Extremsportler Ressmann in den Tod gestürzt

30. Mai 2010, 13:38

"Erstbefahrer" des Mount St. Elias fiel in Unken 25 Meter tief in ein Bachbett - Unachtsamkeit wurde zum Verhängnis

Salzburg - Die Berge waren "Resls" Leben - vor allem jene, "die man sich richtig erkämpfen muss". Im Kinofilm "Mount St. Elias" sorgte der Extremsportler Peter Ressmann (44) mit seiner spektakulären Skiabfahrt für atemberaubende Szenen. Doch eine kleine Unachtsamkeit bei einem routinemäßigen Abseilen in den Salzburger Bergen bezahlte der Ski- und Bergführer aus Kitzbühel mit dem Leben. Er stürzte vorgestern, Freitag, 25 Meter tief im freien Fall in die Fischbach-Schlucht in Unken im Pinzgau und war sofort tot.

Outdoor-Abenteuer

Die Polizeiinspektion Lofer schließt ein Fremdverschulden aus. Ressmann führte eine Touristengruppe für ein Outdoor-Abenteuer ins Heutal auf rund 1.000 Meter Seehöhe. Er hatte bereits seine Assistentin abgeseilt. Bevor die Touristen an der Reihe waren, passierte um 11.35 Uhr der Unfall. "Er hängte am Standplatz bei einem Baum die Eigensicherung ein, dürfte aber einen falschen Karabiner aufgemacht haben. Er lehnte sich noch zurück und fiel dann mit der Bandschlinge und den Selbstsicherungsschlingen in das Bachbett", schilderte ein Polizist. Es war vermutlich ein "blöder Fehler", eine "kurze Unaufmerksamkeit", warum der erfahrene Alpinist sterben musste.

In den Bergen verbrachte Ressmann beinahe jede Sekunde, mit Skifahren, Klettern, Radfahren und Laufen. Im Alter von drei Jahren stellten ihn seine Eltern zum ersten Mal auf die Ski. "Das war der Beginn einer spannenden Karriere", steht auf der Homepage http://www.mountstelias.com. Er machte sein Hobby zum Beruf, gründete das Unternehmen "Alpine Experts". Ein Höhepunkt in seinem Leben war sicherlich im August 2007 die Erstbefahrung der längsten, schneebedeckten vertikalen Linie der Welt am Mount St. Elias (5.489 Meter Seehöhe) in Alaska, gemeinsam mit den Skialpinisten Axel Naglich und Jon Johnston.

Mount St. Elias

Dieses Grenzerlebnis, das den Extremsportlern höchste Konzentration abverlangte, wurde von einem Kamerateam gefilmt und kam im Herbst 2009 in die Österreichischen Kinos. Der Anstieg dauerte elf, die Abfahrt mit den Skiern drei Tage. Das Trio überwand bis zu 60 Grad steile Eishänge und zahlreiche Gletscherspalten, unter ständiger Lawinen- und Steinschlaggefahr.

Die längste Skiabfahrt der Welt war nicht die einzige Extremtour, die Ressmann bewältigte. Er stieg 2006 auf den Gipfel des 8.047 Meter hohen Broad Peak im pakistanischen Karkoram-Gebirge und fuhr anschließend großteils auf Skiern ab. In China bestieg er den 7.500 Meter hohen Muztagh Ata, um ihn dann ebenfalls mit den zwei Brettln zu bezwingen. Als weltweit tätiger Skilehrer und Profibergsteiger führte er seine Gäste auf den Mount McKinley, Elbrus, Mustagh Ata und Pik Lenin.

Angespornt wurde Ressmann nach eigenen Angaben von dem Traum, "dort hin zu gelangen, wo zuvor nur wenige Menschen waren. Du fühlst dich dabei mehr und mehr ausgesetzt und herausgefordert. Darum geht es im Endeffekt". Skibergsteigen bedeutete für ihn, "einen weiteren Schritt in Richtung Grenze zu tun, steilere Lines runter zu fahren und sich selbst in den ausgesetztesten und verlassensten Gegenden wieder zu finden". Besonders anziehend waren für ihn hohe Berge und schwere Pisten, die noch von keinem Skifahrer betreten wurden. Berge, die so im Vorbeigehen mitgenommen werden, empfand er selten als interessant. Doch gerade dort stürzte er in den Tod. Die Sektion Kitzbühel des Österreichischen Berg- und Skiführerverbandes ist sehr betroffen von dem Verlust ihres langjährigen Kassiers. Das Mitgefühl der Bergführer gilt Ressmanns Familie und seiner Lebensgefährtin. (APA)

 

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 93
1 2 3
1.Jamaikanisches Slalomteam
 
46
RIP

Es ist so verdammt österreichisch den Leuten ihren Erfolg einfach nicht zu gönnen.Nicht mal wenn sie tot sind. Ein großer Alpinist der gern ans Limit gegangen ist und nun gibts nun Leute die ihn dafür verehren und die sein Tod nachdenklich und traurig stimmt.So what?!
Diese "Selber Schuld,wära halt unten blieben"-mentalität ist so zum k*tzen!Erst mal selber auf an Berg gehen und danns ersts maul aufreissen.klar soweit?!

