Auch Bangladesch sperrt Facebook

30. Mai 2010, 10:48
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Maßnahme bis zur Löschung "anstößiger" Zeichnungen

Nach der Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed auf der Facebook-Website hat Bangladesch die Seiten des Sozialnetzwerks gesperrt. Die Sperre sei am Samstagabend vorgenommen worden, weil die Website "die religiösen Gefühle der muslimischen Bevölkerungsmehrheit im Land verletzt" habe, erklärte der Vorsitzende des bangladeschischen Aufsichtsausschusses für Telekommunikation, Hasan Mahmud Delwar, am Sonntag in Dhaka. Die Sperre sei allerdings "vorübergehend". Sobald die Seiten mit anstößigen Bildern gelöscht worden seien, werde Facebook wieder freigeschaltet.

Bilder von Führungspersonen

Nach Delwars Angaben waren außer Mohammed-Karikaturen "anstößige Bilder" von Führungspersonen des Landes wie Regierungschefin Sheikh Hasina Wajed und ihrem Vater Mujibur Rahman, des ersten Präsidenten von Bangladesch, veröffentlicht worden. Ein Mann wurde im Zusammenhang mit den Bildern festgenommen. Für die Sperre von Facebook hatten am Freitag in der Hauptstadt Dhaka Tausende Menschen demonstriert.

Karikaturenwettbewerb

Auf einer Facebook-Seite hatte ein westliches Mitglied des Netzwerkes zur Einsendung von Karikaturen des Propheten Mohammed aufgerufen. Infolgedessen hatte Pakistan am Mittwoch den Zugang zu der Website gesperrt. In zahlreichen Städten des Landes fanden Demonstrationen gegen das US-Internetunternehmen statt. Inzwischen wurde die Sperre wieder aufgehoben, einzelne Seiten blieben weiterhin nicht erreichbar. (APA/AFP)

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