UN-Konferenz verständigt sich auf Maßnahmen gegen Überfischung

30. Mai 2010, 22:02
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Bei derzeitiger Rate werden Meere bis 2050 keinen Fisch mehr hergeben

New York - Mit verschärften Kontrollen und finanziellen Anreizen wollen die EU und andere Länder die Überfischung der Meere verhindern. Auf einer UNO-Konferenz in New York verständigten sich die Mitglieder des UNO-Fischereiabkommens (UNFSA) auf Maßnahmen, die den dramatischen Schwund der Fischbestände stoppen sollen. Die Welternährungsorganisation (FAO) fürchtet, dass die Meere bei der derzeitigen Verlustrate bis 2050 keinen Fisch mehr hergeben könnten. Das Fischereiabkommen war 2001 in Kraft getreten und 2006 erstmals bei einer Konferenz überprüft worden.

Europäische Diplomaten wiesen nach Abschluss der diesjährigen Überprüfungskonferenz am Freitagabend darauf hin, dass es sich bei den vereinbarten Maßnahmen nur um Empfehlungen handelt. Die Umweltschutzorganisation Pew Environmental Group bewertete das Ergebnis dennoch als "einen Schritt vorwärts". Pew-Direktorin Susan Lieberman forderte am Samstag, "die Empfehlungen in die diesjährige Fischerei-Resolution der UNO-Vollversammlung einzubringen und die Mitgliedsländer anschließend zur Übernahme in ihre nationale Gesetzgebung zu bewegen".

Demnach sollen regionale Wirtschaftsverbände künftig enger zusammenarbeiten, um Fischfänge beim Entladen genau zu überprüfen. Forschungsarbeiten, an denen auch Pew beteiligt war, waren kürzlich zu dem Ergebnis gekommen, dass jährlich bis zu 26 Millionen Tonnen illegal gefangener Fische angelandet werden.

Es soll auch gezählt werden, wie viele Haie als Beifang getötet und ins Meer zurückgeworfen werden. Ebenso protestierte die Konferenz gegen das übliche Verfahren, Haien auf hoher See die Flossen abzutrennen und die tödlich verletzten Tiere über Bord zu werfen. Die UNFSA-Länder fordern, die Flossen erst nach der Anlandung abzuschneiden und den Rest der Tiere ebenfalls zu verwerten. Haifischflossen gelten als Delikatesse. Es wird geschätzt, dass die Flossen von 73 Millionen Haien pro Jahr im Kochtopf landen. (APA/dpa)

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