Häupl über Strache

"Er ist ein Loser und wir wollen Loser nicht!"

29. Mai 2010 13:15
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    Foto: apa/georg hochmuth

    Nothing else matters: Michael Häupl in Hochform.

Wiener SP-Parteitag: Geheime Zusatzprotokolle bei Oppositionspakt befürchtet - Armutsbekämpfung und Bildungspolitik zentrale Aufgabe

Wien - Mit Attacken auf die gesamte Opposition hat am Samstag Wiens Bürgermeister Michael Häupl auf dem Landesparteitag seiner Partei endgültig den Wahlkampf der Sozialdemokraten für die Wien-Wahl im Oktober inoffiziell eröffnet. Schließlich trage FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Verantwortung für den Bundespräsidentenwahlkampf seiner Partei: "Er hat verloren, er ist ein Loser und wir wollen Loser nicht!" Zugleich malte Häupl den Teufel eines geheimen Bündnisses der gesamten Opposition an die Wand.

"Lasst Euch den Schmäh nicht länger einidrucken, dass die Jungen bei Strache sind - sie sind bei uns am Vorabend des 1. Mai am Rathausplatz (beim Fackelzug der SJ, Anm.)! Die Jungen wollen keine Loser - wir ein bisschen Ältere übrigens auch nicht." Strache wolle nur Macht und habe schon verkündet, Bundespräsident, -kanzler und Bürgermeister werden zu wollen: "Das Einzige, was ich noch nicht gehört habe, ist, dass er Erzbischof werden will, aber vielleicht kommt das auch noch."

Größere Sorgen als der FPÖ-Chef alleine macht dem SP-Chef offensichtlich die geballte Oppositionsmacht. Die jüngste Vereinbarung von ÖVP, FPÖ und Grünen über eine gemeinsame Änderung des Wiener Wahlrechts nach einem etwaigen Wahlerfolg sei hier nur der Anfang. "Was wurde hier noch vereinbart? Das kann doch nicht nur das Wahlrecht sein", spekulierte Häupl über geheime Zusatzprotokolle. Enttäuscht sei er in diesem Zusammenhang vor allem von VP-Chefin Christine Marek und Grünen-Frontfrau Maria Vassilakou: "Ministrantinnen zu spielen für den Herrn Strache, finde ich doch schon ein ziemlich starkes Stück." Hier bahne sich aus Hass auf die Sozialdemokraten ein gemeinsames Bündnis an: "So unwahrscheinlich ist das alles nicht."

Hier seien dann die Wiener am Zug: "Wählen heißt: Wählerisch sein, auswählen." Und da gelte für die SPÖ: "Ja, wir machen's und ja, wir können's", bezog sich Häupl auf das doppeldeutige Motto des Parteitages: "Für Wien. Wir machen's."

"Wer, wenn es nicht Sozialdemokraten machen, bekämpft die Armut in unserer Gesellschaft?", so Häupl rhetorisch. Deshalb kümmere man sich auch um Sozialhilfeempfänger: "Für andere sind das Sozialschmarotzer." Man verwahre sich jedoch - ohne weltfremd zu sein - gegen Vorwürfe, dass es hier einen zu großzügigen Umgang mit Steuergeldern gebe: "Im Vergleich zum Steuerbetrug, den wir massenhaft in diesem Land erleben, ist der Sozialbetrug wirklich lächerlich."

Deshalb bedürfe man der Mindestsicherung, schlug Häupl in dieselbe Kerbe wie sein Vorredner, Bundeskanzler Werner Faymann. Schließlich spreche sich sogar das "FPÖ-BZÖ-Zebra", Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK), dafür aus. Und nun wolle ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf diese wieder diskutieren: "Herr Kopf: 740 Euro, das geben Sie wahrscheinlich bei einem Fest mit Freunden an einem einzigen Abend aus. Schämen Sie sich dafür, dass sie das auch noch infrage stellen!"

International müsse man den Finanzmärkten mit Transaktionssteuern und einer europäischen Finanzmarktaufsicht begegnen: "Es geht um die Rückeroberung des Politischen durch die Politik, um eine Repolitisierung der Politik." Dabei stabile Budgets mit dem Aninvestieren gegen die Krise verbinden zu können, müsse man sich natürlich auch leisten können - und da sei Wien mit Generationen sozialdemokratischer Finanzstadträte gesegnet: "Von der Zwischenkriegszeit bis heute ist eine grundvernünftige Finanzpolitik gemacht worden."