Kool killer
 
05
13.6.2010, 13:21
Einer der Maulaufreisser

hat folgende Eintragungen im Tourenbuch:

1 6000er Hindukusch
3 5000er Afrika, Persien
45 4000er Alpen, Atlas, Rocky Mountains, Persien
ca. 150 3000er

Ich bin dazu Autor eines Schitourenführers.
Ich weiss wovon beim Bergsteigen, Klettern und Skitourengehen die Rede ist.

"Wäre er doch unten geblieben" habe ich nie gepostet. Doch zwischen dem Grundrisiko bei Berggehen und dem nicht mehr kalkulierbaren Extremkick ist ein qualitativer Unterschied. Was ich kritisierte, ist eben diese Heldenverehrung für egomanische Extremsportler. Und in der "Verehrung" steckt viel tiefenpsychlogische Übertragung: der Verehrte lebt aus, wovon man träumt, zeigt jenen Heldenmut, den man sich selber wünscht.

karl ingwer
11
16.6.2010, 00:44
warum soll man die nicht besonders

achten oder meinetwegen verehren, für Dinge die man sich selbst nicht traut? Nebenbei ist das auch keine Frage der Ratio, das passiert sowieso auf emotionaler Ebene, und da packt es wohl fast jeden! Und was kümmerts einen dann, dass die ggf. Egomanen oder sonstwas sind, das müssen sie sich mit sich selbst und mit ihren Familien ausmachen.

Und gestürzt ist er bei einer Routinesache, kurz nicht konzentriert, weil vermutlich schon 100.000 mal gemacht. Insofern verstehe ich auch nicht ihren Kommentar betr. kein Mitleid mit U-Bahn-Surfern, Extremsportlern, etc.

1.Jamaikanisches Slalomteam
 
10
15.6.2010, 18:23

1.mal war mein posting obst dus glaubst oder nicht,nicht auf dich bezogen.Denn was Egoismus &Rekordsucht solcher Leute angeht gebe ich dir durchaus recht.
2."der verehrte zeigt jenen heldenmut den man sich selber wünscht",na und was ist da dran jetzt so furchbar schlimm? menschen haben immer helden und ideale die sie verehren und in die sie meistens auch mehr reininterpretieren als da vll ist. Solang man sich der Gefahr dessen bewusst ist,ist das doch eher was Gutes.
3.Ich hab nur kritisiert,dass hier trotzdem ein Mensch gestorben ist und man sich dann manche Leute nicht zu blöd sind auch noch ätzende kommentare drüber abzugeben.
4.Wow du bist sooo der uuuriii tollle bergsteiger.gratuliere herzlich.

Kool killer
 
13
16.6.2010, 11:47
Erst mal selber auf an Berg gehen und danns ersts maul aufreissen.klar soweit?!

das war deir schluss deines postings, auf das ich reagierte. in 40 jahren bergsteigerei kommt halt einiges zusammen ...
und leute als helden zu verehren, eben weil sie extremrisiko mit todesperspektive auf sich nehmen, und dann zu betrauern, wenn das risiko schlagend wird, ist - emotionalität hin oder her - ein wenig schizophren.

the original -Neowiener-
01
27.7.2010, 08:59
Aber Sie wissen offensichtlich nicht, was Schizophrenie bedeutet!

Doch, weiß er schon.

Kool killer
 
23
Na, da habe ich in ein Wespennest der Heldenverehrer gestochen

Ein ganz ganz bescheidener Mensch war er doch, der Ressmann, sagen diese, der ja nichts als seinen Traum lebte, ganz im Verborgenen ...
Jeder, der sich als Extremsportler betätigt und sein Leben permanent aufs Spiel setzt, ist ein adrenalinsüchtiger Egomane. Ob er jetzt beim Routine-Abseilen abstürzt oder bei der Abfahrt vom Matterhorn, ist völlig wurst. Wäre Ressmann nicht der Held der Extremabfahrten, wäre sein Tod eine Randnotiz im Lokalteil der Salzburger Nachrichten und nicht ein Anlass fast zur Staatstrauer.
Das Mitgefühl gilt seiner Familie. Gewiss. Doch nur ein Egomane mutet dieser zu, immer wieder um seine Rückkehr zu zittern.

