürzt - Einverstanden.

Freigeist
01
hmm, meinen sie das wirklich ernst?

falls ja, lernen sie zu unterscheiden zwischen den produkten/dienstleitungen und deren vertrieb.

und gehälter werden nicht gekürzt, sondern die arbeitsplätze aufgelassen, wenn es effizientere möglichkeiten gibt.

Beiddenker
10
Seien Sie mir nicht böse, aber das ist IHRE Logik mit ...

... der ich mein Beispiel skizzierte.

Mit welcher Arroganz meinen Sie bestimmen zu können, wie ein Künstler sein Werk vertreibt?

Wenn ein Künstler sich entscheidet, seine Werke bei einem "Major" zu vertreiben haben SIE genau zwei Möglichkeiten:

1. Nicht kaufen
2. Kaufen

Alles weitere - und zwar ganz unabhängig davon, wie billig ein Vertrieb ist - geht SIE nichts an, sondern ausschliesslich den Künstler und ggf. dem "Major".

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