Auch im Bereich Bildungspolitik kämpfe die Sozialdemokratie geschlossen für die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen, auch wenn er, Häupl, den GÖD-Vorsitzenden Fritz Neugebauer davon wohl nicht überzeugen werde können: "Ich kenne die Grenze meiner pädagogischen Fähigkeit - und Neubauer unterschreitet sie eindeutig. Aber er soll in seiner Welt des 19. Jahrhunderts leben." (APA)

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Antibürger1
10.06.2010 16:28
fracksausen hoch 3, herr häupl?

dafür, dass Sie herrn strache als loser bezeichnen, haben Sie sich seiner rhetorik allerdings erstaunlich weit angenähert.

p.s.: auf handere shimpfen ist oppositonspolitik. regierungspolitik ist gestaltend. bereiten Sie sich schon vor?

Fwd Pol
 
10.06.2010 02:07
was kann man sich von so einem menschen erwarten?

wien wird immer nur wien bleiben!
all das gerede über wien die weltstadt und so.
wien wäre tatsächlich eine echte metropole, wenn ein kultivierter bürgermeister das sagen hätte.
ein strache ist zwar auch keine alternative, es würde mal die spö zum denken anregen was zu tun ausser zu lügen.

archimed
07.06.2010 21:36
lose versus looser

vielleicht meinte der Häupl ja nur, dass der Strache ein "loser kumpel" und nicht "der looser" der nation ist....

lori myers
31.05.2010 13:40
liebe selbsternannte englisch-professorInnen

to loose = 2 oo
loser = 1 o - grammatikalisch absolut korrekt.
schon blöd, wenn die anderen nicht so dämlich sind, wie man versucht sie darzustellen

Bully Bullson
31.05.2010 10:03
Hier bahne sich aus Hass auf die Sozialdemokraten ein gemeinsames Bündnis an

...es gibt keinen "Hass auf die Sozialdemokratie"...bloß eine ganz, ganz große Abneigung auf deren Inkompetenz, Freunderlwirtschaft und Geldverbraterei....

..und ich hoffe echt, dass die Roten bei der nächsten Wahl auf die Nase und somit unter die Absolute fallen werden....

Quasselmodo
31.05.2010 09:35
Zwerchfellwahlkampf

Die Wien-Wahl wird wohl über Vibrationsanregungen auf das Zwerchfell entschieden werden. Rationale Argumente werden wegen mangelnder Aussicht auf Erfolg mit der Lupe zu suchen sein.
Einerseits bin ich froh, dass Häupl auf die Bauchgefühlsargumentation nicht alleine dem heiseren Marktschreier überläßt. So wird es hoffentlich nur ein moderates Ergebnis für die Hetzer und Zerstörer geben. Andererseits ist es traurig, dass ein Kampf auf dieser Ebene notwendig ist.
Mein Appell: nicht mit dem Bauch, mit dem Hirn wählen!

mikromalist
 
31.05.2010 09:30
Hätten WIR doch Looser

und nicht Loser (quer durch alle politischen Farben). Loslasser würden endlich begreifen, dass es auch ihnen nicht gut tut, wenn Sie UNS in ihrer Klammer ersticken lassen (ohne UNS sind sie ja schliesslich alle Loser).
In Wien glaube ich, sind die Grünen noch am ehesten Looser und nicht Loser?

p.s. WIR sollten jene Parteien wählen, die uns nicht dauernd am erwachsen-werden hindern wollen.

msm
31.05.2010 07:07
Mag ja sein, ...

daß Strache ein Verlierer, also ein "Loser" ist, obwohl die FP bei fast allen Wahlen Gewinne einfuhr.
Eben einmal Populismus à la Häupl. Besonders wenn man die recht bescheidenen Wahlergebnisse seiner Genossen betrachtet. Oder ist der Wiener Bürgerm. selbst gar ein "Looser", losgelöst, fern von jeder Realität? Die Wahlen in Wien werden ja zeigen, ob nun Häupl oder Strache sich als Loser oder Looser betrachten können. Die Reduzierung auf ein "o" bestätigt die Aussagekraft unserer politischen Parteien.

Archangel
31.05.2010 08:03

mit dem Gemischten Satz auf seiner Seite wird der Häupl eh leider wieder BM, also was solls

Hori Zont
31.05.2010 05:55
Der Looser hat dem Winner Häupl im Burgenland zugewinkt!

