Tropensturm wütet in Zentralamerika

31. Mai 2010, 20:03
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Rund 130 Tote - 112.000 Menschen in Guatemala in Sicherheit gebracht

Guatemala-Stadt - Der erste Tropensturm dieses Jahres hat in Mittelamerika mehr als 130 Menschen das Leben gekostet. Dutzende Bewohner wurden am Montag noch vermisst, tausende wurden obdachlos. Mehrere Ortschaften waren nach Erdrutschen und Überschwemmungen infolge des Sturms "Agatha" von der Außenwelt abgeschnitten. "Agatha" traf mit Windgeschwindigkeiten von 75 Kilometern pro Stunde aufs Land. Am schwersten betroffen war Guatemala, wo nach Behördenangaben 108 Menschen ums Leben kamen. 53 wurden noch vermisst. Rund 110.000 Menschen mussten evakuiert werden.

Notstand in drei Ländern

Auch das benachbarte El Salvador und Honduras riefen den Notstand aus. In El Salvador wurden neun Menschen getötet. In Honduras berichtete der Katastrophenschutz von zehn Toten. Mehr als 2.000 Menschen wurden in Honduras vor dem Unwetter in Sicherheit gebracht, zahlreiche Straßen und Brücken wurden beschädigt.

Mexikos Präsident Felipe Calderon bot Guatemala an, den Flughafen in der mexikanischen Grenzstadt Tapachula für Flüge zu nutzen. Kolumbien und die USA hatten angeboten, per Luftunterstützung Hilfsgüter in die von "Agatha" betroffenen Länder zu bringen und bei der Evakuierung der Gebiete zu helfen.

Überschwemmungen und Regen

Die Ausläufer von "Agatha" brachten der Region von Südmexiko bis nach Nicaragua am Wochenende starken Regen und Überschwemmungen, die Wassermassen lösten Erdrutsche und Sturzfluten aus. In der Hauptstadt Guatemalas fiel nach Angaben von Meteorologen an einem Tag so viel Regen (10,8 Zentimeter) wie normalerweise in einem Monat. In weiten Teilen von Guatemala-Stadt fiel der Strom aus.

In El Salvador gab es den Behörden zufolge rund 140 Erdrutsche. Nach Angaben von Präsident Mauricio Funes fielen dem Unwetter in seinem Land mindestens neun Menschen zum Opfer. Auch wenn der Sturm mittlerweile nachgelassen habe, bleibe die Situation im ganzen Land kritisch, sagte Funes.

In Honduras wurden mindestens 14 Todesopfer gemeldet, rund 3.100 Menschen wurden evakuiert. Dutzende Häuser, Brücken und rund 2.500 Hektar Ackerland wurden zerstört. In zehn Provinzen wurde der Schulunterricht abgesagt. Zahlreiche Flüsse seien über die Ufer getreten, erklärten die Behörden.

Vulkanausbruch

Guatemala litt nicht nur unter Sturm und Regen, sondern auch unter dem Ausbruch des Vulkans Pacaya. Im Umkreis von 50 Kilometern wurden rund 2.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Vulkan im Süden des Landes stößt Asche und Sand aus. Durch die Erschütterungen bei dem Ausbruch am Mittwoch kamen mindestens zwei Menschen ums Leben, drei weitere werden vermisst. Der internationale Flughafen von Guatemala-Stadt muss vorerst geschlossen bleiben. Heftiger Regen machte es dem Flughafenpersonal schwer, die Ascheschicht zu entfernen.

Im südamerikanischen Ecuador war der Vulkan Tungurahua weiter aktiv. In dem Krater hätten sich starke Explosionen ereignet, teilte das staatliche Institut für Geophysik mit. Der gut 5000 Meter hohe Vulkan speie aber derzeit keine Asche. Wegen des Vulkanausbruchs waren 2.500 Menschen in Sicherheit gebracht worden. (APA)

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    Ein Familie in Amatitilan, Guatemala, inmitten der Überreste ihres Hab und Guts.

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