Santos klarer Favorit für Stichwahl

31. Mai 2010, 17:42

Grün-Kandidat Mockus bekam in erster Runde der Präsidentschaftswahl nur 21 Prozent - Stichwahl am 20. Juni

Bogotá - Kolumbiens neuer Präsident wird erst nach der Stichwahl am 20. Juni feststehen. Als Favorit geht der Kronprinz von Präsident Alvaro Uribe, der rechte Ex-Minister Juan Manuel Santos, ins Rennen, der in der ersten Runde am Sonntag 46 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Antanas Mockus, der für die grüne Partei antrat, kam auf überraschend niedrige 21 Prozent. Die Umfrageinstitute hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen prognostiziert.

Santos gehört einer traditionellen Oberschichtsfamilie an, die die Zeitung El Tiempo verlegt. Der 58-jährige Wirtschaftsexperte, der in London studierte, hat eine Fortsetzung der Sicherheitspolitik von Uribe versprochen. Lang waren die Gesichter bei den Anhängern von Mockus. Mockus war klarer Favorit in Facebook und Twitter, und keine der Umfragen hatte ihn mehr als fünf Punkte hinter Santos gesehen. Ähnlich wie in Chile im Dezember, wo der Außenseiter Marco Enriquez-Ominami zum Liebling der jungen Generation aufstieg, aber letztlich mit 20 Prozent der Stimmen klar abgeschlagen auf dem dritten Platz landete, zeigte sich auch in Kolumbien die relativ geringe Aussagekraft derartiger Popularitätsphänomene. (Sandra Weiss/DER STANDARD, Printausgabe, 1.6.2010)

Kommentar posten
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Jabon
01

richtig,Uribe hat Sicherheit und Bedingungen fuer grosse Konzerne verbessert damit diese leichter Geld
in Kolumbien verdienen koennen und Gold,Oel und
sonstige Reichtuemer aus Kolumbien rausschaffen
koennen ohne grosse Aergernisse und Kosten.
Mehr aber auch nicht,in ruralen Gebieten ist es immer
noch sehr gefaehrlich zu leben fuer die Einheimischen und es gibt auch
keine positiven Signale vom Arbeitsmarkt oder aus
dem Gesundheits oder Bildungssektor.
Gerade mit den Gesundheitswesen gehts bergab.

Austro-Spanier0
10
11.6.2010, 11:10
in ruralen Gebieten ist es immer noch sehr gefaehrlich zu leben fuer die Einheimischen

komisch, laut Wahlanalysen hat gerade in diesen Gebieten Santos sehr viele Stimmen gewonnen. Wie erklären SIE sich das?

Mike Müller
 
11
11.6.2010, 12:21
Ganz einfach dort sind seine Freunde

an der Macht und die Sorgen dafür das die Leute das wählen was Ihnen passt. Dort kann der Santos/Uribe Clan auch mit wenig Aufwand (Geld und Geschenke) einfluss nehmen. Gehen sie mal nach Choco.
Dort gilt noch mehr als sonst Geld regiert die Welt.

A_Schläsinger_vu_Brassel
00

Santos kann hietzt nur mehr ein elektorales Wunder verhindern.

Ich bin schon neugierig, wie die Kieser entscheiden werden.

sillysally
 
00
aja die "DERARTIGEN POPULARITÄTSPHÄNOMENE"

http://www.antanasmockus.com/

Running Sushi II
18
uribe als weltverbesserer!? 2

... leider hat sich die situation fuer viele menschen hier tatsaechlich verschlechtert, und uribes (als auch santos) regierung arbeiten hptsl mit militaers um die situation "unter kontrolle" zu bekommen, sondern !!!VERSCHENKEN!!! dieses wunderschoene land an mega-unternehmen zum abbau der letzten ressourcen, welche in den usa oder europa sowieso kaum noch zu finden sind! uribes politik ist auch absolut dafuer bekannt zu vertuschen! die tatsaechliche anzahl an binnenfluechtlingen und sonstigen sozialen problemen.
ich koennte wohl noch ewig schreiben, aber die posts sind kurz ... ich hoff zumindest sie regen zum denken an.
saludos.

diamant
20
Warum sollte Kolumbien seine Resourcen nicht verkaufen?

Was ist so schlecht daran? Und was hat man davon wenn man es nicht tut?

Wie kann es sein das Uribe so beliebt ist, wenn die Mehrheit der Bevoelkerung seine Regierung nicht als positiv empfindet?

