Seitenweise Diskriminierung

28. Mai 2010, 19:45
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Die Diskriminierung berufstätiger Frauen - mittlerweile hackeln sieben von zehn - zieht sich durch alle Schichten

Kennen Sie den: Was macht eine Frau in einem Raumschiff? Die Antwort: Putzen! Ha ha ha. - Der aktuelle Frauenbericht, nach eineinhalb Jahrzehnten erstmals wieder erschienen, zeigt, dass in diesem Land von Gleichberechtigung noch immer keine Rede sein kann.

Für dieselbe Arbeit bekommt die Kollegin im Schnitt um ein Fünftel weniger auf ihr Konto. Wer jetzt mit Ausflüchten wegen schlechterer Qualifikation, mehr Kinderbetreuungszeiten oder Teilzeitregelungen daherkommt: Weiterlesen! Denn: Die Daten sind statistisch sauber, nur ganzjährige Vollarbeitszeit wird da miteinander verglichen.

Die Diskriminierung berufstätiger Frauen - mittlerweile hackeln sieben von zehn - zieht sich zudem durch alle Schichten. Die kaum gebildete Migrantin etwa findet sich häufiger in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis als der Zuwanderer ohne Abschluss. An den Unis - obwohl die Zahl der Absolventinnen, mit Ausnahme in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, schon höher liegt als jene der Absolventen - haben nach wie vor Professoren und Rektoren das Sagen. Und in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen sitzen auf zehn Plätzen neun Männer.

Außerdem pfui: Zwei Drittel des Haushalts erledigen die Frauen. Für all das gibt es keine vernünftigen Erklärungen, es handelt sich simpel um systematische Benachteiligung. Ach ja, wissen Sie, wieso Männer keinen Busen haben? Sie können mit Doppelbelastungen schwer umgehen. He he. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD/Printausgabe 29./30.5.2010)

 

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