Das Vorjahres-Endspiel schon jetzt

30. Mai 2010, 22:13
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Federer trifft auf Söderling - Schweizer bisher ohne Satzverlust - Andy Murry und Venus Williams vorzeitig out - Henin rang Scharapowa nieder

Paris - Mit zwei klaren Drei-Satz-Siegen haben sich Titelverteidiger Roger Federer und Vorjahres-Finalist Robin Söderling am Sonntag bei den French Open ins Viertelfinale gekämpft. Nun treffen die beiden am Dienstag schon zwei Runden früher als vor Jahresfrist aufeinander. Federer ließ seinem Landsmann und Freund Stanislas Wawrinka mit 6:3,7:6(5),6:2 ebenso wenig Chancen wie Söderling dem Kroaten Marin Cilic mit 6:4,6:4,6:2.

"Die Bedingungen waren schwierig heute, mit einem schwierigen Gegner, den ich sehr gut kenne. Wir haben Olympia-Gold zusammen gewonnen in Peking", sagte Federer in Schwiizer-Dütsch. Und danach auf Deutsch: "Es war für mich eine Premiere gegen Stan in einem Grand-Slam-Turnier zu spielen. Ich hatte enormen Respekt vor dem heutigen Spiel", gestand der Tennis-König.

Schweizer ist zufrieden

Im Spiel gegen den Schweden Söderling geht es um viel für Federer: Erstens kann er den Sampras-Rekord von 286 Wochen an der Weltranglisten-Spitze mit einem Sieg egalisieren und auch seine sensationelle Serie von Major-Halbfinali en suite auf 24 zu erhöhen. "Es wird sicher nicht einfacher gegen Söderling. Ich habe gute Erinnerungen an ihn, habe ihn letztes Jahr im Finale geschlagen und dann auch in Wimbledon und bei den US Open. Ich muss schauen, dass ich gut variiere. Es ist viel auf dem Spiel für mich."

Mit seiner ersten Turnierwoche in Paris ist Federer sehr zufrieden. "Ja, das kann man schon sagen. Ich bin ein bisschen überrascht, dass ich gar keinen Satz verloren habe. Es ist sehr schnell gegangen." Federer präsentierte sich bisher in ausgezeichneter Verfassung, der Kurs in Richtung Traum-Finale gegen Rafael Nadal stimmt jedenfalls.

Murrays Aus im Achtelfinale

Der Weltranglisten-Vierte Andy Murray schied schon im French-Open-Achtelfinale aus. Der Schotte unterlag dem auf Nummer 15 gesetzten Tschechen Tomas Berdych in einem von Regen unterbrochenen Match 4:6,5:7,3:6.

Die Niederlage des Viertelfinalisten 2009 ist allerdings keine allzu große Überraschung. Der Brite hat heuer auf Sand den Viertelfinal-Einzug in Madrid als sein bestes Ergebnis. Berdychs nächster Gegner ist der Russe Michail Juschnij.

Kein Williams-Finale

Bei den Damen wird es hingegen nicht zum Finale der beiden Topgesetzten, dem "Sister-Act" kommen: Die als Nummer zwei gesetzte Venus Williams musste sich am Sonntag im Achtelfinale überraschend der Russin Nadja Petrowa, die zuvor auch Aravane Rezai (FRA) eliminiert hatte, geschlagen geben. Petrowa siegte nach 90 Minuten mit 6:4,6:3 und trifft nun im Viertelfinale auf ihre Landsfrau Jelena Dementjewa.

Venus bleibt noch in Paris, spielte sie sich doch im Doppel mit Schwester Serena danach ins Viertelfinale, aber: "Ich habe heute einfach nicht meinen Rhythmus gefunden", erklärte Venus ihr Aus. Petrowa habe mit den schwierigen, windigen und kühlen Bedingungen einfach besser umgehen können. "Natürlich bin ich enttäuscht. Aber ich hatte einen Tag, an dem ich einen Ball cross schlagen will und dann geht er longline. Wenn es kalt wird, ist es schwieriger, das Racket zu spüren. Besonders in Europa kann es wirklich kalt werden."

Scharapowa out

Bereits zuvor hatte sich Justine Henin im am Vorabend bei Satz-Gleichstand abgebrochenen Drittrundenschlager gegen Maria Scharapowa durchgesetzt. Die vierfache French-Open-Siegerin untermauerte ihre Anwartschaft auf Titel Nummer 5 mit einem 6:2,3:6,6:3-Erfolg nach 2:10 Stunden. Henin steht auf dem Weg zum Viertelfinal-Duell mit Serena Williams im Achtelfinale am Montag noch die Australierin Samantha Stosur im Weg, Venus' topgesetzte Schwester misst sich mit Shahar Peer aus Israel.

Henin war gegen Scharapowa schon mit einem Fuß im Aus gestanden, denn die Russin führte im dritten Satz mit 2:0 und hatte bei 0:40 drei Break-Chancen zur 3:0-Führung. "Dieses Game war so wichtig, denn mit 3:0 und zwei Breaks wäre es wirklich schwer für mich geworden", gestand auch eine glückliche Henin. Die Belgierin spielte ab diesem Zeitpunkt weit aggressiver und riskanter, und die Rechnung ging auf. "Ich hatte keine andere Wahl. Sie ist ein Champion, sobald man ihr Möglichkeiten gibt, nützt sie sie."

Auch gegen Stosur erwartet Henin ein schwieriges Match. "Wir haben vor ein paar Wochen in Stuttgart gespielt, sie spielt großartig auf Sand und hat mir in Stuttgart schon viel Mühe bereitet", ist Henin von dem Duell gewarnt.

"Gut, aber nicht genug"

Für Scharapowa gab es auch von manch Journalisten Komplimente für ihr gutes Match. "Sie könnten doch eindeutig die French Open auch gewinnen, wenn Sie so spielen, glauben Sie nicht?", eröffnete einer die Pressekonferenz. "Können Sie bitte zu jeder meiner Pressekonferenzen kommen", antwortete Scharapowa lachend. "Ja, ich habe sehr gutes Tennis gespielt, aber es war nicht genug."

Mit der schwierigen Auslosung wollte die Nummer 12 des Turniers nicht hadern. "So ist Tennis eben. Das Match vor uns war Dementjewa gegen Scheepers und da ging es um das Viertelfinale. Aber ich liebe die Herausforderung gegen Champions wie sie (Henin-Anm.), egal ob in der ersten Runde oder im Finale. Man muss vom ersten Match an ready sein." (APA)

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