Ernst Guevara
12
aus sozialen und ökologischen gründen

denn der ressourcen-raubbau durch die konzerne bringt ja den einfachen kolumbianern keine vorteile. es bringt nur den firmen und großgrundbesitzern profite. die kleinbauern und armenviertelbewohner vegetieren im elend dahin und manche müssen auch noch unter den miesesten bedingungen für die konzerne schuften. dazu kommt, dass etwa der bergbau und die landwirtschaftlichen monokulturen die umwelt zerstören. das sind gute gründe, die konzerne aus kolumbien rauszuhauen und auch noch wegen verletzung der menschenrechte und der umweltauflagen zu verklagen.

Girgl Galgenstein
11
und?

läuft's in Venezuela anders? Warum nur will der Chavez, dass die Ölquellen am oberen Orninoko erschlossen werden?

diamant
21
Und so ganz ohne 'Konzerne' ist die Welt ein Paradies......

Wenn es doch so einfach waere.....

Running Sushi II
13
uribe als weltverbesserer!?

ich befinde mich zur zeit gerade in kolumbien als menschenrechtsbeobachterin.
auf meine eigenen erfahrungen aufbauend, hat die regierung uribe die situation bes. fuer die aermere bevoelkerung verschlechtert!
militaerpraesenz verbesserte zwar die hptstrassenbefahrung, und manche meinen, dass es nun weniger guerilla- oder paramilitaergruppen (bei welcher mitbegruendung uribes familie nicht untaetig war) gibt.
ich befinde mich hier in einer kolumb. kriegszone, und lfd treffen wir auf paramiliaers oder guerrillas, und die bevoelkerung lebt in angst, mit taeglichen bedrohungen unterschiedlicher gruppen (inkl. des zwanges zum koka-anbau>denn einmal erwischt, gehoert der boden der regierung um sie an megaunternehmen verschenken zu koennen) ...

Austro-Spanier0
10
11.6.2010, 11:16
ich befinde mich zur zeit gerade in kolumbien als menschenrechtsbeobachterin. LOL

Eines kann man ihnen zumindest nicht absprechen, nämlich dass sie eine rege Fantasie haben.

Redaktion International
01
11.6.2010, 11:34
Das Posting

kommt von einer kolumbianischen IP-Adresse.

Horst Holger
61
wieso kommen einem beim Lesen ihrer Postings

leise Zweifel auf, daß Sie trotz gegenteiliger Aussagen noch nie im Land waren? Für welche "Menschenrechtsorganisation" arbeiten Sie denn und von welchem Land aus, wurden Sie in welche Region des Landes bzw. Stadt entsandt, wenn man fragen darf?
Und an welche MEGA-Unternehmen verschenkt Uribe was? Da sollten Sie schon deutlicher werden und Beweise beibringen, damit man auch darüber diskutieren kann. Sollte ein leichtes sein, denn schliesslich sind Sie ja im "Land" ;-)
Ist schon richtig: Ihre Posts regen zum Denken an: "was meint denn die gute Frau nur damit...?" und "warum schreibt die nur in Minuskeln?"

sauraumpfa
11
na lieber horsti - wo steht denn dass man nicht in "minuskeln" schreiben darf

da scheinen mehrere poster nicht ganz ihrer linie zu folgen!

wenn man sich naeher mit kolumbien beschaeftigt, dann weiss man dass running sushi nicht ganz unrecht hat - ok man kann das argument der megaunternehmen diskutieren - dass die royalties der oelkonzerne aber extrem mager fuer kolumbien ausfallen ist wohl bekannt und fuer mich unerklaerlich?

Horst Holger
10
manuskeln und minuskeln ist eine Unart

und ein Zeichen von Faulheit oder Legasthenie, das scheint sicherlich auf einige der Poster hier, wie auch auf viele Lateinamerikaner zuzutreffen- und für mich kein Argument. Der Rest- Ihre Antworten -geben nur bedingt oder gar keine Antwort auf meine Fragen. Ich kenne das Problem aus Venezuela: ausländische Konzerne aus dem Land jagen, weil man meint alles selbst machen zu können mit dem Ergebnis, daß nur noch 30% der ursprünglichen Produktivität vorhanden ist. Woher kommt das wohl? Richtig! Die Leute haben nicht die passende Ausbildung und werden die auch trotz BoliSchulen und BoliUnis so schnell nicht erreichen! Ein langsamer, fliessender Übergang vom Privat- zum Staatsunternehmen ist da der diplom. und wirtschaftlich sicherere Weg

*space
00

Was ist denn der Unterschied zwischen spationieren und sperren? Ich meine, wenn Sie schon Minuskel schreiben...

Mr.Orange0
00

Gut das wenigstens andere Leute in diesem Forum in Kolumbien leben und die Tatsachen sehen und nicht nur lesen.

sillysally
 
00
fr. weiss, fr weiss mockus ein popularitätsphänomen?


