Bei derzeitiger Rate werden Meere bis 2050 keinen Fisch mehr hergeben
New York - Mit verschärften Kontrollen und finanziellen
Anreizen wollen die EU und andere Länder die Überfischung der Meere
verhindern. Auf einer UNO-Konferenz in New York verständigten sich
die Mitglieder des UNO-Fischereiabkommens (UNFSA) auf Maßnahmen, die
den dramatischen Schwund der Fischbestände stoppen sollen. Die
Welternährungsorganisation (FAO) fürchtet, dass die Meere bei der
derzeitigen Verlustrate bis 2050 keinen Fisch mehr hergeben könnten.
Das Fischereiabkommen war 2001 in Kraft getreten und 2006 erstmals
bei einer Konferenz überprüft worden.
Europäische Diplomaten wiesen nach Abschluss der diesjährigen
Überprüfungskonferenz am Freitagabend darauf hin, dass es
sich bei den vereinbarten Maßnahmen nur um Empfehlungen handelt. Die
Umweltschutzorganisation Pew Environmental Group bewertete das
Ergebnis dennoch als "einen Schritt vorwärts". Pew-Direktorin Susan
Lieberman forderte am Samstag, "die Empfehlungen in die diesjährige
Fischerei-Resolution der UNO-Vollversammlung einzubringen und die
Mitgliedsländer anschließend zur Übernahme in ihre nationale
Gesetzgebung zu bewegen".
Demnach sollen regionale Wirtschaftsverbände künftig enger
zusammenarbeiten, um Fischfänge beim Entladen genau zu überprüfen.
Forschungsarbeiten, an denen auch Pew beteiligt war, waren kürzlich
zu dem Ergebnis gekommen, dass jährlich bis zu 26 Millionen Tonnen
illegal gefangener Fische angelandet werden.
Es soll auch gezählt werden, wie viele Haie als Beifang getötet
und ins Meer zurückgeworfen werden. Ebenso protestierte die Konferenz
gegen das übliche Verfahren, Haien auf hoher See die Flossen
abzutrennen und die tödlich verletzten Tiere über Bord zu werfen. Die
UNFSA-Länder fordern, die Flossen erst nach der Anlandung
abzuschneiden und den Rest der Tiere ebenfalls zu verwerten.
Haifischflossen gelten als Delikatesse. Es wird geschätzt, dass die
Flossen von 73 Millionen Haien pro Jahr im Kochtopf landen. (APA/dpa)