Die Schuldfrage

28. Mai 2010 19:39

Interessieren irgendjemand die Fakten?

Die Spekulanten sind nicht schuld an der Krise, sagt ÖVP-Obmann Karl-Heinz Kopf im STANDARD-Interview. Die Ursache sei vielmehr die enorme Verschuldung der Staaten, die - und das deutet Kopf nur an - auf diese Weise einen überdimensionierten Sozialstaat finanzieren. "In Wahrheit haben wir alle über unsere Verhältnisse gelebt."

Diese Art der politischen Ökonomie ist deutlich unpopulärer als das Spekulanten-Bashing, das die SPÖ betreibt. Seit Kanzler Faymann so heftig dafür ist, die Spekulanten mit einer Finanzsteuer zu bestrafen, gehen seine Werte in die Höhe.

Interessieren irgendjemand die Fakten ? Die Realität ist, dass selbstverständlich die Staaten zu viel (darunter auch Teile des Sozialstaates) auf Schulden finanzieren. Das lockt die Finanzindustrie an, die auf eine Verschlechterung der Bonität dieser Staaten (und ihrer Währung, des Euro) spekuliert. Die Finanzindustrie ist aber ebenfalls viel zu groß geworden, sie hat mit der Realwirtschaft, die also echte Dinge und Leistungen produziert, fast nichts mehr zu tun. Gleichzeitig schreitet, gerade in den Zentren der Finanzwirtschaft wie USA und GB die Entindustrialisierung besonders stark voran. Schuld sind also ausufernde Staatsverschuldung und überdimensionierte Finanzspekulation ziemlich zu gleichen Teilen. Wie wär's damit, mit einseitigen Schuldzuweisungen aufzuhören und an die Bekämpfung der Ursachen zu gehen? (Hans Rauscher, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30.5.2010)

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also dann ...
04.06.2010 21:47
hahaha ... rau ... + kopf : 2 mainstream-schwätzer haben sich gefunden - wie beeindruckend !

kopf...
der erfolgreich (immerhin) die handeslsschule absolvierte, sagt, die spekulanten sind nicht schuld
- na bumm !
zum 1.
hatten (2006-07) D + Ö (fast) einen überschüss erzielt, d.h. die NEU-verschuldung ist zu 60-70 % (IMF) den internat. bankenrettungs-paketen zu verdanken...
2. betrugen die derivate (p.2009) ca. 614.ooo mrd $,
das welt BIP ca. 55.000 mrd,
der welthandel (2007) ca. 17.000 mrd
die devisen-SPEKULATIONEN (2007)
... ca. 3.800 mrd - je T A G !
d.h.
pro jahr machen die währungsspekulationen ca. das 70 fache ( ! ) des ges. welthandels aus...

und laut denn experten rau ... + kopf
sind die spekulanten nicht schuld.

mann o mann...
da stösst sogar der alkohol an seine grenzen !

Rudolf Dangl
 
04.06.2010 13:09
"In Wahrheit haben wir alle über unsere Verhältnisse gelebt."

Das ist -- realwirtschaftlich gedacht -- grober Unfug: Soll mir einmal jemand vormachen, wie man man mehr vom Teller isst, als drauf ist.

das ist alles sehr kompliziert!
 
30.05.2010 19:21
A propos Fakten:


Dass das große Problem die Überschuldung der Staaten ist, lass' ich mir schon einreden, aber es heißt dann immer, wir haben zuviel ausgegeben. Schulden machen ist aber die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben. Warum redet hier niemand über die Einnahmen? Kann es sein, dass wir ausgabenseitig immer ähnlich "gelebt" haben, aber die Einnahmen davongebröckelt sind, weil gemäß dem Credo "mehr Privat, weniger Staat" enfach keine Steuern mehr verlangt werden (scheues Reh, eh schon wissen)?

Gibt's (diese Frage ist ernst gemeint) irgendwo aussagekräftige Statistiken, wie sich die Einnahmen UND die Ausgaben inflationsbereinigt entwickelt haben?

"Wir haben zu hohe Sozialausgaben" ist nur eine Hälfte der Fakten...