parzenbua
00
ich gebe zu

dass dieser schluss von der tätigkeit auf den charakter eines menschen nahe liegt, aber im gegebenen fall (überraschender weise) nicht den tatsachen entspricht. das machte den resl ja so speziell. er war in jeder hinsicht eine Ausnahmeerscheinung. gerne würde ich mit ihnen über seine person unterhalten, vorzugsweise dach dem gedenkgottesdienst am sonntag in kitzbühel. da dies aber mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit nicht der fall sein wird, empfehle ich mich hiermit, und wünsche ihnen eine gute nacht

roklde
20

ich denke sie haben vorurteile, vorurteile sind oft ein fluch. wenn man ihnen sagt dass alle ausländer schlecht sind glauben sie das auch? sie haben bergsteiger und menschen wie den resl kollektiv beurteilt, nach dem motto alle die solch extremsportarten betreiben sind selber schuld wenn sie sterben,ja, natürlich sind diese selber schuld, weil sie ja selbst gestorben sind aber trotzdem darf mann/frau sagen dass dieser mensch, sofern man ihn gekannt hat, ein besonders umsichtiger und besonders menschlicher, lieber, wertvoller und immer an seine mitmenschen bedachter mensch war. das war resl, ein öffentlichkeitsscheur, nie auf seinen vorteil bedachter mensch, alles was er wollte war, den menschen die natur und die berge zu zeigen. danke resl

Kool killer
 
11
Wer die Erfüllung seiner Träume

im Aufsuchen der Lebensgefahr findet, ist ein adrenalinsüchtiger Egomane. Dies ist keine Charakterbeschreibung, sondern eine Motivationsanalyse, der alle Psychologen zustimmen, die sich bisher mit Extremsportlern beschäftigt haben.

Ob diese Menschen persönlich sympathisch und bescheiden wirken, wie Ressmann dies offensichtlich tat, oder marktschreierische Kotzbrocken sind, wie Thomas Bubendorfer, ist dabei unerheblich.

Überwinden von Todesgefahr durch extreme Leistung als immer wieder gesuchter Kick ist der Punkt.

Karnahkarnanz
00
22.6.2011, 23:51

Diese Kombination von Buchhaltermentalität mit pseudowissenschaftlicher Selbstbestätigung verblüfft mich doch sehr

parzenbua
12
nocheinmal

egomane trifft so ziemlich genau das gegenteil dessen, was oder wer der resl NICHT gewesen ist. er war bescheiden, hat nicht mit seinen projekten geprahlt, wenn meine kollegen es mir nicht erzählt hätten, hätte ich gar nicht gewusst, wer da mein alpin-ausbildner beim landesschilehrer ist.
und das mit diesem unfall ist in etwa so, als ob ayrton senna beim taxi fahren gestorben wäre...

Kool killer
 
165
31.5.2010, 16:39
Um Rennfahrer, Basejumper, Extremkletterer, Houserunner & U-Bahn-Surfer

trauere ich nicht, wenn sie sich irgendwann derstessen. Sie gegeben sich freiwillig immer wieder ins Risiko, und irgendwann wird es schlagend. Helden sehen anders aus als solche Egomanen.

Gary Grantscherbn
23

bei jeder ähnlichen Gschicht das Selbe....wie eine tibetanische Gebetsmühle...außer Schachspielen dürfte wohl nichts erlaubt sein. Und da könnt einem die Dame ja am Kopf fallen.

phaidros
02

sie scheinen das posting nicht verstanden zu haben.

Gary Grantscherbn
10

ja, und die meisten anderen auch nicht.....

Bagaude
23

Und warum genau müssen Sie der Welt mitteilen, um wen Sie trauen und um wen nicht? Entdecke ich da leichte Züge von Egomanie?

sjcx
42
31.5.2010, 20:59

liebe standardredakteure, könnten sie bitte solche posts einfach löschen?

John Bello
01
24.6.2010, 00:10

meinungsfreiheit ist ein grundrecht in Ö,manchmal auch ein nerviges,aber das müssens,der demokratie zuliebe,bitte schön aushalten.

phaidros
01

damit letzten endes nur mehr Ihre hochwohlgeborene meinung dastehen darf? des haettens wohl gern, metternich.

James Cole
 
23
31.5.2010, 16:31
das ist sehr traurig. ich hab beim medienhype um mount st-elias einiges mitbekommen und speziell auch seinen grundsympathischen sport am sonntag auftritt in erinnerung.

das ist wirklich schade, so einen "grenzgänger" wünscht man noch die höchsten gipfel im alter von 95 jahren!

naja, beim grenzgängertum war er bestimmt absolut top, sein leben lang hat er nur nach den näcshten kick, das unmögliche, die zuvor noch nicht erbrachte leistung gesucht. er war ein abenteurer und entdecker, irgendwie schön dass es die heute noch gibt. in einer welt in der schon "alles" enteckt wurde und jeder winkel der welt untersucht wurde muss man halt ordendtlich an seine grenzen gehn um das noch toppen zu können, dadurch finde ich den extremsport so faszinierden.

fare well. auch wenn das ende unvorhersehbar banal war, glaube ich trotzdem dass es seinem leben gerecht wurde!

Grantscherben
102
31.5.2010, 14:40

Selber Schuld. Bleibts halt einfach unten.

Gary Grantscherbn
10

Kollege, was soll dieses Namensplagiat? :-)

Physikus75
26
31.5.2010, 15:07

...und krepierens an Herzverfettung und chronischem Missmut. Muss schon ein tragisches Leben sein, das sie führen. Aber schließlich ist ihr (nick)Name ja Programm.

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