Wenn man bedenkt daß uns Leute wie Häupl Griechenland rasch näher bringen, wird uns warm ums Herz.

Diese unselige Mitbestimmung, die Freiheitliche verlangen, hat schon in der Schweiz die Folgen deutlich aufgezeigt.

Wir lieben die geliebte Parteidiktatur, da braucht man uns gar nicht erst zu fragen;-)

peter schmidt
 
31.05.2010 08:32
es heisst im übrigen loser aber keine angst dein arbeitsplatz ist nicht in gefahr.

keiner deiner vorgesetzten wirds erkennen.

deiml
31.05.2010 00:27

1) populismus ist jetzt auch beim häupl angekommen.
2) wenn man, wie unten, zwischen den ländern eh nicht differenziert, können wir sie wirklich abschaffen. voves hat sich z.b. die letzten jahre als robin hood positioniert und keine konfrontation mit wien ausgelassen, trotzdem werden voves, niessl und häupl in einen topf geworfen.
3) das wahlergebnis im burgenland: seid mir nicht bös aber die fpö will 9% als erfolg und 49% als niederlage verkaufen. es ist ja eher seltsam dass es in ö. noch absolute mehrheiten gibt.
4) ich denke nicht dass dieses burgenland-ergebnis irgendeinen einfluss auf die wien-wahl hat. dafür ist es zu unspektakulär und alle können ihr ergebnis irgendwie vermarkten (ausnahme: die grünen)

mehr von mir
30.05.2010 22:39
ich wohn ja nicht in wien, aber ganz ehrlich, wählts in häupl ab

und ihr bekommt niederösterreich hardcore, dank des großen fpö-einflusses.

was ist den besser geworden in diesem unseren staat, seit die sozialdemokraten in österreich (aber auch in europa) von wahl zu wahl schwächer werden?

und da trauen sich manche die spö-wähler als dodln zu bezeichnen, aber schon ok, uns gehts ja immer besser dank des rechtsneokonservativen kurses vergangenes regierungen (und die spö kann sich auch nur, wie jede partei, dem zeitgeist unterwerfen, und den bilden WIR ALLE!!!!!)

(13-1)te fee
30.05.2010 21:58
soviel angst vor hc???

also wenn er wirklich ein loser wäre, dann müßte sich der politische gegner ja schnurrend zurücklehnen und den ihn hegen und pflegen....

der häupl muß wirklich angst vor hc haben....

also dann ...
30.05.2010 18:36
selber 11 wahlen ... verlieren - und andere als loser bezeichnen,

zeigt den totalen realitätsverlust
dieses spö-family-clans ... aus !

auch in wien wird die absolute fallen - tschüss !

nomam1
30.05.2010 22:21

sie verstehen das nicht bei der spö ist es ein erfolg wenn man verliert...

der feymann strebt die totale montage der spö an...

sogesehen gewinnen sie ja!

Linksfahrer sind sichtbarer
30.05.2010 16:01
Burgenland :-)

Wie war das nochmals von wegen "Loser" ?

die naive
30.05.2010 18:10

In der Steiermark wird´s auch abwärts gehen für die Roten; kein Wunder bei deren "Politik"und in Wien werden sie ihr blaues Wunder erleben.
Dann hat der Noch-Bürgermeister einen Grund, zu trinken.

Linksfahrer sind sichtbarer
30.05.2010 19:27

Häupl findet so oder so immer einen Grund

Section Control
30.05.2010 15:44
Gesamtschule fordern, lieb

Aber wieso hinkt das rote Wien den anderen Bundesländern in der Errichtung nach?

Annemarie Veit
30.05.2010 05:57
die wortwahl erinnert

ein bisserl an kindergarten - aber offenbar sind die anhänge häupls und der spö genau auf diesem niveau...!

Brel
31.05.2010 10:41

Strache und Häupl kämpfen um dieselbe Zielgruppe, also nicht weiter verwunderlich

homer simpson9
 
30.05.2010 14:43

ja süße du hast recht

Undertaker15
30.05.2010 12:30

Kindergarten ist richtig. Der ist nämlich GARTS und der der Michl ist UNSONST

Undertaker15
30.05.2010 12:36

Ich wollte UMSONST schreiben. Wieder ein Tippfehler.

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