Happels Erben
31.05.2010 08:25
Die OECD empfiehlt jedes Jahr aufs Neue

höhere Vermögenssteuern in Österreich mit dem Hinweis das dadurch die Erwerbssteuern gesenkt werden könnten und dies positive Effekte für die Wirtschaft hat. Und wenn, wann nicht jetzt ist die Zeit für Vermögenssteuern gekommen, bei einem Gesamtvermögen von ca. 900 Mrd. in Österreich??

Toni Meister
30.05.2010 17:13
Dasselbe Strickmuster wie bei der Finanzkrise

" Bereits im Juni 2009 warnten Ingenieure des Ölrisen BP vor Gefahren auf der Deepwater Horizon. Das Management ignorierte sie. Das Öl sprudelt ungehindert weiter ins Meer ".

Die Warner vor den Zuständen in der Finanzwirtschaft wurden auch VOLL IGNORIERT. Die virtuelle Methode " Geld mit Geld " machen, ohne reale Werte zu schaffen,
" SPRUDELT " auch weiter.

will-alles.at
30.05.2010 15:51


Ja, stimmt!

Schleichend wurde Jahr für Jahr ein "überdimensionierter Sozialstaat" aufgebaut; ein paar Beispiele nachfolgend:

- "eine österreichische Privatstiftung kann einen rein privatrechtlichen Zweck aufweisen" (1993)
- Wegfall der Börsenumsatzsteuer (2000)
- Einführung einer konzernfreundlichen Regelungen zur Gruppenbesteuerung (2005)
- keine Einhebung der Erbschaftssteuer mehr (August 2008)

Das kann ja so wirklich nicht weitergehen....

upper secret
30.05.2010 11:31
wir steuern auf einen double-dip zu,

wobei nicht sicher ist, wie steil oder eher flach der Wiederanstieg nach dem zweiten Einbruch sein wird.
der erste einbruch wurde durch kapitalistisches spekulantentum verursacht, der zweite durch soziale geldverschwendung.
so bekommen beide seiten ihre watschen ab.
grundlegend schuld daran ist erstens der egoismus des einzelnen, den man benötigt, um mehrwert zu schaffen und zweitens der kollektive egoismus, der diesen mehrwert "überumverteilt".
das spannungsfeld zwischen motivierender individueller freiheit und umschlag in destruktive "wirtschafts"anarchie ist ständig in bewegung durch gesellschafts- und wirtschaftveränderungen.
daher ist die bekämpfung der ursachen so schwierig.
aber ich bin optimistisch, dass es gelingt.

Potz von Padnerham
30.05.2010 11:18
Rau betreibt wieder einmal die übliche Desinformation:

Bleiben wir lieber bei den Fakten, die Rau verschweigt:
-In einem Kreditgeldsystem wird Geld nur durch Kreditvergabe geschöpft.
-Würden alle Schuldner ihre Schulden zurück zahlen, gäbe es überhaupt kein Geld: die ultimative Deflationskrise.
-Es bleibt also nur die Wahl zwischen mehr staatlicher oder mehr privater Verschuldung.
-Wegen des Zinseszinseffektes explodieren die Schulden irgend wann, was gerade der Fall ist.

Von "über den Verhältnissen leben" kann also keine Rede sein!

wimmerl
02.06.2010 21:46

Das Geld nur kreditgeld ist, stimmt deswegen schon nicht, da Sie behaupten, daß wenn alle Schulden bezahlt würden, es kein Geld mehr gäbe. Das ist ein Unsinn.Sie vermengen die verschiedenen Funktionen des geldes. Die Zahlungsmittelfunktion wird immer existieren, es sei denn wir wollen in die Steinzeit zurück und selbst damals gab es geld ( in Form von Vieh =pecunia etc).

F F
30.05.2010 13:59

Genau so ist es. Auch Herr Rauscher weiß das . Aber Rau macht lieber dem "kleinen Mann" ein schlechtes Gewissen.

