Magna kämpft weiter um Karman-Dachsparte

30. Mai 2010, 16:10
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Graz/Hannover - Der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna gibt den Kampf um die Karmann-Dachsparte nach dem Übernahme-Verbot durch das deutsche Bundeskartellamt noch nicht verloren. "Wir hoffen, dass wir trotz des Vetos des Kartellamts einen Großteil der Produkte von Karmann Dachsysteme übernehmen können", sagte Magna-Steyr-Vorstand Günther Apfalter der "Automobilwoche". Details nannte er nicht. Er ließ dem Branchenblatt zufolge aber durchblicken, dass die Karmann-Dachsparte nicht zwingend unter dem Dach der Magna-Gruppe angesiedelt sein müsse. "Wir haben immer einen Plan B."

Auch eine Ministererlaubnis durch den deutschen Wirtschaftsminister schließt Magna Steyr nicht aus. "Das ist ein Szenario, das geschehen kann", sagte Apfalter zu den Äußerungen von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). Wulff hatte sich enttäuscht über die Kartellamtsentscheidung gezeigt und erklärt, er werde sowohl eine Ministererlaubnis wie auch ein Klageverfahren vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf prüfen lassen.

Beeinträchtigung des Wettbewerbs

Die Wettbewerbshüter hatten ihr Nein damit begründet, dass der Zusammenschluss von Magna und Karmann in einem bereits hochkonzentrierten Markt dazu geführt hätte, dass europaweit nur noch zwei große Anbieter von Cabrio-Dachsystemen existierten. Eine derartige Beeinträchtigung des Wettbewerbs könne man nicht zulassen.

"Wir sind schon einigermaßen verblüfft, dass das Kartellamt in seinem Urteil in keinster Weise auf unsere Stellungnahme Bezug genommen und gegen Magna entschieden hat", sagte Apfalter. Es gebe keine realistische Alternative. Die Magna-Lösung sei die bessere für die Kunden und den Standort, denn der Magna-Plan enthalte eine Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter.

Auch die IG Metall hatte die Entscheidung des Kartellamtes kritisiert. Es geht um rund 700 Arbeitsplätze bei Karmann in Osnabrück und im polnischen Zary. Ein Kaufvertrag war bereits geschlossen. Berichten zufolge beträgt der Preis 20 Millionen Euro. (APA)

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