Welchen Teil seines bisherigen politischen Wirkens (und den entsprechenenden Ergebnissen) kann man ausschlichlich auf ein Popularitätsphänomen zurückführen??

Mockus as Mayor of Bogota
http://www.youtube.com/watch?v=g... re=related

dr. kokos
 
11
verbrechen ist auch ein resultat zu großer freiheit!


was weder uribe, santos, mockus oder sonst wer jemals kolumbien bringen kann, vermutlich auch nicht chávez venezuela:

sicherheit und stabilität, wie es für uns hier in europa normal ist.

warum nicht? ganz einfach, weil es amerika ist und in amerika das amerikanische system herrscht.

und das bedeutet: verbrechen wird als unvermeidbar und also normal betrachtet. siehe als ausgeburt davon die "posses" auf jamaica, die offen mit dem politischen system verbunden sind. auch die mafia in den usa ist systemimmanent und sieht zu, dass sie ihren verbrecherischen geschäften weiter nachgehen kann, sei das jetzt glückspiel, prostitution oder der offiziell doch so verfolgte drogenhandel.

amerikaner sehen das alles anders als wir europäer.

juanpablo85
00

Naja. Sagens das mal wem aus Kalabrien oder Neapel. Man liest eben selten darüber aber die Mafia operiert auch in Österreich, Deutschland, Schweiz usw. Jede Mafia ist Systemimmanent.

dr. kokos
 
11

in europa sind das aber die einzigen beiden spots, süditalien und sizilien. in amerika haben wir das auf dem ganzen kontinent, ausgenommen auf kuba. wobei das dortige system natürlich auch nicht die lösung sein kann. das europäische schon eher.

Mr.Orange0
22
Pro und Kontra, Chavez ja oder doch nein.......

Mit ungefähr 2 Millionen vertriebenen (von ca. 4 millionen in lateinamerika) ist Kolumbien das nach wie 2. grösste Land auf der Welt (vertreibung).
2000 falsos positivos: Junge leute die entfürt getötet und als Farc Rebellen ausgegeben wurden.
20.000.000 Menschen die in der Armut leben davon wenn ich nicht falsch liege 20% Indigentes (völliger Armut lebender Menschen) sind.
Seit Uribes antritt ungefähr 14.000 Menschen verschwanden davon 75% direkt auf Regierungsverwiklungen zurück zu führen sind.
Tausende von Uhreinwohnern ermordet.
Die Farc nach wie vor existieren.
Meine Frage ist was hat uribe diesem Land gebracht?
Es braucht eine Veränderung und zwar jetzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Interne_V
http://de.wikipedia.org/wiki/Kolumbien

yomellamo
52

Was Uribe dem land gebracht hat:

- mordrate von 66 pro 100000Einwohner und Jahr in 2002 auf jetzt 36. (vgl. Venezuela: 32 in 2001 --> heute 52, Dabei in Caracas offiziell 130).

- geringe (im lateinamerika-vergleich) inflation

- wirtschaftswachstum

- stark verbesserte sicherheitslage (man kann heutzutage sowohl als kolumbianer als auch als tourist in gegenden reisen in denen man vor 8 jahren noch mit sicherheit als Geisel genommen worden waere).

- starke schwaechung von Guerilla und Paras.

- juristische aufarbeitung von "Para-politica" (verstrickungen von Parlamentariern zu den paras)


... klar ist auch, dass auch Uribe kein wunderwuzzi ist und in 8 Jahren ALLES reparieren kann was in den jahrzehnten zuvor schiefgegangen ist.

Mike Müller
 
13
Sie kennen Kolumbien sicher gut aber scheinbar besteht Kolumbien aus verschiedenen Welten und Schichten.

Stimmern mag das scheinbar dort wo sie sich Bewegen aber am Rand der Städte, auf dem Land z.B Choco ist eine andere Welt. http://derstandard.at/127137773... emandsland
Dort wurde es schlimmer und dort Lebt die Mehrheit
Wenn sie arm sind ein bisschen land zu überleben bearbeiten oder arm in einem Barrio am Stadtrand wohnen ist dir einzige Wahrnehmung das die Akteure die sie bedrängen und sie vertreiben wollen ev. gewechselt haben. Heute kommt Dank Uribe vielleicht nicht mehr die FRAC sondern Palmen oder eine Minienfirma die mit Hilfe von Polizei, dem Militär oder PARAS mit neuem Namen Ihr land besetzen. Sie werden noch ärmer. Das ist Wirtsch.wachstum unter Uribe. Alles eine Frage des Preises mir ist er zu hoch.

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