Barracuda will mit Tiroler Phion weiter wachsen

30. Mai 2010, 12:56
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CEO Drako: Team in Innsbruck wird aufgestockt

Die US-Firma Barracuda Networks sieht die vor einigen Monaten erfolgte Übernahme der Tiroler Software-Firma Phion als weiteren Schritt in einer anhaltenden Expansionspolitik. Die Firewall von Phion sei ein exzellentes Produkt, lobte Dean Drako, einer der drei Gründer und Eigentümer von Barracuda Networks, dieser Tage vor Journalisten in Wien die Innovationskraft der Innsbrucker. Die US-Firma mit Sitz im Silicon Valley in Kalifornien, benannt nach einem tropischen Raubfisch, hat die Tiroler Softwareschmiede "geschluckt" und hält derzeit 81 Prozent der Phion-Aktien.

Tirol-Team wird aufgestockt

Das Phion-Team in Tirol will der neue Haupteigentümer aufstocken. "Wenn du ein gutes Team hast, dann zerstörst du es nicht", meint der US-Amerikaner. Die Barracuda-Firmenphilosophie sei sehr lokal und direkt an den Kundenbedürfnissen orientiert: Auch in einer globalisierten Welt wollten Kunden nicht außerhalb ihres Landes bzw. Sprachraumes anrufen, zeigt sich Drako überzeugt. Innsbruck soll neben dem Standort London zum zweiten großen Barracuda-Sitz in Europa werden.

Zu den mehr als 100.000 Barracuda-Kunden zählen neben kleinen und mittleren Unternehmen auch Konzerne wie Coca Cola, IBM und FedEx. Weltweit werden rund 650 Mitarbeiter in 18 Niederlassungen beschäftigt. 2003 wurde die IT-Firma von Dean Drako, Michael Perone und Zachary Levow gegründet. Angeboten werden Produkte für IT-Sicherheit, Netzwerk- und Speicherlösungen, Bilanzzahlen werden nicht veröffentlicht. Der Firmenname "Barracuda" soll einen Wachhund mit scharfen Zähnen zur Wahrung der Computer-Sicherheit symbolisieren.

Krisenresistent

Die IT-Sicherheitsbranche sei weitgehend krisenresistent, der Bedarf an guten Produkten werde weiter zunehmen, ist Drako überzeugt. Die IT sei für das Funktionieren der Wirtschaftswelt von entscheidender Bedeutung, bei einem Internet- bzw. Netzwerk-Ausfall stehe in vielen Unternehmen der ganze Betrieb still. Weltweit seien rund 95 Prozent der versandten E-Mails Spam, mit den Barracuda-Produkten könnten 99,5 Prozent des Spam abgeblockt werden, verspricht Drako. Eine der Herausforderungen sei es, den Spam aus den erwünschten E-Mails herauszufiltern, z.B. abonnierte Newsletter mit viel Werbung durchzulassen, Spam aber abzublocken.

Die Bedrohung der IT-Sicherheit habe sich in den vergangenen Jahren drastisch gewandelt: Während früher Technikfreaks im Teenager-Alter die klassischen Täter waren, seien diese heute im Bereich der organisierten Kriminalität zu finden: "Es geht nur ums Geld". Gut ausgebildete Menschen aus Regionen mit schlechten Job- und Verdienstchancen würden über das Internet kriminelle Aktivitäten entfalten, um sich zu bereichern.

Kaum Chance für Gesetze

Die neuen Virus-, Phishing und Spam-Attacken kämen oft aus asiatischen, osteuropäischen und afrikanischen Ländern. Für die Bemühungen, Internet-Kriminalität durch Gesetze einzudämmen, sieht Drako keine Erfolgschance. Wegen der globalen Natur des Internet sei der Kampf gegen IT-Kriminalität durch nationale Behörden zum Scheitern verurteilt. Noch so gute Gesetze und Vorschriften könnten gegenüber den Tätern im Ausland nicht durchgesetzt werden. (APA)

 

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