Wahl in Tschechien

Mitte-Rechts-Koalition erringt Mehrheit

30. Mai 2010, 08:52

Sozialdemokraten können trotz Wahlsieg keine Mehrheit bilden - Schwarzenberg-Partei Dritte, Grüne nicht mehr im Parlament

Prag - Das Mitte-Rechts-Lager hat die Parlamentswahl in Tschechien klar gewonnen. Dies geht aus dem vorläufigen Endergebnis hervor, das das Tschechische Statistikamt am Samstagabend veröffentlichte. Zwar bekamen die Sozialdemokraten (CSSD) den größten Stimmenanteil mit 22,08 Prozent, allerdings können sie rechnerisch keine von ihnen gewünschte Regierung bilden. Deswegen wird in Prag erwartet, dass die zweitstärkste Partei - die konservative Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Petr Necas - eine Koalition anführen wird. Die ODS erhielt 20,22 Prozent der Stimmen.

Schwarzenbergs Partei ist Dritter

Auf Platz drei landete mit 16,70 Prozent die liberal-konservative TOP 09 von Ex-Außenminister Karel Schwarzenberg, die damit die bisher "ewig dritten" Kommunisten (KSCM) auf Platz vier mit 11,27 Prozent abgeschoben hat. 10,88 Prozent der Stimmen erhielt die eher rechts gerichtete Partei Öffentliche Angelegenheiten (VV) des früheren TV-Enthüllungsjournalisten Radek John, die mit TOP 09 als wahrscheinlicher Koalitionspartner der ODS gilt. Keine weitere Partei überwand die für den Einzug ins Abgeordnetenhaus erforderliche fünfprozentige Wahlhürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,2 Prozent, um rund zwei Prozent niedriger als 2006.

Mitte-Rechts-Lager beginnt mit Koalitionsgesprächen

Die Chefs der tschechischen Parteien des Mitte-Rechts-Lager haben noch am Samstagabend inoffizielle Gespräche über ihre mögliche Koalitionsregierung eröffnet. Einen Auftrag vom Staatspräsidenten Vaclav Klaus haben sie aber noch nicht. Necas traf mit Schwarzenberg zusammen und vereinbarte mit ihm, dass ihre Parteien in der kommenden Woche Koalitionsgespräche führen werden. "Wir haben vereinbart, dass wir nächste Woche zu verhandeln beginnen", bestätigte Schwarzenberg, der auch mit VV-Chef John zusammengetroffen ist.

Telefonisch sprach Schwarzenberg auch mit dem ersten Vizechef der Sozialdemokraten (CSSD), Bohuslav Sobotka, dessen Partei die Wahlen zwar gewonnen hat, aber angesichts des Mangels an eventuellen Koalitionspartnern nicht imstande ist, eine Regierung zu bilden. "Ich werde anständig sein und werde mit ihm (Sobotka) zusammentreffen. Unsere Auffassung ändert sich aber nicht. Wir bevorzugen die Verhandlungen mit der ODS", so Schwarzenberg.

Chef der Sozialdemokraten tritt zurück

Sobotka hat die Führung der CSSD vorübergehend übernommen, nachdem CSSD-Chef Jiri Paroubek am Wahlabend seinen Rücktritt angekündigt hatte. Sobotka und der Kreishauptmann des südmährischen Kreises, Michal Hasek, gelten als mögliche innerparteiliche Nachfolger Paroubeks. Wen Klaus mit der Regierungsbildung beauftragen wird, war zunächst unklar. Obwohl die CSSD als die stärkste Partei aus der Abstimmung hervorgegangen ist, deutete sie an, dass sie den Auftrag nicht erwartet. (APA)

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Interista66
00
VV und Top09 erreichten aus dem stand fast 27%


die beiden neugegruendeten parteien waren die klaren wahlgewinner.
die tschechen haben von den rabauken paroubek (Sozialdemokraten/CSSD) und Topolanek (konservative ODS) und ihren ewigen persoenlichen grabenkaempfen auf kosten der bevoelkerung einfach genug!
ein klares und sehr reifes waehlervotum! die tschechen wollen keinen populismus, sondern eine verantwortungsvolle mitte-rechts regierung.
es war vor allem die JUGEND, die sich hier klar verstaendlich gemacht hat.
da koennen wir Oesterreicher noch was lernen.
Bei uns kommt ja bekanntlich populismus (von rechts) sehr gut an. leider

Honzoo
00
30.5.2010, 18:40
Eine Mitte-Rechts-Koalition ...

... wie in Österreich unter Rot-Schwarz.

Was war zuerst da - FPOewaehler oder Deixfiguren
61
30.5.2010, 17:43
Konservative aus der Ferne wie dieser uminoese Schwarzenberg wirken etwas laecherlich ...

... Wahrscheinlich wie ein Khol aus der Sicht eines Tschechens . 70Jahre alt aber den Weitblick wie ein heutiger 18jaehriger (Aber zum Gueck gibts Krawatten - geschwollenes Gerede - und schon kann man damit einiges kaschieren)

Samthand Schuh
00
30.5.2010, 15:37
Schwarzenberg will König von Böhmen werden

Adams Garten liefert dazu wieder einmal den Brüller! adamsgarten.wordpress.com

Saccharomyces Gösseri
35
30.5.2010, 14:59

Warum konnte Schwarzenberg nicht in Österreich eine neue Partei gründen und in der Politszene aufräumen? Mir gefällt jedenfalls, dass vor allem die jungen Tschechen die linke Politik abgewählt haben und sich für eine Zukunft ohne Schulden ausgesprochen haben.