Poldi Fesch
30.05.2010 13:05
also, der Staat nimmt

Kredite, die er nicht zurueckzahlen kann u. dasz ist dann NICHT ueber die Verhaeltnisse leben. Den bloesinn hat schon Michael Amon von sich gegeben

Potz von Padnerham
30.05.2010 16:55

Also, sie haben rein gar nichts verstanden. Googlens mal unter "Fraktionales Reservebanksystem" bevors irgend welche unsinnigen Antworten schreiben!

lessismore
30.05.2010 05:12

Wir sehen -- nach den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts -- den zweiten Versuch, die bürgerliche Welt zu restaurieren. Die Aussichten sind nicht besser geworden.

Toni Meister
29.05.2010 22:43
Ziemlich klarer Fall

Die Geschichte, die zur Krise führte, lässt den guten Glauben an Innovationen der Bankenbranche nicht mehr zu. Der Hypothekenkredit für den kleinen Mann, das Verwenden und Wiederverwenden dieser Kredite in immer neuen Anleihen zur Streuung des Risikos, der Kreditausfall-Swap zur Absicherung von Marktrisiken – jede einzelne Erfindung wurde von Banken und Spekulanten ad absurdum geführt. Das Argument der Finanzwelt war und ist, dass sich mit solchen Instrumenten das Risiko managen lässt, tatsächlich aber wurde es in untragbare Höhen getrieben, genauso wie die Boni der Händler, die damit Geld verdienten. Fast alle Beteiligten, die vielen Banker, die ins Desaster steuerten, wie die wenigen, die es kommen sahen – sie wurden darüber reich.

F F
29.05.2010 22:30

Auch wenn unsere konservativen Freunde in Politik und Printwesen diese dümmliche Phrase gebetsmühlenartig wiederholen.

Wer hat wirklich über seine Verhältnisse gelebt?

Die eine Million Österreicher, die hart an der Armutsgrenze lebt? Die "1000 Euro-Generation", die sich von einem Praktikum zum nächsten durchschlägt? Die Kindergärtnerinnen? Die allein erziehenden Mütter? Die Mindestrentner?

Oder vielleicht doch die Investmentbanker mit Milliardenboni, die Aktionäre der "systemrelevanten Banken" und Großkonzerne, die keine Gewinnsteuer bezahlen, die Spekulanten, die die Staatsbudgets aussaugen und die Krise verursacht haben?

Poldi Fesch
30.05.2010 10:40
haettens halt

was glernt, die Kindergaertnerinnen

F F
30.05.2010 13:05

Sind sie mehr zynisch oder dumm?

Poldi Fesch
30.05.2010 14:17
:))

ich blicke auf 5 Jahre Gemeinsamkeit mit einer Kindergartentante zurueck

Terence Lennox
30.05.2010 10:26
die unkündbaren spitzenabeamten..

..die neun unnötige bundesländer verwalten, die sozialversicherungsbeamten, der aufgeblähte beamtenapparat, der das geld seiner kinder verfrühstückt. die umverteilung von unten nach oben ist nur ein teil der wahrheit; die umverteilung von den ungeschützen sektoren in die geschützen sektoren ist eine reelle seitwärtsbewegung. und hier wird viel mehr geld entzogen, als durch ein paar spekulanten. aber das will man nicht hören, denn dann wären änderungen notwendig. und ändern soll sich nichts..

F F
29.05.2010 22:27

Herr Rauscher denken sie mal nach bei wem haben alle Staaten Schulden, wer kassiert die Zinsen? Woher kommen die Superbonis der Bankmanager? Wer bestimmt die Ratings? Klingelt s?

Poldi Fesch
30.05.2010 10:41
haettens halt

keine Schulden gemacht, die staaten

F F
30.05.2010 13:05

Von Wirtschaft und Finanzgebarung haben sie wenig Ahnung

Poldi Fesch
30.05.2010 14:19
ausreichend um

mein eigener Chef zu sein

Terence Lennox
30.05.2010 22:22
wenn alles schief geht..

..gehn wir auf ein glas wein, sag ich mal..

Poldi Fesch
31.05.2010 09:34
.)

auch 2, aber vom besseren

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