Interista66
00

der schwarzenberg ist in tschechien sehr beliebt, gerade auch weil er adelig ist und diese "alte k+k ordnung" repraesentiert, die bei vielen tschechen gar nicht so schlecht ankommt, wie man bei der wahl ja gesehen hat.

In Oesterreich liebt man den "rechtspopulismus" und den "alten k+k adel" mag man eher nicht so gerne.
Liberale oder liberal-konservative parteien haben in oesterreich (leider) nicht genug waehler (LIF!)

amber103
01
30.5.2010, 17:32

Schwarzenberg war in den 1960er führend an einer Parteireform der VP beteiligt, die dann zu der absoluten Mehrheit für Klaus führte. Die Parteiführung wollte ihn auch zum Außenminister machen, was Schwarzenberg aber ablehnte.

hcl
00

Hat Karl Schwarzenberg überhaupt die österreichische Staatsbürgerschaft?

Scherberich
 
70
30.5.2010, 16:35
was wissen sie

über die jugend tschechiens?

Wenn ich mich nicht irre ist das die Jugend, deren größter Traum es ist, Pornostar zu werden.

Helmut Hagen Plakolmer
00
30.5.2010, 19:32
velmy hezky .....

jetzt wissen wir, dass sie von der tschechischen jugend keine ahnung haben..... von der österreichischen und der weiterer länder wahrscheinlich auch nicht.

Saccharomyces Gösseri
01
30.5.2010, 19:24

Was wissen Sie über die Jugend?

Schwarzenbergs Top09 hat bei den Jungen sogar 29% der Stimmen bekommen.

Scherberich
 
50
30.5.2010, 20:21
aha

und wieviele haben NICHT gewählt, das sagt natürlich keiner dazu.

Es ist natürlich keine Überraschung, das sich die Jugend von linken Organisationen fernhält, vor allem nach dem die Jugendorganisation der kommunistischen Partei verboten wurde.

Poldi Fesch
00
30.5.2010, 18:28
m.W.

sind das die Ungarn

Jabberwocky8
04
30.5.2010, 18:19
Neuigkeit

Wirklich? Ich bin Tscheche, Lehrer, mit der Jugend gehe ich täglich um, aber so was ist für mich eine Neuigkeit. Vielleicht irren Sie sich? (Aber um ehrlich zu sein, viele Tschechen haben von Österreich auch ganz komische Vorstellungen...)

invodaseibua
00
31.5.2010, 09:27

echt? erzählen sie mal

:)

wolfgang flieher
 
00
30.5.2010, 16:19

...vielleicht weil er tschechischer und schweizer, aber kein österreichscher staatsbürger ist...?

gruß flieher

Jabberwocky8
00
30.5.2010, 15:43

Man wird noch sehen, wie alles am Ende klappt und was davon noch wird. Herr von Schwarzenberg ist hierzulande populär und ich persönlich mag ihn auch, aber er ist nicht der einzige in der Partei. Obwohl einige der korrupteren Parteimitglieder in der Wahl durchgefallen (z.B. Pavel Severa), es bleiben andere. Miroslav Kalousek hat eine ziemlich dunkle Vergangenheit und seine Freunde vom Waffengeschäft (Richard Háva) erregen auch nicht besonders viel Vertrauen. Aber schließlich hätten die Wahlen noch viel schlimmer ausgehen können.

diamant
00
30.5.2010, 15:17
Fuer Tschechien besteht wohl noch Hoffnung....

Michel de Nostredame
41
30.5.2010, 15:09

"Warum konnte Schwarzenberg nicht in Österreich eine neue Partei gründen und in der Politszene aufräumen?"
Antwort: weil die Österreicher nicht so sehr auf AKWs und NATO-Radaranlagen stehen.

"...die Tschechen sich für eine Zukunft ohne Schulden ausgesprochen haben." ... dafür für eine Zukunft mit AKWs und NATO-Raketenabwehrsystemen.

Jabberwocky8
011
30.5.2010, 12:23
Tscheche

Für mich als für einen Tschechen ist sehr interessant, wie viel man eigentlich auf einer österreichischen Webseite diskutiert. Auch manche Kommentare sind von großem Interesse. Es schadet nie, wenn man sieht, was die Nachbarn denken und wie sie sich darüber ausdrücken. Sehr interessant!

Saccharomyces Gösseri
30
30.5.2010, 15:05

Dobrý den! Jak se máte?

derfalke
77
30.5.2010, 12:09
Die tschechische Mitte-Rechts-Koalition könnte ein Vorbild für Österreich werden.

Auch in Österreich ist die SPÖ zwar momentan die stärkste Partei, aber es gibt eine klare Mehrheit der vier bürgerlichen Parteien ÖVP, FPÖ/FPK und BZÖ.

Die Tschechen haben richtig erkannt, dass eine Linksregierung das Land nur schwächen würde.

Interista66
00
populismus moegen die tschechen aber nicht!


ob von rechts, wie in ihrem fall, oder von links.
das ist der wesentliche unterschied zu oesterreich.

Was war zuerst da - FPOewaehler oder Deixfiguren
60
30.5.2010, 17:45
Normalerweise ist es mir ja zu dumm auf deine Postings zu reagieren ...

... Aber die einzigen buergerlichen Parteien in Oe sind leider die Gruenen und die SPOe

Scherberich
 
02
30.5.2010, 16:36
die einzigen bürgerlichen parteien

sind grüne und övp. Die blauen, und alles was sich davon ableitet, kann man kaum noch als bürgerlich bezeichnen.

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